, 29. September 2018
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Barnetta vs. GCZ 2:1 – Der FCSG gewinnt!

Ein Doppelpack von Barnetta und 30 Minuten anständiger Fussball reicht dem FC St.Gallen, um ein schwaches GC zu besiegen. Die Espen gewinnen mit 2:1 und finden zum Siegen zurück.

Die St.Galler Heimkurve «Espenblock» besingt ihre Liebe zum FCSG. (Bild: zvg)

(Bild: zvg)

FCSG – GC 2:1

21 Uhr 03 – Hiermit verabschieden wir uns. Vielen Dank fürs mitlesen und mitfiebern und bis zum nächsten Mal. Und: Gute Besserung Cedric Itten!

21 Uhr 02 – Das heute war … interessant. Der FCSG hat eine Stunde lang nicht stattgefunden, gespielt hat eigentlich niemand, manchmal GC. Aber das GC von heute ist nicht mehr das GC von früher. Rekordmeister? Kein Bisschen Respekt mehr. GC war definitv zu bescheiden heute, um die schwache Phase des FCSG auszunützen. Profiteur des Abends: Tranquillo Barnetta. Zur Pause gekommen gewinnt der Ur-St.Galler das Spiel mit einem Doppelpack gleich selbst. Sein Ausgleich war der Weckruf für die anderen neun St.Galler Feldspieler, um endlich auch mitzuspielen. 30 Minuten Fussball reichten heute gegen GC. Thorsten Fink steht ein ungemütlicher Herbst bevor.

20 Uhr 54 – Die Hoppers verlassen das Stadion, während KC & The Sunshine Band  mit „That’s The Way (I Like It)“ ertönt. Gefällt uns auch.

20 Uhr 50 – Sieg, der Schiedsrichter pfeift ab.

Minute 90+ – R.S. hat ausgestempelt. Er hat aber nicht Feierabend, er muss zu seinem Zweitjob. SENF-Magazine verkaufen. Ehrenamtliche Arbeit – R.S. gehört zu den guten Menschen. Danke R.S.!

Minute 90+ – Vier Minuten Nachspielzeit, vier Minuten verteidigen, kontern, hoffen, bangen, zittern.

Minute 88 – Ehrlich: St.Gallen ist so viel schöner als Zürich. Wir haben ein Fussballstadion. Bei uns tragen wir keine Anzüge, sondern höchstens Jeans und Tschopä. Wir haben die unausgesprochene Hoffnung, irgendwann cool zu sein, Zürich die unausgesprochene Angst, irgendwann uncool zu sein. Hoffnung siegt.

Minute 86 – Buess wird gepflegt, steht aber wieder auf. Neben uns schaut jemand das Spiel im TV, dort liegt Buess noch. Was stimmt nun? Wir sind verwirrt.

Minute 84 – Ashimeru hat Feierabend, Tafer kommt, der Stadionsprecher vergisst sein Mikrofon auszustellen. Alles gut hier.

Minute 82 – Nun spielen nur noch die Espen. Thorsten Fink steht seinem Trainerkollegen aus der Ostschweiz modisch zwar in nichts nach – Stoffhosen, Hemd, darüber ein Modischer Pullover in dunklem Blau – Mode gewinnt aber keine Punkte.

Minute 79 – Ein Augenblick, bei dem jeder noch in 20 Jahren weiss, wo er damals war. Ich sass, auf der Haupttribüne, Freunde standen im Espenblock, andere sahen es im Fernsehen. R.S. sass auf der Toilette. Der Augenblick: Barnetta wird an der Strafraumgrenze angespielt und zieht direkt ab. Die Kugel liebkost den Pfosten und rollt dann ins Netz. 2:1 für den FC St.Gallen, das Stadion tobt. Und R.S. kommt zurück, stellt seelenruhig fest: „Das war ein sogenannter Glüchsbisi.“

Minute 77 – Neun von zehn Einträgen heute von R.S. Sollte sich ein Engagement in der Politik überlegen mit diesem Geltungsdrang. Oder etwas jugendlicher: Influencer.

Minute 75 – Noch kein 2:1. Schade. Lindner hats aber versucht. Eckball – PFOSTEN!!!

