Sag alles ab. Forderten Tocotronic einst. Jetzt war der, den ich immer wieder mal mit diesem übermütigen Satz auf der Teeschörtbrust gesehen hatte, sangund klanglos verschwunden. Abgetaucht. Unerreichbar. Schon länger. Und nicht nur er. Erst noch war alles im Lauf und vieles gut verbunden, wenn auch vielleicht etwas gar beschwingt, und dann scheinbar aus dem Nichts: nur noch Stolpersteine, Leitungsbrüche, geschlossene Türen, kaputte Anschlüsse. Tonnenschwere Missverständnisse sowieso. Und Absagen. Immer mehr. Nur noch Absagen.
Klar, nicht alle dramatisch. Hast du Spaghetti gekocht, kommt Harry nicht: plötzlicher Fieberanfall. Wartest du vor der Kegelbahn, ruft Schmalhans an: Leider nein, Husten gehe nicht weg, und zudem: Frau krank. Freust du dich auf den Frauenmafiafilm im Kino, bedauert die gute Kreuzgabi: Ballett vergessen, sorry andermal. Willst du Rock’n’Roll-Konzert, rennt der verlässliche Edi auf einmal zum Jazz. (Jazz?? Da habe ich dann immer sofort den gleichen Tonfall drauf wie Billy Elliotts nordenglischer Minenarbeitervater, der seinen Billy als Fussballer oder Boxer sieht, aber sicher nie und nimmer als Tänzer: Ballett? Bhoalleeet??). Schandbar.
Sind alles nur vorübergehende Kommunikationsprobleme, tröstet mich Sumpfbiber. Ausgerechnet er, der die Gallenstadt schon mal ein hoffnungslos verkrebstes Dorfgeschwür nannte, weil, da kein Wasser, respektive nur zu oft von oben, nichts richtig fliessen könne. Und dass ich mich doch gefälligst über die Schnauzpaul-Wahlsiegtrompeten freuen solle. Aber klar doch. Manchmal spielt er sich als gutmütige Tante auf und klopft einem so blödgönnerhaft aufs Schülterchen. Aber natürlich war auch er nicht zu haben, wenn man ihn mal brauchte, in diesen himmeltraurig verbockten Novemberwochen. Warum, wollte er nicht sagen, der Feigling.
Ich darf gar nicht dran denken: Vielleicht wird er jetzt auch noch Yogalehrer. Oder besucht einen Kochkurs. Oder er bastelt heimlich einen Vintage-Hau-den-Lukas für die bevorstehende Biederhipsterweihnachtsmesse. Mir doch egal. Advent, Advent, und niemand kommt. Schon gar kein Charlie. Ich bin nämlich jetzt auch unpässlich. DD. Jawohl. Ausgeschrieben: Dringende Darmentleerung. Egoshooter auf der Schüssel, sozusagen, ununterbrochen Durchfall. Äxgüsi. Leider nein. Sag alles ab. Mehr davon dann im Januar. Sollen ja nur temporäre Kommunikationsprobleme sein.
Charles Pfahlbauer jr.
Diese Kolumne erschien im Dezemberheft von Saiten.
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Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
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Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
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Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
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Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
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Nach 22 Jahren gibt Matthias Peter die Leitung der St.Galler Kellerbühne ab. Vom Raum ist er nach wie vor begeistert. Aber dem Kabarett ging es auch schon besser, erzählt er im Gespräch.