, 27. Juni 2014
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Echter Kundendienst

Denner weiss, was die Leute wollen. Und was rentiert. Vor allem, wenn es wieder Zeit fürs Open Air ist.

Wenn jetzt das St.Galler Open Air über die Sitterbühne geht, gehört das Einkaufszentrum Neumarkt zu den Profiteuren. Es ist am Bahnhof das nächstgelegene Shoppingcenter für den täglichen Bedarf.

Dieses Jahr mit einer Neuerung: Denner hat einen speziellen Kundenservice parat. Nach der Kasse kann man selber Alkohol abfüllen. Das ist nötig. Denn eine Regel am Open Air lautet: «Das Mitbringen von Glas ist nicht gestattet.»

Also hat Denner ein Gestell mit leeren 1,5-Liter-Plastikflaschen bereit gestellt. Dort darf man sich bedienen und den gekauften Alk umfüllen. Vom Glas zum Plastik. Mit der Folge, dass sich jetzt dort Open-Air-People mit Shorts und Rucksack drängelt. Bis die Sache umgefüllt ist, dauert es halt eine Weile.

Macht aber Spass. Denn man will ja im Sittertobel gut versorgt sein. Und vor allem günstig. Bier, Wein, Alcopops und härtere Sachen wie Gin, Wodka oder Whisky kosten im Grossverteiler weniger als auf dem Festivalgelände. Das Prinzip ist auch von normalen Wochenenden wohlbekannt: erst reichlich Vorlöten im Shop, damit’s nachher im Club nicht allzu teuer wird.

Apropos Alkohol: Dem Open Air ist der Jugendschutz wichtig. So steht es jedenfalls in den Regeln. Gebrannte Schnäpse und Alcopops an unter 18-Jährige liegen ebenso wenig drin wie Bier und Wein an unter 16-Jährige. Und einen Alk-Kontrolleur am Eingang gibt’s auch nicht.

So sind alle zufrieden, inklusive Migros. Denn die verkauft bekanntlich keinen Alkohol, füllt sich aber dennoch via Denner damit die Taschen. Vor allem in der Open-Air-Saison.

 

 

1 Kommentar zu Echter Kundendienst

  • Jonathan sagt:

    Den Artikel in Ehren, aber Hand aufs Herz: Wir sind es doch, die den ganzen Kommerz mitmachen und den Boden dazu bereiten. Klar werden auch aktiv Angebote geschaffen, wo noch keine Nachfrage besteht. Aber das Umfüllen wurde vorher halt privat bewerkstelligt, jetzt springt Denner auf den fahrenden Zug auf. Die Konsumierenden haben es in der Hand, von heute auf morgen ein Produkt, einen Laden, einen Multi zu boykottieren, Beispiele aus der Vergangenheit haben die Wirksamkeit längst bewiesen. Die Angebote nutzen tun immer noch wir. Also bitte beim Lamentieren den Blick in den Spiegel nicht vergessen.

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