, 16. Juli 2020
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St.Gallen gewinnt mit 4:1 gegen Luzern

Der FCSG schlägt mit Luzern die bisher beste Mannschaft 2020 klar. Und übernimmt wieder die Tabellenführung. Itten trifft doppelt, Quintillà und Ribeiro je einmal. Der SENF-Ticker zum Nachlesen.

FCSG – FC Luzern 4:1

22 Uhr 21 – Spielende. Was soll man da noch gross sagen? Wir sind wieder auf dem ersten Tabellenplatz und auf der Medientribüne macht das Wort „Galavorstellung“ die Runde. Das passt doch 1a als Abschlusswort.

Minute 89 – R.S. geht kurz vor Spielschluss aufs WC. Erste Anzeichen einer gewissen Erfolgsverwöhntheit machen sich bemerkbar.

Minute 88 – Hefti legt sich den Ball zu weit vor und trifft Ball und Gegenspieler. Mit offener Sohle. Gelb. Zeidler tobt. Überhaupt, Zeidler. Der turmt da an der Seitenlinie herum. Noch immer. C.C. bietet Desinfektionsmittel an.

Minute 86 – Pfostenschuss des FCSG und kurz darauf gleich die nächste Chance. Das 5:1 liegt in der Luft.

Minute 85 – Quintillà darf einen Freistoss 20 Meter vor dem Tor treten. Er scheitert an der Mauer und regt sich auf, als hätte er einen Elfmeter verschossen. Eine Szene, die viel über den FC St.Gallen in dieser Saison erzählt.

Minute 83 – Hinter uns kommt es zur Verbrüderung zwischen Toxic-FM und irgendeinem FCL-Radio. Wir verstehen die Welt nicht mehr, aber das verwundert angesichts der aktuellen Tabelle wohl niemand.

Minute 81 – Inzwischen sind auch Rüfli, Campos, Staubli und Bakayoko im Spiel. Der FCL lässt die Aussichtslosigkeit über sich ergehen. C.C. korrigiert die Kommafehler.

Minute 79 – Die Fans fordern das Stadion zum «gumpen» auf. Wir bleiben sitzen und nehmen unseren journalistischen Auftrag ernst. Oder sind schlichtweg zu benebelt, um es zu tun. E-Zigarette sei dank.

Minute 72 – C.C. liegt in seinem Sitz, zieht an der E-Zigarette und sagt, mit sich und der Welt im Reinen: „Etz schrieb au mol wieder öpis, irgendwas.“ Wie soll man jemandem widersprechen, der derart ausgeglichen ist? Der so offensichtlich glücklich und benebelt ist? Ich schreibe also. Und St.Gallen wechselt. C.C. sagt: „I check gar nüt meh.“ Toxic behauptet derweil mit dem unangebrachten Ernst eines seriösen Mediums, dass der FCSG jetzt sicher Dritter sei. Ich denke mir: „I check gar nüt meh.“

Minute 69 – Fazit nach der WC-Pause: Kein Tor verpasst, der FCSG führt noch immer komfortabel und der FCL ist immer noch scheisse. Also alles beim Alten.

Minute 65 – Der FCSG wechselt nun auch gleich doppelt. Rüfli für Guillemenot und Fazliji für Zitat R.S.: «isch doch egal». Er interessiert sich aktuell mehr für unsere fachmännischen Instastories.

Minute 60 – Der eingewechselte Marleku verkürzt. Sagen zumindest die Kollegen von Toxic. Ein Innerschweizer Radio verkündet mitten in die Stille des Gegentreffers: „Zwei freued sech öber das Goal.“ Der Geduldsfaden von C.C. ist damit schon gerissen. Er ruft: „Rueh!“

Minute 59 – R.S. tritt als graue Eminenz in Erscheinung, bemängelt die Titelsetzung. Weilt im Tessin und muss R.S. und C.C., betrunken und dilettierend, die Richtung weisen.

Minute 57 – Der FC Luzern ist nun stark unter Druck und wechselt deshalb bereits zum dritten Mal.

Minute 49 –  4:0! Sehenswertes Elfmeter-Tor. Abbruch der Aktion «Meh Bier als Goal», sonst versende ich hier nur noch Sprachnachrichten. Genau in diesem Moment fragt mich R.S., ob ich noch eines mag. Ich verneine und er gibt mir recht: «suscht chömmer nochher nüme laufe». Er holt ein Gratis-Sandwich. Danke (für nichts) FCSG.

Minute 47 – Der FCL wechselt in der Pause gleich zweimal. Siedler und Eleke kommen rein. Der FCL scheint doch ein wenig zu zweifeln.

Minute 46 – Das Spiel läuft wieder. Auf dem Trainingsanzug der Luzerner steht übrigens: „Wir zweifeln nie.“ Auch deshalb kann ich mit diesem Verein nichts anfangen.

21 Uhr 30 – Heute hat es verdächtig viele Leserinnen. Ob es am neuen Ticker-Team liegt?

21 Uhr 28 – Leserin M.S. findet den Ticker „amüsant“. Offenbar ist sie betrunken.

21 Uhr 20 – Unsere Pausenmusik: AK29 aka SOG – FCSG2k19. Wir warten sehnsüchtig auf die Meister EP, welche gerüchteweise in wenigen Tagen erscheinen soll.

Minute 45 – Leserin A.V. mit dem passenden Pausenfazit: «Luzern wird gad niedergmäht».

Minute 44 – Görtler macht an der Grundlinie zwei Luzerner nass und sieht Itten im Fünfmeterraum. Der zieht mit der Hacke ab. Ich bleibe dabei: Das ist nicht mehr mein FCSG. Aber ein ziemlich Schöner. Müller wirft sich dazwischen und verhindert damit die komplette Ekstase und das nächste Bier. Es wäre zu viel des Guten gewesen. In jeder Hinsicht.

Minute 41 – Hefti musste derweil kurzzeitig gepflegt werden. Von einem Fachmann. Heute scheinen verdächtig viele Profis im Stadion zu sein.

Minute 38 – C.C. sagt stolz: „Sangalle spielt nur über rechts.“ Er wiederholt diese, naja, fachmännische Feststellung, worauf die Kollegen von Toxic sich zu einem halbherzigen „Ja“ zwingen. Meine Augen bewegen sich abwechselnd vom Bier zum Bildschirm. So stelle ich mir den Journalismus vor. Alles andere wird auf Verdacht wahrgenommen.

Minute 36 – Ich habe fast schneller Bier geholt als R.S. etwas über seine Freude über das aktuelle Resultat geschrieben hat. Der FCSG sorgt indes beinahe für noch mehr Freude (Bier?) mit weiteren vielversprechenden Chancen.

Minute 31 – Vor dem Spiel schrieb ich einem Luzerner „Freund“, ich hätte ein schlechtes Gefühl. Offenbar habe ich den angeborenen St.Galler Zweckpessimismus noch nicht ablegen können. Ich ging ehrlich davon aus, dass Grünweiss heute einbricht. Ich gehe eigentlich seit Monaten davon aus. Insgeheim hoffe ich es vielleicht auch. Über was sollte ich mich denn sonst ärgern? Nun führt St.Gallen 3:0 gegen die bisher beste Rückrundenmannschaft. Und ich freue mich.

Minute 28 – 3:0 durch Itten – ich muss Bier holen.

Minute 27 – 2:0 durch Itten! Die Aktion «Meh Bier als Goal» kann starten.

Minute 25 – Wir bringen deshalb gleich mal wieder etwas zum sportlichen Geschehen: Der FCSG hat innert kürzester Zeit gleich mehrere Chancen. Noch immer läuft vieles über die rechte Seite. Mittlerweile ist jedoch auch der FCL im Vorwärtsgang angekommen.

Minute 21 – C.C. sagt mehr zu sich selbst als zu mir: „Etz no was Sportlichs, denn chunnt da guet.“ Hat etwas Selbstgefälliges. Aber so sind sie wohl, die Grössenwahnsinnigen. Ich lobe ihn und rufe sogleich den Konkurrenzkampf aus. „De R.S. und de R.S. chönnt de Tickerplatz verlüre, wennd so witermachsch.“

Minute 19 – Fehleinwurf vom FCL und kurz darauf Abseits vom FCSG.

Minute 15 – Auch der FCL kommt langsam ins Spiel. Betonung auf «langsam». R.S. droht derweil mit irgendwelchen Statistiken. Jetzt habe ich Angst.

Minute 14 – R.S. hat ein wenig Angst. Angst und Geld haben wir aber bekanntlich ja nicht. Dafür  Bier und ein bisher ansprechendes Spiel gesehen.

Minute 13 – C.C. ist zurück. Grinsend. Alles ist gut. Bis er sagt: „Alte, i übernimm etz kei Verantwortig meh für mis Handle.“

Minute 10 – Das ist es, das Bier, und damit auch das Tor. Und was für eines. Doppelpass, zweimal. Wer passte, haben wir nicht gesehen. Dazu sind wir zu benebelt, zu betrunken. Zu liebestrunken. Denn es ging schnell. Zu schnell für uns und die Luzerner. Was wir wissen: Ribeiro ist der Torschütze. Er steht am Ende dieses doppelten Doppelpasses und erwischt Müller zwischen den Beinen. Wunderbar gespielt. Und C.C. verabschiedet sich. „I hol etz Bier.“

Minute 6 – Der FCSG kommt in den ersten Minuten bereits mehrmals über rechts gefährlich in den Strafraum der Luzerner. Vielleicht gibts also bald ein Bier.

Minute 5 – C.C. ist produktiv. Und er trinkt erst Bier, wenn St.Gallen ein Tor geschossen hat. Das alles ist befremdlich. Bier als Krönung. Um zu feiern. Ich trinke ja hauptsächlich, weil es nichts zu feiern gibt.

Minute 4 – Ein wenig «Stimmung» kommt auf im Stadion.

Minute 3 – Der FCSG erspielt sich die ersten Chancen.

20 Uhr 30 – Anpfiff. Die «Welt» ist für uns die nächsten 90 Minuten das Spiel FCSG-FCL.

20 Uhr 24 – War vorher noch in der Shopping Arena. Rempelte auf der Rolltreppe ein kleines Mädchen an, weil sie im Weg stand. Nickte nachher den Smalltalk der Coop-Kassierin (Schisswetter, nöd?) lustlos ab. Tat dann, als sähe ich meinen Nachbar nicht, der verzweifelt grüsste. Und nun reagiere ich mich in diesem Ticker an der Welt ab.

20 Uhr 22 – Die Mannschaftsaufstellung birgt keine Überraschungen. Dafür umso mehr, dass sich R.S. als Paparazzi entpuppt. Mehr dazu morgen in der Geisterwoche.

20 Uhr 17 – Funfact: Der vierte Offizielle heisst «Johannes von Mandach». Passt. Beim heutigen Wetter braucht man (ein) Dach. Ba-dum-tss.

20 Uhr 16 – C.C. fragt scheu: „Schriebsch du amel ide dritte Person vo dir?“ Bevor ich antworten kann, schiebt er nachdenklich nach: „Oder isch da irgendwie unahbrocht?“ Nun ja. Ich sage: «Nei, aber i bi au nöd grössewahnsinnig.» Freilich ist das eine Lüge. Im Stillen fühle ich mich ja allem und jedem überlegen. Ich schmunzle und weise C.C. auf einen Kommafehler hin. Er unterbricht das folgende, durchaus etwas unbehagliche Schweigen mit den Worten: «Eigentli hani kei Ahnig vo Fuessball.» Damit qualifiziert er sich bereits für diesen Ticker.

20 Uhr 10 – OK. Citro tuts auch.

20 Uhr 09 – Während R.S. Bier und Sinalco holt (jawohl, ihr habt richtig gelesen), macht sich beim mir als Tickerneuling langsam aber sicher ein wenig Nervosität breit. Das Spielfeld soll heute nämlich zur Abwechslung halbwegs ernsthaft beackert werden. Schliesslich soll der SENF Sprungbrett für junge journalistische Talente sein und nicht das Abstellgleis.

20 Uhr 01 – R.S. und R.S. sind heute nicht dabei. Es bleibt meine Wenigkeit, R.S., der heute von C.C. unterstützt wird. Diesen traf ich vor wenigen Minuten an. Mit bewusstseinserweiternden Substanzen. Ich drohe: „I ha imfall no Ambitione i dem Bruefsfeld, gäl.“ Und er antwortet: „I nöd. Für mi ischs kei Bruefsfeld, sondern e Spielfeld.“ Jesses. Ich hole Bier.

Das Spiel beginnt um 20.30 Uhr.
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