, 5. Dezember 2015
7 Kommentare

Ein Volkssport namens HSG-Bashing

Auf die Uni am Berg wird wieder eingeprügelt – etwa, weil sich HSG-ler angeblich die Hände nicht mit kaltem Wasser waschen wollen. Aber wer die HSG als böse Kapitalistenfabrik basht, macht es sich selber zu einfach.

Vom Kulturwandel am Rosenberg wird zumindest geredet.

Wenn man sich als HSG-Student zu erkennen gibt, kann man einen erstaunlich häufigen Reflex beim Gegenüber beobachten: rollende Augen, raunen, sarkastische Sprüche. «Ach, einer von der zukünftigen Elite.» Oder bei näher Bekannten: «Du an der HSG!? Spinnst du jetzt?»

Der Städter im Tal schaut mit Argwohn auf auf die Uni am Berg. HSG-Bashing ist massentauglich, und das weit über St.Gallen hinaus. In einem Aargauer Hallenbad hat mich letztes Jahr ein Schwimmer angeblafft, nachdem wir uns auf der Bahn in die Quere gekommen waren: «Klar ein St.Galler, ihr habt ja die HSG und wisst darum alles besser.» Ein Einzelfall, gepaart mit Kantönligeist? Vielleicht. Aber irgendwie hat das Ganze doch System.

Wir die Büezer, ihr die Kapitalistenschweine

Das zeigen auch die Reaktionen auf eine lose Artikelserie, die die St.Galler Lokalredaktion von «20 Minuten» in den letzten Wochen über die HSG geschrieben hat. Statt wie das «Tagblatt» brav über die HSG-Wertschöpfung für die Region oder Start-Up-Förderung zu schreiben, konzentrierte sich «20 Minuten» auf studentische Themen. Und egal ob es dabei um Mensapreise, den Schwarzmarkt für die Uniball-Tickets oder eine Stripperin am Erstsemester-Tag ging: Die Leserkommentare trieften zuverlässig von Vorurteilen gegen wenn nicht gar Hass auf «die Elite». Dazwischen ein paar versprengte HSG-ler, die Rechtfertigungen oder gleich Sarkasmus vortrugen.

Als dann ein Text darüber erschien, dass sich ein paar HSG-Studierende die Hände nicht mehr waschen wollen, weil in den angejahrten Uni-Gebäuden «nur» kaltes Wasser fliesst, ging es auf «20 Minuten Online» mit rund 1000 Wortmeldungen erst so richtig ab.

Abgesehen davon, dass wir alle froh sein sollten, dass in der Schweiz zuverlässig Trinkwasser aus dem Hahn fliesst, zeigt die Online-Diskussion eines: Die Kommentatoren und die HSG sind sich fremd, es werden Klischees aufgewärmt, die man in der Realität kaum überprüft. Die Grundaussage liest sich verkürzt etwa so: Ihr da oben seid die Kapitalistenschweine, die uns Büezer hier unten buckeln lassen. Und das, obwohl ihr verwöhnten Saugoofen keine Ahnung habt, wie die Wirklichkeit aussieht.

Nach oben buckeln, nach unten treten

Dabei gehen ein paar Dinge vergessen. Etwa, dass heutzutage drei Viertel der Studierenden in der Schweiz neben der Uni arbeiten. Oder dass jene, die in den Online-Kommentarspalten von den bösen Kapitalisten reden, in ihrem Alltag ja auch nicht unbedingt Solidarität zum Leitwert erhoben haben: Auch in der Schweizer Arbeitswelt wird selbst in tiefsten Hierarchiestufen fleissig nach oben gebuckelt und nach unten getreten. Nun ist es natürlich einfacher, solche Zustände einer diffusen «Elite» und Orten wie der HSG anzukreiden – weil man sich dann selber ja nicht bewegen und nichts verändern muss. Dabei sollten gerade jene, die die Praxis loben und Theoretiker verteufeln, wissen: Veränderung beginnt immer mit einem selbst.

Und: Welche anti-solidarische Partei, deren Präsident ironiefrei fordert, die Schweiz dürfe maximal 100 (!) Flüchtlinge pro Jahr aufnehmen, hat nochmal die nationalen Wahlen gewonnen? Im Kanton St.Gallen, aus dem frech kombiniert wohl ein grosser Teil der betreffenden Online-Kommentatoren und Lokalleser stammt, übrigens mit umwerfenden 31,5 Prozent Wähleranteil.

Aber natürlich hat die HSG ihren Anteil am Imageproblem: Die Eigenwahrnehmung als Elite wird den Studenten schon früh in den Kopf gehämmert. Am Academic Programme, einer Art Konferenz zu Beginn des Studiums, traten im September drei HSG-Professoren (darunter Rektor Thomas Bieger) und der Radiopionier, TV-Talker und HSG-Alumnus Roger Schawinski im grossen Auditorium auf. Die Hauptaussage der rhetorisch natürlich starken Referate zum Thema «Scheitern» war in etwa: You can get it if you really want, but you must try, try, try! Und was du dazu unter anderem brauchst, ist ein HSG-Titel, denn das hier ist einer der genialsten Orte der Welt!

Einzig Soziologe Thomas S. Eberle fiel aus dem Rahmen und referierte über Scheitern aus Sicht der soziologischen Forschung. Bei den anderen ging es weniger um thematische Tiefe, sondern darum, die neuen und alten Studierenden emotional aufzuheizen, damit sie sich in die Institution HSG involvieren.

Menschen fürs Business formen

Und natürlich gibt es auf dem HSG-Campus ziemlich viele Studierende, deren erklärtes Ziel es ist, in einem Beratungsunternehmen oder einer Bank wahnsinnig viel Geld zu verdienen – und ein grosses Lehrangebot, das dieses Bedürfnis perfekt bedient.

Aber es gibt auch noch anderes: Studierende und Lehrende, die sich kritische Gedanken zu nachhaltigem Wirtschaften machen. Beispiele dafür sind etwa ökologisch-sozial ausgerichtete studentische Vereine wie der Social Business Club oder Oikos. Studierende und Lehrende also, die mit ihrem Wissen noch etwas anderes anfangen wollen, als die von den Online-Kommentatoren beklagte Pervertierung des Kapitalismus weiter voranzutreiben. Wer glaubt, dass an einer Uni mit gut 8000 Studierenden und knapp 100 Professoren nur geldgeile Lackaffen abhängen, verkennt die Vielseitigkeit, die auch an diesem Ort herrscht.

Machen wir uns aber nichts vor: Diese Vielseitigkeit gedeiht in Nischen. Die HSG ist heute eine Universität, sie ist von ihrer Geschichte her aber eine Business School, die hauptsächlich Menschen für das Business ausbildet – oder besser gesagt: formt. Bahnbrechende oder provokative Thesen, die eine Alternative zur heutigen Form des weltweiten Wirtschaftens entwerfen, muss man von ihr nicht erwarten.

Trotzdem sei allen  Kommentatorinnen und Bashern zur Meinungsbildung ein Besuch auf dem Rosenberg empfohlen – vielleicht im Rahmen der öffentlichen Vorlesungen, in denen es um weit mehr als Profitmaximierung und BWL-Tools geht. Parallel dazu sollen die HSG-ler so oft wie möglich aus ihrer örtlichen und intellektuellen Blase ins Tal hinuntersteigen und mit den Kommentatoren disktutieren – in den Büros und Firmen, in denen sie tätig sind, an der Theke und am Cafétisch, im Fussballclub und wo auch immer. Dort kommt es garantiert besser als in Online-Kommentarspalten.

Saiten.ch-Redaktor Urs-Peter Zwingli studiert seit September im Masterstudiengang «Management, Organisation und Kultur» an der HSG.

7 Kommentare zu Ein Volkssport namens HSG-Bashing

  • Rosa Liebknecht sagt:

