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Ein Vierteljahrhundert für die Kunst und die Menschen 

Das Kunstmuseum Liechtenstein feiert. Mit «Silber steht Dir. 25 Jahre Liebe zur Kunst» spielt es auf die Tradition der Silberhochzeit an. Das Metall dient dabei als Metapher für Wert und Beständigkeit. 

Mai-Thu Perret: 2015 (2011). (Bild: Stefan Altenburger) 

Mai-Thu Perret: 2015 (2011). (Bild: Stefan Altenburger) 

Vor 25 Jah­ren ist der schwar­ze Bau­kör­per ge­lan­det. Mit­ten in Va­duz, im klein­tei­li­gen Städt­le mit sei­nen Sou­ve­nir­shops, dem Schloss, das eher ei­ner Fes­tung gleicht, den Park­plät­zen und Pflan­zen­kü­beln. Das Kunst­mu­se­um Liech­ten­stein ist ein So­li­tär – als Bau­kör­per wie als In­sti­tu­ti­on. Der Ku­bus ver­sucht nicht, sich der Um­ge­bung an­zu­pas­sen, aber er igno­riert sie auch nicht.

Die Lä­den, die Men­schen, der Him­mel, selbst die Al­vier­grup­pe auf der ge­gen­über­lie­gen­den Rhein­sei­te spie­geln sich in der po­lier­ten Ter­razzo­haut des Hau­ses. Un­ter­bro­chen ist sie von gros­sen Fens­ter­bän­dern: Wer ins Kunst­mu­se­um Liech­ten­stein geht, bleibt in Kon­takt zur Aus­sen­welt. Die­se ar­chi­tek­to­ni­sche Spra­che, mit ih­rer Ei­gen­stän­dig­keit und Of­fen­heit, ent­spricht der Ar­beit des Mu­se­ums­teams von An­fang an. Hin zur Ak­zep­tanz vor Ort war es je­doch ein län­ge­rer Weg. Den ist auch die Samm­lung des Hau­ses mit­ge­gan­gen, wie die Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im Kunst­licht­saal zeigt.

Im­mer wie­der neue Nach­barn

Die Ge­schich­te der Mu­se­ums­samm­lung be­ginnt mit der Schen­kung von zehn alt­meis­ter­li­chen Ge­mäl­den durch den Künst­ler Ge­org Ma­lin im Jahr 1968. Die­ses Kon­vo­lut, die Ges­te des Schen­kers ent­pupp­te sich als Ma­gnet. Von hier aus konn­te es wei­ter­ge­hen: Die Liech­ten­stei­ni­sche Staat­li­che Kunst­samm­lung wur­de ge­grün­det, Wer­ke ka­men hin­zu, die Samm­lung be­kam ein Zu­hau­se: Das Kunst­mu­se­um Liech­ten­stein er­öff­ne­te im Au­gust 2000. Seit­dem pflegt es ei­ne dy­na­mi­sche Samm­lungs­prä­sen­ta­ti­on. Die Wer­ke er­hal­ten kei­nen Stamm­platz, son­dern im­mer neue Or­te und Nach­barn.

Das hat durch­aus prag­ma­ti­sche Grün­de, denn der Platz in den Aus­stel­lungs­räu­men ist be­grenzt und wird mit den Son­der­aus­stel­lun­gen ge­teilt. Aber die­ses Vor­ge­hen bie­tet gros­se Chan­cen: Die Samm­lung prä­sen­tiert sich im­mer wie­der neu. Zeit­ge­nös­si­sches tritt mit Klas­si­schem in ei­nen Dia­log. Jung­spun­de in­ter­agie­ren mit Al­ten Meis­tern. Ma­le­rei fin­det Par­al­le­len in Vi­de­os, drei­di­men­sio­na­ler Kunst oder Per­for­mance.

Jessica Stockholder: ohne Titel (1999). (Bild: PD) 

Jessica Stockholder: ohne Titel (1999). (Bild: PD) 

Die­se Viel­falt bil­det nun auch das Ju­bi­lä­ums­pro­gramm «Sil­ber steht Dir. 25 Jah­re Lie­be zur Kunst» ab. Al­ler­dings gibt es hier kei­ne in­halt­li­chen Be­zugs­li­ni­en zwi­schen den aus­ge­stell­ten Wer­ken. For­ma­le oder the­ma­ti­sche Ver­bin­dun­gen er­ge­ben sich höchs­tens zu­fäl­lig. Schwer­punk­te wer­den nicht ge­setzt. Statt­des­sen wird Samm­lungs­po­li­tik ver­deut­licht.

Die Zu­kunft im Sé­pa­rée

Aus je­dem Jahr seit der Er­öff­nung des Kunst­mu­se­ums ha­ben Mu­se­ums­di­rek­to­rin Le­ti­zia Ra­ga­glia und Chef­ku­ra­to­rin Chris­tia­ne Mey­er-Stoll ei­ne in je­nem Jahr an­ge­kauf­te Ar­beit aus­ge­wählt. Dar­un­ter sind An­käu­fe des Mu­se­ums selbst, Schen­kun­gen, An­käu­fe aus Dritt­mit­teln oder durch Stif­tun­gen. Aus­ge­stellt sind Fo­to­gra­fien, Druck­gra­fik, Ge­mäl­de, Skulp­tu­ren und In­stal­la­tio­nen; Kunst in Vi­tri­nen, auf So­ckeln, an der Wand und auf dem Bo­den plat­ziert.

Wer durch­zählt, kommt al­ler­dings auf mehr als 25 Wer­ke. Der Grund ist die Zu­kunft im Sé­pa­rée: Hin­ter ei­ner ei­gens ein­ge­bau­ten Wand sind in ei­ner Ni­sche Wer­ke von Ghis­lai­ne Leung, von Pup­pies Pup­pies und von So­nia Lei­mer zu se­hen. Die­se drei Po­si­tio­nen wer­den in Kür­ze in der An­kaufs­kom­mis­si­on dis­ku­tiert. So­mit ist auch die Er­wer­bung des ak­tu­el­len Jah­res be­reits Teil die­ser Aus­stel­lung, wenn­gleich noch nichts of­fi­zi­ell ent­schie­den ist. Und ein wei­te­res Werk sprengt die 25er-Gren­ze: An den Wän­den zwi­schen den aus­ge­stell­ten Bil­dern hän­gen Sil­ber­fo­li­en im Gross­for­mat. Hier bil­det die Aus­stel­lung ei­nen par­ti­zi­pa­ti­ven Ge­dan­ken ab. Die Men­schen im Fürs­ten­tum Liech­ten­stein wa­ren ein­ge­la­den, zu be­rich­ten, wie sich das Land im ver­gan­ge­nen Vier­tel­jahr­hun­dert ver­än­dert hat: Was ist ih­nen auf­ge­fal­len, wie ist es ih­nen da­mit er­gan­gen, was hat­te be­son­de­re Be­deu­tung?

Aus den Ein­sen­dun­gen ha­ben die Liech­ten­stei­ne­rin Elia­ne Schäd­ler und der in Un­garn ge­bür­ti­ge Adam Vogt acht Ge­schich­ten aus­ge­wählt – ge­nau­so vie­le, wie es Edel­me­tal­le gibt – und sie in Zeich­nun­gen auf Sil­ber­fo­lie über­setzt. Sanft glän­zen sie in der Aus­stel­lung, fun­gie­ren als äs­the­ti­sche Bin­de­glie­der zwi­schen den he­te­ro­ge­nen Aus­stel­lungs­stü­cken und schla­gen so­gar ei­ne Brü­cke ins Foy­er: Zum run­den Ge­burts­tag schenkt das Kunst­mu­se­um sich und sei­nen Gäs­ten ei­ne er­neu­er­te Gar­de­ro­be. Die Liech­ten­stei­ner Künst­le­rin Han­nah Roeck­le setzt auch hier auf Sil­ber und ver­bin­det es mit Blau zu ei­nem gross­for­ma­ti­gen Wand­ge­mäl­de. Sil­ber steht dem Mu­se­um gut! 

 

«Sil­ber steht Dir. 25 Jah­re Lie­be zur Kunst»: bis 9. Ju­ni, Kunst­mu­se­um Liech­ten­stein. 

Öf­fent­li­che Füh­run­gen: 20. März, 18 Uhr, und 18. Mai, 19 Uhr. 

FC St.Gal­len vs. FC Lu­ga­no – Wie schlägt sich St.Gal­len ge­gen den Lea­der?

Die Gäs­te aus dem Tes­sin do­mi­nie­ren bis­her die Li­ga. Kann St.Gal­len heu­te da­ge­gen hal­ten? SENF ti­ckert live ab 14 Uhr.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Bücherherbst

Vom Fest­hal­ten und los­las­sen

Von Karsten Redmann,
Alles in allem taschenbuch julia trachsel

Die Er­de ist nicht ge­nug

Das Na­tur­mu­se­um St.Gal­len er­öff­net Mit­te No­vem­ber zum zehn­jäh­ri­gen Be­stehen sei­nes Neu­baus den Aus­stel­lungs­be­reich «Mensch und Uni­ver­sum». Zwi­schen Kli­ma­kri­se und Ster­nen­him­mel geht es um ei­ne ziem­lich gros­se Fra­ge: Wo ste­hen wir ei­gent­lich?

Von Philipp Bürkler,
Naturmuseum Mensch und Universum Niklas Thalmann

Ein ziem­lich ab­ge­fah­re­nes Ding

Seit zehn Jah­ren gibt es die Re­si­den­cy in der Bi­blio­thek An­dre­as Züst im Al­pen­hof, die­sem so schwer zu fas­sen­den Ort in In­ner­rho­den. Der run­de Ge­burts­tag wird nun mit ei­nem viel­fäl­ti­gen Fes­ti­val ge­fei­ert.

Von Hanspeter Spörri,
Alpenhof bibliothek andreas zuest residency

Ein künst­le­ri­sches Ge­ne­ra­tio­nen­tref­fen

Be­vor die Kunst­hal­le St.Gal­len im De­zem­ber we­gen Um­bau­ar­bei­ten vor­aus­sicht­lich bis April 2027 schliesst, dreht sie noch­mals voll auf. In der Aus­stel­lung «House of Ch­an­ge: Pre-Con­s­truc­tion-Warm-Up-Ga­lo­re» prä­sen­tiert sie im lau­fen­den Mo­nat ein dich­tes, bun­tes Pro­gramm an Kunst und Kul­tur.

Von Larisa Baumann,
House of change larisa baumann 1

Zwi­schen Kunst und Kör­per 

In der Aus­stel­lung «Smi­le ma­nia­cal­ly we’re ali­ve» ver­bin­det Ja­la Wa­hid schein­bar ge­trenn­te Wel­ten. Sie schlägt dar­in ei­ne Brü­cke zwi­schen Er­in­ne­rung, Emo­ti­on, Wis­sen­schaft und Po­li­tik. 

Von Sieglinde Wöhrer,
Jala Wahid Smile maniacally were alive Sieglinde Woehrer

Ver­ei­nig­te Kul­tur­sze­ne pro­tes­tiert ge­gen den Spar­ham­mer

Die er­neu­ten Spar­vor­schlä­ge der St.Gal­ler Re­gie­rung stos­sen auf brei­te Ab­leh­nung. Die Kul­tur­sze­ne so­li­da­ri­siert sich ge­gen die Ab­bau­plä­ne. Die Kul­tur­lob­by hat sich in Stel­lung ge­bracht. Obs hilft?

Von Roman Hertler,
2611 Kulturgelder gaffa rappenspalter 2 farbe

Kunstausstellung

Mut­ter­schaft in Öl ge­fasst

Von Vera Zatti,
Cecileund Pina300dpi

Die Meis­te­rin der Bei­läu­fig­keit

Ei­gent­lich woll­te Zsuz­san­na Gah­se kei­ne Bü­cher mehr schrei­ben. Nun hat sie mit An­ge­rich­tet ihr Werk doch noch ein­mal er­wei­tert. Ih­re Spra­che dar­in bleibt neu­gie­rig, hu­mor­voll und spie­le­risch. Und wirkt fast wie ein Kom­men­tar zum ei­ge­nen li­te­ra­ri­schen Schaf­fen.

Von Michael Lünstroth,
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Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel

Ana­ly­se des müt­ter­li­chen Wahn­sinns

Von Veronika Fischer,

Zwi­schen Ruhm und Knast

Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

Von Peter Surber,
01 Jakob Stutz 11 cut

Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

Von Vera Zatti,
Artist Picture Mo Kle 2 Credits Johannes Gruber

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

Bouk­hal­fa und Gört­ler brin­gen die Es­pen in Füh­rung, wel­che das Team dann über die Zeit bringt.

Von SENF Kollektiv,
Senf

«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
Steinmodell 2

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle