, 30. April 2013
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Ein Foul für die Niederlage

Details entscheiden Fussballspiele: Manchmal reicht ein Foul in der 17. Minute.

Wieso hat der FC St.Gallen gegen den FCZ verloren?

Da gab es einen Pfostenschuss, ein aberkanntes Offsidetor – und keinen Penaltypfiff.

Man könnte die Entscheidung aber auch auf eine einzige Szene reduzieren: Auf ein Foul von Nushi. Es war ein Fehler, der allerdings nur deshalb so ins Gewicht fiel, weil danach das Tor erzielt wurde, das ausschlaggebend für die Niederlage war.

Die taktische Ausgangslage sah so aus: Wenn der FC Zürich angriff, postierten sich in der Spitze Drmic, Chermiti und Schönbächler als klassischer Dreimannsturm auf einer Linie. Damit sollte die Abwehr der St.Galler auseinander gezogen werden. In der Mitte hätte es Räume für den ebenfalls offensiv aufgestellten Chiumiento gegeben. Das war ein flexibles Konzept: Waren die St.Galler in Ballbesitz, wechselte der FCZ zu einem Einmann-Sturm. Drmic und Schönbächler zogen sich zurück und leisteten Defensivarbeit.

Man kann feststellen, dass die Taktik des FCZ kein Erfolg war. Die St.Galler Abwehr liess sich nicht auseinanderziehen, weil die Mittelfeldspieler Nushi und Wüthrich die beiden Aussenverteidiger Mutsch und Pa Madou stets unterstützen. Es gab auf den Seiten keine Räume und damit keinen Platz für Dribblings und kaum Gelegenheiten für Flanken. Ein Beleg für das funktionierende St.Galler Abwehrystem war, dass der FCZ bis zur Halbzeit keinen einzigen Eckball treten konnte. Im Zentrum gewannen zudem Nater und Janjatovic die entscheidenden 1:1-Duelle gegen Chiumiento.

Die St.Galler Taktik funktionierte eigentlich auch in der 17. Minute: Der FCZ wehrte am eigenen Strafraum einen Angriff ab und lancierte einen schnellen Gegenstoss über rechts. Für den vorprellenden Aussenverteidiger Pa Madou hatte Nushi abgesichert. Es gelang ihm, durch hartnäckige Interventionen den Schwung des FCZ-Vorstosses zu bremsen, obwohl er den Ball nicht erobern konnte. Entscheidend war, dass Nushi die direkte Abspielmöglichkeit in die Spitze und ins zentrale Mittelfeld verstellen konnte.

Als der Ball dann über einen Umweg doch noch auf der Höhe des St.Galler Strafraums den FCZ-Stürmer Chermiti erreichte, war die Gefahr eigentlich bereits gebannt. Die St.Galler Defensive hatte sich formiert. Rund um den Angreifer standen in einem Halbkreis Besle, der zurückgeeilte Pa Madou, Janjatovic und Nushi. Sie schirmten mögliche Zuspiele in den Strafraum ab und liessen Chermiti keinen Raum für ein Dribbling. Die logische Konsequenz wäre ein Rückpass gewesen. Doch dann foulte Nushi Chermiti, es gab Freistoss und Kukuruzovic zirkelte den Ball via Innenpfosten ins Tor.

Das 2:0 in der 73. Minute war letztlich die Folge des Treffers in der ersten Halbzeit. Saibene hatte den Stürmer Cavusevic für den Mittelfeldspieler Wüthrich eingewechselt. Deshalb war es dann nur noch Mutsch, der einer weiten Flanke quer über den Strafraum nachlief, die Drmic erreichte. Mit einem ziemlich genialen Haken spielte der FCZ-Stürmer den Verteidiger aus. Weil es keine Absicherung mehr gab, hatte er viel Platz und konnte mit hohem Tempo in Richtung Strafraum losziehen, den stehenden Janjatovic überlaufen, zu Chermiti passen, der schliesslich das 0:2 erzielte. In der 76. Minute wechselte dann Saibene Martic für Nater ein und stärkte damit die rechte Seite wieder. Diese Massnahme kam natürlich zu spät. Das Spiel war entschieden.

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