    Nun ja, ich muss jetzt doch noch ein paar Gedanken zu diesem Artikel loswerden. Ich will nicht in die gleiche Masche wie all diese Wutbürgerinnen und Wutbürger in den Boulevard-Lesekommentaren fallen, sondern eine Analyse aus diesem Artikel ziehen. In diesem Artikel werden doch zentrale und wichtige Punkte (bewusst) ausgeklammert, die es doch zu benennen gilt:
    Vorurteile sind prinzipiell immer Scheisse. Dagegen gibt es auch keine vernünftigen Argumente und wenn der Autor im tiefen Aargau beim Schwimmen auf die HSG angesprochen wird, dann ist das Scheisse, zeigt aber nicht gleich, dass alle auf der Welt so über St. Galler denken. Eine falsche Schlussfolgerung.
    Dass dort „oben“ die Kapitalistenschweine sind, die uns hier „unten“ tagtäglich kaputt machen, ebenfalls. Aber nicht bewertend oder moralisch, sondern faktisch betrachtet: Die da „oben“ werden dazu ausgebildet, eines Tages in diesem System die Aufgabe auszuführen, um ihr Eigentum in Produktionsmittel zu investieren und die eigentumslosen Leute zur Lohnarbeit zu erpressen. Das ist beschissen, ist aber leider so und lässt sich auch nicht weg diskutieren. (Ob sie nach dem Studium einen Job finden, ist mit dem Abschluss des Studiums noch nicht garantiert. Viele davon werden keinen finden, weiss ich nicht, aber die wenigen, die sich in der beschissenen Konkurrenz durchsetzen, werden dies ausführen).
    Zum Argument, dass ¾ aller Studis in der Schweiz arbeiten: Was soll das denn aussagen? Einerseits sagt dies einfach mal aus, dass die Verhältnisse in dieser Gesellschaft der Art schlecht sind, dass die Leute nicht bloss studieren können, sondern gleichzeitig noch einer scheiss Lohnarbeit nachgehen müssen, damit sie ihre Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt überhaupt erhöhen können. (Die besser-Qualifizierung ist mit einem Studium in einer solchen Marktwirtschaft leider das Ziel). Das wäre eher ein Argument gegen diese Gesellschaft, nicht um ein Vorurteil abzulegen, dass an der HSG viele Bonzen-Kinder studieren. Zudem macht es doch auch einen qualitativen Unterschied, ob neben dem Studium gearbeitet werden MUSS, um überhaupt die eigenen Lebenskosten zu finanzieren oder ob neben dem Studium gearbeitet wird, um den eigenen CV aufzupolieren mit irgendeiner Kack-Anstellung in einer renommierten Bank oder Management-Bude. Die einen machen es, weil die Verhältnisse für sie der Art schlecht sind, die anderen, um später besser an einen Job zu kommen.
    Das zweite Argument, dass unter den Arbeiter*innen keine Solidarität herrscht, ist leider so aber kann ihnen auch nicht zu gross aufgetragen werden. Damit eine Solidarität entstehen kann, muss man sich zuerst einmal über die Verhältnisse bewusst sein und wissen, wer hier von wem ausgebeutet wird. Doch leider ist dies aktuell nicht so und wir leben in einer ganz miesen Konkurrenzgesellschaft, wo alle gegen alle sein müssen, um überhaupt zu bestehen. Da muss ja zwingend der potentielle Konkurrent fertig gemacht werden, um die eigenen Chancen zu steigern und mit Ellenbogen um sich geschlagen werden. Statt den Arbeitern die Schuld in die Schuhe zu schieben – sie würden sich doch besser mal solidarisieren, statt im Internet gegeneinander zu stacheln -, ja damit macht man es sich zu einfach. Da würde es den Arbeitern besser gedient sein, wenn man in die Fabriken geht und ihnen dies aufzeigt und erzählt, statt von oben zu predigen, wie leichtsinnig die Arbeiter doch gegeneinander sind. Auch das Gelabber von bürgerlichen Parteien (und dazu auch die SP), die da von Solidarität schwafelt, ist ziemlich leichtsinnig. Da muss die Kritik schon radikaler und tiefer an diesem System werden und aufgezeigt werden, was die Verhältnisse mit den Menschen in dieser Gesellschaft überhaupt anstellt. Und wenn dieses Bewusstsein geschaffen ist, dann kommt die Solidarität unter den Menschen automatisch auf und sie wehren sich gegen solche Verhältnisse wie sie jetzt herrschen. Und zum Ausdruck „Veränderung beginnt bei einem selbst“: Nun ja, der Neoliberalismus grüsst freundlich um die Ecke, jede*r soll selber machen, was er will. Nein eben nicht: Veränderung beginnt gesellschaftlich und gemeinsam. Da müssen wir zusammen uns diese Welt erklären und die Prinzipien der Gesellschaft, erst dann haben wir auch ein Bewusstsein darüber. Und übrigens: nur mit ein bisschen Bio einkaufen, ändert man am Kapitalismus und deren Produktionsweisen auch überhaupt nichts. Das muss mal gesagt sein. Genau so wenig hilft es, wenn sich irgendwelche angehende neoliberale Unternehmensleute sich Gedanken über die Nachhaltigkeit machen. In der kapitalorientierten Marktwirtschaft gibt es keine Nachhaltige Wirtschaft. Da wird ja an jeder Ecke gespart, wo es nur geht. Dass Gift in die Welt gepumpt wird (VW-Skandal) oder irgendwelche Richtlinien gesetzt werden müssen, wie viel ungesunde Stoffe in Nahrungsmitteln sein dürfen (wie fest dürfen Unternehmen die Menschen vergiften?), zeugt davon, wie diese Wirtschaft funktioniert: alles für das Kapital, der Mensch und die Umwelt sind da nur ein dummer Kostenpunkt. Um „nachhaltig zu wirtschaften“ muss zuerst mal das Verhältnis von Arbeit und Kapital erkennt werden und dieses verändert werden. Dann wird es vernünftig – und da ändert sich auch nichts, wenn heute ein Unternehmen sagt, okay, wir halten uns jetzt auch an die Richtlinien. Es wird weiterhin nur Wirtschaften, um sein Kapital zu erhöhen und nicht für eine Bedürfnisbefriedigung.
    Und wenn es nun gelegentlich ein paar vernünftigere Studis oder Proffs gibt, das Prinzip bleibt das Gleiche: an der HSG werden nun mal „Leaders of tomorrow“ ausgebildet. Die Kritik an dem System ist ja nicht persönlich zu nehmen und gegen einzelne Personen ausgerichtet – dies wäre dann doch eine verkürzte Kritik – sondern eben gegen die ganze Schweinerei. Und hier sei an ein den treffenden Spruch erinnert: Face the Player, fight the game!
    Was in diesem Artikel nun doch sehr verkürzt kommt, ist die Kritik an der HSG als (Mit-)Antriebsmaschine der neoliberalen Ideologie. Sie ist eine Institution, welche für den Neoliberalismus unverzichtbar ist und neue Leute ausbildet, die eben im „tomorrow“ diese „Leader“ sein sollen. Es geht hier nicht um eine Ausbildung von neuen Fabrikarbeitern, die sinnvolle Produkte für die Menschen produzieren, sondern darum, wie kann Kapital investiert werden. Und diese paar Nasen, die anders denken, machen nun eine solche Institution nicht gleich zu einer „guten Sache“. (Das gleiche ist ja auch in einer rechtsradikalen Partei so: ein, zwei moderate Personen, die von der Linie in einer solchen Partei tanzen, machen aus der Partei nicht eine bürgerliche Partei, sondern sie bleibt nun mal in ihrer Ideologie gleich.) Und wären noch mehr solcher Studis in der HSG, die am System eine Kritik ausüben, als bisher angenommen: ja dann kann man sie nur einladen, aktiv auf die Strasse zu gehen, sich neben der Uni zu organisieren und gegen die Uni vorzugehen. Aber wie die HSG mit solchen „Querulanten“, kritischen Studieren umgeht, hat das Rektorat vor einigen Jahren gezeigt: ein Mitglied von der ehemaligen Gruppe „aktiv Unzufrieden“ lässt an dieser Stelle grüssen….
    Es bleibt also festzuhalten, dass die HSG eine wichtige Institution im Voranschreiten des Neoliberalismus war, ist – und wenn dagegen nichts vorgenommen wird – auch bleibt. Online-Bashing hilft dagegen nicht, aber eine solche Institution und solche Studis in einem subversiven, linken Kulturblatt zu verteidigen, ist ebenfalls fehl am Platz. Eine gute Möglichkeit dafür ist, sich aktiv in der Debatte um das HSG-Symopsium und dem öffentlichen Gegenprotest – wie das „Smash little WEF“- einzubringen und mitzuwirken. Es sei an dieser Stelle hier nochmals an das schöne Grundsatzpapier des Smash-little-WEF-Bündnis erinnert, wo noch viel mehr vernünftige Argumente gegen das die HSG zu finden sind. (voila, hier: http://smashlittlewef.blogsport.de/category/grundsatzpapier/ )

  • Jens sagt:

    Wenn der Kommentar länger als der Artikel ist…

  • Lorenz P. sagt:

    Ein moralischer HSG-Studi verteidigt die HSG. Schön.
    Aber hey, immerhin gibt es den Social Business Club, die grosse Hoffnung der ach so vielen kritischen Geister. Der Club präpariert schliesslich für Märkte: „prepares them for successful careers in the context of Emerging Markets.“ denn schliesslich „The largest opportunities in business are located in Emerging Markets.“ Und die ausgebildeten Leaders: „They depend on capable, trustworthy and enlightened leaders with a deep sense of purpose.“

    Aber Saiten kann schliesslich auch nicht immer nur gute Texte schreiben.

  • Bruno Marks sagt:

    Ein gelungener Artikel.

  • Markus Meier sagt:

    Werte Rosa Liebknecht
    Du hast Dich wohl ein wenig in Rage geschrieben. Ich möchte Dir, ein paar Denkanstösse geben. Du schreibst: „Die da „oben“ werden dazu ausgebildet, eines Tages in diesem System die Aufgabe auszuführen, um ihr Eigentum in Produktionsmittel zu investieren und die eigentumslosen Leute zur Lohnarbeit zu erpressen.“ Nun ja, an der Universität St. Gallen wird nicht nur Betriebswirtschaft studiert, sondern auch Internationale Beziehungen, Recht und Volkswirtschaft. Viele Absolventen finden eine Anstellung bei Versicherungen, in der Verwaltung (u.a. auch bei Sozialversicherungen), bei der Justiz, in Anwaltskanzleien, bei der Pharmaindustrie, bei Banken, in einem KMU-Betrieb, in der Diplomatie, bei NGO’s etc. Die Liste ist beliebig verlängerbar. Alle verrichten zunächst einmal ganz normale „Lohnarbeit“. Mir ist kein Fall bekannt, in der ein HSG-Absolvent direkt CEO oder CFO bei einem grossen Unternehmen geworden ist. Im Übrigen wird auch an der Universität Zürich, Bern, Basel, Fribourg und Genf und an vielen Fachhochschulen in der Schweiz Betriebswirtschaft studiert. Deine Aussage „Statt den Arbeitern die Schuld in die Schuhe zu schieben – sie würden sich doch besser mal solidarisieren, statt im Internet gegeneinander zu stacheln -, ja damit macht man es sich zu einfach.“ geht ebenfalls fehl. Absolventen der Universität St.Gallen sind auch Angestellte und müssen für ihren Lohn arbeiten. Mir ist auch kein Fall geläufig, bei dem ein Absolvent „den Arbeitern die Schuld in die Schuhe schiebt“. Ich erlaube mir an dieser Stelle auch die Anmerkung, dass die Schweiz ein Dienstleistungsland ist und dein immer wiederkehrendes Bild von Arbeitern in Fabriken wohl aus einer Art „Klassenkampfromantik“ entspringt. Sicherlich sind die Köpfe der Absolventen der Universität auf die Wirtschaft ausgerichtet, aber dies bedeutet doch noch lange nicht, dass „Ausbeutung“ betrieben wird. Anhängern des „Neoliberalismus“ ist ferner mit der gleichen Toleranz zu begegnen, wie Anhängern von anderen „Gesellschafts- bzw. Systementwürfen“. Zum Schluss noch dies. Du schreibst: „wir leben in einer ganz miesen Konkurrenzgesellschaft, wo alle gegen alle sein müssen, um überhaupt zu bestehen.“ Naja, im heutigen Arbeitsumfeld kann man als Einzelkämpfer fast nicht mehr bestehen. Man ist immer auf andere angewiesen, v.a. auf die Mitarbeitenden. Deshalb wird auch an der Universität St.Gallen – wie auch an allen anderen Universitäten – grosser Wert auf Teamarbeit gelegt.
    Bevor Du also sämtliche Absolventen der Universität St. Gallen über einen Kamm scherst, wäre sicherlich sinnvoll, wenn Du Dir ein eigenes Bild vor Ort machst.
    Gruss, Markus

  • Herr Merkli sagt:

    Immer wenn im Beruf (egal wo) etwas nicht funktioniert, schlecht organisiert ist und der Verursacher durch fehlende Kommunikation, fehlende Kompetenz, Unwissen und vor allem wegen der Arroganz auffällt, war er ganz bestimmt an der HSG.

    Das hat insofern etwas mit Bashing zu tun, dass das Bashing von den HSG-Absolventen ausgeht. Und zwar auf die Untermenschen, welche nicht an dieser Menschenbasherschmiede waren.

    Elite? Ja, das waren die Braunhemden auch damals. In der alten Zeit hat man noch zu diesen Besserwissern hoch geschaut. In der neuen Zeit muss man halt lernen, sie als gleichwertig anzuerkennen, nicht auf sie hinab zu schauen. Aber unbedingt neben ihnen wohnen muss nicht sein. Da gibt es abgelegene Gebiete, in denen sie niemandem auf den Sack gehen mit ihrer arroganten Besserwisserei. In einer Zeit, in der diese neofaschistischen Tendenzen keinen Platz mehr haben.

    Volkssport „geben wir der Sklaverei einen neuen Namen: Human Resources“. Kann man es noch menschenverachtender ausdrücken?

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