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Ein Dank an den ersten von links

1982 hat er die Genossenschaftsbuchhandlung Comedia in St.Gallen mitbegründet, Ende Mai hört er auf. Elf Versuche, den richtigen Ton zur Pensionierung von Pius Frey zu finden. Von Hans Fässler
Von  Hans Fässler
Pius Frey, fotografiert von Andri Bösch.

I

Sich in den Vordergrund zu stellen
Kam ihm nicht in den Sinn
Doch war er stets in allen Fällen
Ziemlich mittendrin.

Tönt wie eine Abdankung! Dabei ist es ja nur eine reguläre Pensionierung!

II

Uns bleibt, was gut war und klar war
Und dass man bei ihm immer durch sah
Und Liebe, Hass, niemals Furcht sah…

Zu pathetisch und falsche Tonlage!

III

«Mini Nochfolgeri a de Kanti Trogä chauft ehri Englischbüecher au i de Comedia!»

«Mis Mami chauft alles i de EPA!» war der bessere Werbespruch!

IV

Basel, Berlin, Brigels, Deutschland, Erlangen, Frankreich, Ghana, Italien, Jamaica, Jura, Katharinengasse, Kingston, Kreuzberg, Leipzig, Long Bay, Luzern, Marseille, Parlatges, Pontarlier, Port Antonio, Preggio, Puschlav, Ringelberg, St. Fiden, St.Gallen, Seealpsee, Sierre, Unterer Graben.

Müssen wir jetzt alle Google Earth oder Street View aufstarten?

An der Gedenkfeier für den haitianischen Revolutionär, Sklavenbefreier, General und Staatsmann Toussaint Louverture (1743-1803) auf dem Fort de Joux bei Pontarlier im Département Doubs (7. April 2017). Pius Frey: der erste von links.

V

Oft wenn uns
Die Antwort auf eine Frage gefunden schien
Fragte einer von uns den Pius
Und sichtbar wurde der lesende Arbeiter
Der arbeitende Leser, der
Sich nicht scheute.

Ich, sagte er uns
Zweifle, ob die Arbeit gelungen ist
Die eure Tage verschlungen hat
Ob sie den armen Leuten nützt
Denen im grossen Süden
Und denen in den kleinen Betrieben.

Habt Ihr nicht den Widerspruch
Aus den Dingen entfernt?
Ist es zu eindeutig
Oder einfach linke Mode?
Seid Ihr wirklich im Fluss des Geschehens?

Zu brechtisch!

VI

Until the philosophy
Which hold one race superior and another
Inferior
Is finally
And permanently
Discredited
And abandoned
Everywhere is Charlie.

Das verstehen doch die Jungen nicht mehr!

VII

Dank Pius (Charlie) haben alle
In Güllen eine Grabenhalle.

Da waren ja auch noch andere dabei, oder?

VIII

«In Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis beginnt der Prozess in der Regel mit einem Schlichtungsversuch bei der Schlichtungsstelle für Arbeitsverhältnisse. Bei einem Streitwert von mindestens CHF 100’000.– können die Parteien gemeinsam auf das Schlichtungsverfahren verzichten. Die Schlichtungsstelle ist im Rahmen ihres Aufgabenbereichs auch Rechtsberatungsstelle.»

Nicht gerade sehr poetisch, sein Teilzeit-Job!

IX

Ja, grad die Armen der Erde
Die brauchen mehr als zu fressen
Und das hat er nie vergessen
Dass aus den Lesern Menschen werden…

Gendermässig unbrauchbar! Leserinnen! Und die letzte Zeile vielleicht umgekehrt?

X

Der Pius wird nun pensioniert
Das Know-how – es wird transferiert
Das Buch lebt weiter samt der Kasse
An der Katharinengasse
Die Kundschaft setzt jetzt ihr Vertrauen
Auf die vier Comedia-Frauen.

Etwas kitschig und globibuchmässig!

XI

Wenn man ihn brauchte, war er da
(Man brauchte ihn sehr häufig)
Er war sehr nützlich, immer nah
Der Kampf war ihm geläufig.

Er hat sich einfach hingestellt
Und tut es noch, noch immer
Die grosse und die kleine Welt
Der Saal, das Sitzungszimmer

Die Comics, Krimis, all die Bücher
Die im globalen Süden
Die Weltmusik – er hat den Riecher
Ist selten ganz zufrieden.

Es gibt bei ihm nicht Kür, nicht Pflicht
Drum gilt aus vielen Gründen:
Gäb es den Pius (Charlie) nicht –
Man müsste ihn erfinden.

Passt einigermassen.

Zusammen mit Dulcie September (1935-1988), der südafrikanischen ANC-Vertreterin für Frankreich und die Schweiz, bei der Umbenennung der Krügerstrasse in Mandelastrasse (19. November 1986)

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
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WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

Saiten 2609 Cover 01

Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah