Am Wochenende ging die zweite Ausgabe des Strassenkunst-Festivals «Aufgetischt» über die Bühnen. Das Booking ist auch heuer gelungen, das Management unverändert etwas weniger.
Wer das Buskers-Fest aus Bern kennt, weiss: Da geht die Post ab. Wunderbare Stimmung, überfüllte Altstadt, und an jeder Ecke Musik, Akrobatik und vieles mehr. Dieses Szenario nach hier zu importieren, ist eine löbliche Initiative, jedoch nicht ganz so einfach, wie es aussieht. Leute, die sonst nicht mal den Kopf drehen würden bei Strassenkunst, kommen plötzlich angereist, sobald die Geschichte mit Spektakel angeschrieben steht. Dann weiss man ja, wie man sich verhalten muss. Ein eifriger Griller in der Marktgasse will uns aus diesem Anlass seine exotische Herkunft wissen lassen, Schweizerkreuz auf dem Bauch, am Wagen, auf dem Wagen, da kriegt man richtig Hunger.
Freitags sah es erst nach einem Reinfall aus. Das Wetter arschkalt, die Zuschauer nicht so zahlreich und die Künstler mit entsprechend wenig Hutgeld. Um das Strassenkunst-Spektakel möglichst authentisch wirken zu lassen, steht neben jeder Bühne ein pädagogisches Plakat, das erklärt, man solle die Darbietung mit Hutgeld honorieren, da die Künstler sonst nichts kriegen würden. Aber hallo? Ein wacher Zuschauer findet Worte dafür: «Das ist Ausnützung einer Notlage!», und «Hanebüchen!», schliesslich weiss er, dass Gaukler elendig viel arbeiten für ihre Kunst. Die Artisten unterschreiben einen Vertrag, und das Wetterrisiko tragen sie auf ihren eigenen Schultern. Eine gewisse Schizophrenie ist das schon: 363 Tage im Jahr ist es verboten, für Hutgeld Kunst anzubieten, dafür braucht man eine kostenpflichtige Bewilligung, und davon gibt es täglich nur fünf. Bern löst das eleganter: Man kann spontan auftreten, mit der einzigen Auflage, dass man nach dreissig Minuten den Standort wechseln muss, falls ein Ladenbesitzer reklamieren würde. Schliesslich ist eine Stadt auch Lebensraum und nicht nur Verkaufsfläche (geschweige denn Parkhaus oder Autobahn). Mit der Berner Lösung ist allen geholfen …
Ein St.Galler Strassenmusiker hat beide Jahre versucht, mit seiner Band am «Aufgetischt» zu spielen, wurde aber abgelehnt. So authentisch will mans dann doch wieder nicht. Das hiesige Strassenkunst-Festival ist eine militärisch durchorganisierte Kopfgeburt von Kulturmanagern, die versuchen, mit den chaotischen Elementen der Gesellschaft Geld zu verdienen – bezahlen tun sie aber ziemlich freisinnig …
Schöner war das Wetter am Samstag, man wünscht sich für die hervorragenden Acts, dass sie angemessen wertgeschätzt wurden. Eine dritte Auflage des Festivals wäre zu begrüssen, eine bescheidene Gage oder nur schon eine Garantie wäre aber das Minimum an Respekt diesen Gästen gegenüber, welche die Altstadt für zwei Tage in einen erfreulicheren Ort verwandeln. Und wenn dazwischen ein Punk mit Mundharmonika ein paar Biere zu verdienen versucht, stören würds jedenfalls nicht.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.