D.S., 11. Mai 2015 um 10:26 Uhr Nein, das ist sicher keine kleinkarierte Mäkelei, sondern endlich mal eine ausgewogene Berichterstattung, welche die übrigen Zeitungen in der Region offensichtlich zu leisten nicht in der Lage sind - merci, Saiten! Das Hauptproblem ist doch: Diese Bibliothek hat nur einen dürftigen frei zugänglichen Bestand, das reiche Vadiana-Magazin ist aber (anders als früher bei der Direktbenutzung in der Vadiana) letztlich schlechter nutzbar (Kurier). Als früherer Vadiana-Kunde empfinde ich die neue Situation als Verschlechterung, auch vom ganzen Ambiente her. Der Innenausbau ist (vom hübschen Turmzimmer abgesehen) nämlich auch keine Augenweide. Lediglich die Lage (gleich am HB) vermag zu überzeugen. Die Mischung der verschiedenen Zielgruppen ist sehr schwierig. Nur wenige Städte wagen dies. St.Gallen hätte eine leicht zugängliche, aber v.a. auf ein anspruchsvolles Publikum ausgerichtete "Stadt-, Kantons- und Unibibliothek" à la Zürcher Zentralbibliothek verdient. Nota bene: In Zürich sorgen die Pestalozzi-Bibliotheken (http://www.pbz.ch/) an mehreren Standorten für die wertvolle "Grundversorgung", die anderen Erfordernissen genügen muss und auf akademische Systematik und Vollständigkeit verzichten kann. Der offensichtlichen politischen Strategie mit diesem ausbaufähigen Provisorium am Schluss eine Dauerlösung zu erzwingen. wünsche ich als Bücherfreund insgeheim viel Erfolg, wäre ich allerdings noch Steuerzahler in meinem Heimatkanton, hätte ich die Fokussierung auf eine definitive Lösung als effizienter beurteilt und darum ein Provisorium einstweilen abgelehnt. Derartiges Taktieren birgt zudem auch aus bibliophiler Sicht Risiken. Was, wenn das Provisorium am Schluss Providurium wird? Was viele zudem vergessen: Eine Kantonsbibliothek hat auch eine informationswissenschaftlich-pädagogische Aufgabe, nämlich junge angehende Akademiker in die Einteilungen moderner Kataloge und Bibliographien einzuführen, die trotz, ja gerade wegen Google und seiner undurchsichtigen Herrschaft nicht passé sind. Die Bibliothekare vermitteln mit der Inszenierung von "Buch-Supermärkten" das Bild einer wenig vielschichtigen Wissensgesellschaft, in welcher sich die Qualität einer Bibliothek am Schaum des servierten Latte Macchiato misst, den es dort zu trinken gibt. Vielleicht braucht es am Schluss sogar ein paar kleine Hürden, um die Entdeckung von Wissen zum Erlebnis werden zu lassen?
uvo, 10. Mai 2015 um 07:12 Uhr unglaublich kleinkarierte mäkelei. wenn etwas nicht so ist wie immer, resp. wie man sichs selber vorstellt wirds gleich als mangel beschrieben. lasst euch auf das gebotene ein, lasst den ort sich entwickeln. diese haltung könnte auch eine erklärung sein, für die verklemmte entwicklung der stadt....
Joachim Brombach, 8. Mai 2015 um 22:45 Uhr Was leider auch noch unschön ist dass die Erwachsenen Comic in der Katherinengasse "vergessen" wurden obwohl in der neuen Bibliothek doch soviel Platz ist. Niemand von den Mitarbeitern kann sagen wann diese nachgeholt werden. Schade.
Gieri Battaglia, 8. Mai 2015 um 16:46 Uhr Vielen Dank lieber Ralph Hug für Deine berechtigte Kritik und die konstruktiven Verbesserungsvorschläge!
Ruben Schönenberger, 6. Mai 2015 um 09:34 Uhr Ich unterschreibe fast alles. Nur: Lasst das Turmzimmer, wie es ist. Das ist der einzige Raum, der wirklich zum Lernen geeignet ist, weils im Rest der Bibliothek - verständlich und zurecht - halt etwas lauter ist. Umso öfter das Material dort verwendet wird, desto unangenehmer wirds!