Das Poolbar Festival in Feldkirch, das dieses Jahr von 6. Juli bis 14. August über die Bühne geht, ist für sein fein abgeschmecktes Programm bekannt. Darin finden sich etablierte Acts genauso wie junge Künstler:innen und Bands.
Während das Programm jeweils schon Monate im Voraus erste Konturen annimmt, wird die Saat für den visuellen Auftritt des Festivals im Frühjahr ausgetragen: am Poolbar Generator, einer Art Kreativwerkstatt für junge Talente. Dieser findet dieses Jahr vom 31. März bis 8. April in Hohenems statt.
In insgesamt sieben Labors – Architektur, Digitale Projekte, Grafik, Produkt- und Raumgestaltung, Kunst und Public Art, Literatur sowie Street Art – entwickeln Studierende der jeweiligen Fachrichtungen während einer Woche gemeinsam das Erscheinungsbild des Festivals, vom grafischen Auftritt über eine App bis zur architektonischen Ausgestaltung des Festivalgeländes, das jedes Jahr anders daherkommt.
Rückblick und Rückbesinnung
Denn jede Austragung steht unter einem bestimmten Motto. In diesem Jahr ist es «Dimension». Das Poolbar Festival feiert diesen Sommer sein 30-Jahr-Jubiläum, in diesem Sinn sei es als Rückblick gedacht, sagt Lilian Furrer, Verantwortliche für den Generator. «Alles wird grösser, auch in der Musikbranche.» Das gelte auch für das Poolbar Festival. «Das Motto ist deshalb auch eine Art Rückbesinnung: wohin wollen wir, was wollen wir sein?» Und letztlich spiele die Dimensionierung auch bei Gestaltung des Festivals eine wichtige Rolle.
Das Motto sei aber keine Themenvorgabe, sondern «ein Gedanke, den wir als roten Faden in den Poolbar Generator mitnehmen», sagt Furrer. So entstehen im Labor «Kunst» temporäre Kunstprojekte, die im öffentlichen Raum und auf dem Festivalgelände auf das Poolbar Festival aufmerksam machen. Die künstlerischen Projekte und Interventionen sind gleichermassen für Festivalbesucher:innen wie auch die breite Öffentlichkeit zugänglich und setzen sich intensiv mit dem Stadtraum sowie dem Festival auseinander.
Nachhaltigkeit ein wichtiger Aspekt
Dabei geht es auch um Nachhaltigkeit – ohnehin ein wichtiges und wiederkehrendes Thema beim Poolbar Festival. Der thematische Schwerpunkt liegt diesmal auf dem Werkstoff Metall und seinen Verbindungstechniken. «Durch die Verwendung von Reststücken und/oder Altbeständen wird das Thema des Upcyclings aufgegriffen und zugleich ein Fokus auf Skulptur und Plastik im öffentlichen Raum gelegt», schreiben die Veranstalter:innen.
Im Labor «Produkt- und Raumgestaltung» geht es darum, den Innenbereich des sogenannten Wohnzimmers des Poolbar Festivals – ein Aufenthaltsort mit Barbereich – sowie die Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum zu gestalten. Auch hier möglichst nachhaltig: Der Schwerpunkt beim Wohnzimmer liegt auf der Wiederverwertung und Umnutzung von gebrauchten Architekturmaterialien und Produkten. Die Sitzgelegenheiten wiederum sollen, nachdem sie auf dem Festivalgelände zum Einsatz gekommen sind, von Vorarlberger Gemeinden genutzt werden.
Ein Teil des Festivalprogramms
Anderes aus dem Poolbar Generator fliesst ins Programm ein: Im Literatur-Labor erarbeiten die Teilnehmer:innen Kurztexte zum Festivalmotto. Diese können im Rahmen des Poolbar Festivals in eine Veranstaltung oder eine literarische Intervention im öffentlichen Raum münden. Die Form der Präsentation der Texte entwickeln die Labor-Teilnehmer:innen ebenfalls im Poolbar Generator.
Der Poolbar Generator sei für die Festivalmacher:innen einerseits darum wichtig, weil sich das Festival so immer wieder neu erfinde und jung bleibe, sagt Lilian Furrer. Andererseits sei er für viele der jungen Talente die erste Gelegenheit, interdisziplinär zu arbeiten. Durch den Wechsel auf die Osterwoche sei er nun auch viel internationaler ausgerichtet, weil dann viele Student:innen frei hätten.
Interessierte Kunst-, Design-, Architektur-, Sprach- und IT-Talente können sich ab sofort bewerben, um das Erscheinungsbild des kommenden Poolbar Festivals mitzuentwickeln. Bewerbungssschluss ist am 26. Februar.
Die Abschlusspräsentationen der Projekte aus dem Poolbar Generator finden am 7. April ab 19 Uhr im Löwensaal Hohenems statt. Ausserdem gibt es am 4. und 6. April jeweils ab 19 Uhr öffentliche Vorträge zu verschiedenen Themen der Fachrichtungen.
Alle Infos gibt es hier.
Tunneleröffnung
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.