«Es heimatet – wir heimaten»: Das Motto der letzten Kultur- landsgemeinde prägt auch das diesjährige kleinere «Echo» derselben in Hundwil am 5. Mai. Im Zentrum steht nebst der Frage nach der Heimat das Dorf Hundwil selber, mit Rundgängen unter ortskundiger Führung, von Revieren der Kindheit bis zu Brennpunkten der aktuellen Dorfentwicklung.
Kulturlandsgemeinde Echo: 5. Mai, Mehrzweckanlage Mitledi und weitere Orte in und um Hundwil
kulturlandsgemeinde.ch
Künstlerin und Comiczeichnerin Julia Kubik, bekannt aus Saiten und SRF, arbeitet sich schon länger als selbsternannte Provinzforscherin durch die Puffschubladen der Peripherie. Ihre Reportagen von der letztjährigen Landsgemeinde in der «Heimatpost» HEIP gingen weg wie die letzten Plätze im Nachtpostauto. Mit Hundwil hat sie bisher nur lose Bekanntschaft gemacht, das will sie jetzt ändern. Dieses Jahr plant Kubik eine HEIP-Sonderausgabe über das Hinterländer 1000-Seelen-Dorf und präsentiert ihre Recherchen gleich live in der Mitledi.
Ebenfalls live performen, und das sogar mehrmals, wird Reena Krishnaraja, Gewinnerin des SRF Comedy Awards 2022. Sie sagt: «Das Aufwachsen mit zwei verschiedenen Kulturen kann zugleich Fluch und Segen sein. Da ist der ständige Vergleich: Vieles ist verschieden, aber noch mehr ist sehr ähnlich – Traditionen beispielsweise. Die Frage der Zugehörigkeit beschäftigt mich bis heute. In der Schweiz bin ich die Exotin, genau wie ich in Sri Lanka der Bünzli bin.» In Hundwil hat die in Grub AR aufgewachsene Comédienne zumindest gegenüber der im Rheintal aufgewachsenen Kubik einen Heimvorteil.
Überbieten können das wohl nur die beiden Hundwilerinnen Margot Blaser und Verena Lauchenauer. Sie führen das Publikum auf einem Spaziergang zur Weissküfer-Werkstatt von Robert Lauchenauer und von dort weiter ins Rachentobel, wo sich eine der zwei noch bestehenden gedeckten Brücken der Baumeister Grubenmann befindet. Im Volksmund wird sie die «Sprechende Brücke» genannt. Um Architektur, allerdings um zeitgenössische, geht es auch am Workshop von Thomas Künzle und Valentin Surber. Sie testen die auf Bierdeckeln gesammelten Ideen zur Zukunft der Appenzeller Streusiedlungen, entstanden im Rahmen der Kulturlandsgemeinde 2023, auf ihre Tauglichkeit und ziehen Bilanz.
Es echot noch vielfach mehr am 5. Mai in Hundwil. Auf dem Programm stehen weitere Spaziergänge, weitere Gesprächsplattformen, eine virtuelle Residenz, Rollen, Jauchzen und andere Klänge, unter anderem mit Steff Signer, Carlos Hidalgo, Vera Marke und Sarah Elena Müller. Wie sagen wir bei Saiten immer so schön: Zuhause ist da, wo man hindurchgeht. Für ein bisschen Heimat reicht Hundwil allemal.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.