Minute 72 – Der nächte Aussenverteidiger muss verletzungsbedingt raus. Tschernegg ersetzt Bakayoko – vegane Aktienmärkte reagieren positiv.

Minute 70 – R.S. kaut noch immer am ersten Bier, das er um 18:55 erhalten hat. Es will heute einfach nicht. Die normalerweise köstlich güldene Flüssigkeit, erscheint heute zähflüssig und ungeniessbar. Ich mach mir ernsthaft Sorgen um meinen Kollegen neben mir.

Minute 67 – Jeder Ballgewinn wird bejubelt, anschliessende Angriffe werden getragen von diesem ungeduldigen Geräuschpegel. „Jetzt aber!“ rufen sie, selbst auf der Haupttribüne. Unverhofft ist es ein Abend, an dem vieles möglich scheint.

Minute 66 – St.Gallen hat in den 5 Minuten seit dem Ausgleicht mehr gemacht, als in den 60 zuvor.

Minute 63 – Es scheint, als wäre der FCSG nur aus dem Dornröschenschlaf erwacht – wachgeküsst von Barnetta. Plötzlich laufen sie, plötzlich kommen die Pässe an, plötzlich wird gekämpft. Plötzlich ist alles wunderschön und das nächste Bier leer.

Minute 60 – Baaaarnettaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa Flugkopfball!!!! Unvermittelt ist er da, dieser Hauch Magie, dieser Moment, der bleibt. Wofür man eben ins Stadion geht. Der FCSG kontert über rechts, Barnetta geht bei der Flanke im Strafraum vergessen und drückt das Spielgerät mit der Stirn ins Tor.


Minute 55 – Grün-Weiss mangelt es nach wie vor an Ideenreichtum und Tempo. Ein Muster, das sich durch beinahe sämtliche Heimspiele zieht. Womöglich ist der zeidlersche Fussball nicht gerade prädestiniert für Heimspiele. Tritt man vor eigenem Anhang an, so ein ungeschriebenes Gesetz dieser Sportart, ist man meist gezwungen, das Spiel zu machen, hat mehr Ballbesitz. Der reagierende Pressing-Fussball, den Zeidler proklamiert, findet bisher noch keine Antworten auf derlei Konstellationen.

Minute 54 – Buess wird im Strafraum gelegt. Der Ring(schieds)richter aus Frankreich bleibt stumm.

Minute 53 – Während St.Gallen auf die erste Chance wartet, Schiesst GC beinahe das 0:2. Querpass zur Mitte, alle verpassen (knapp).

Minute 51 – Der Eintrag aus Minute 48 ist verschwunden. Wieso? Wir wissen es nicht. Zur Info: Barnetta kam für Mosevich und schoss einem Zürcher mit der ersten Ballberührung den Ball in den Magen. Well done Quillo.

Minute 50 – R.S. hört nochmals seinen Computer ab – „mol er häts guet“, alles klar.

Minute 46 – Der zweite Durchgang läuft. St. Gallen nun von rechts nach links. Kippt das Burka-Verbot doch noch?

19 Uhr 56 – „Jetzt chunnt mini Halbzit!“ – R.S. ungewohnt optimistisch. Eventuell hat ihm der Handshake mit dem Blick-Journalisten vor Ort auf erstauliche Art und Weise gut getan.

19 Uhr 50 – Während Tranquillo Barnetta auf den Videowänden vom guten Poulet schwärmt, warten wir auf die Kiss-Cam. Es scheint aber, als ob R.S. vor dieser davon läuft. „So, i gang mol schnäll go schnüzä“ und weg war er.

19 Uhr 46 – PAUSE

Minute 45 – „Masslos harmlos“ stellt R.S. konsterniert fest. Was nach überzeugender PR für Kampfhundmischlinge tönt, ist leider die traurige Wahrheit über die bisherige Leistung unseres FCSG.

Minute 43 – Wir haben uns geeinigt, GC hat bisher eine gute Saison gezeigt und liegt punktemässig klar über den Erwartungen. Das Resultat bisher somit keine Überraschung.

Minute 40 – R.S. wir vom Sitznachbar etwas gefragt. Was ist unbekannt, wohl aber etwas sportliches. Unser Sitznachbar wird sich zukünftig aber hüten, Fragen sportlich zu stellen. R.S. hat ihn mit „frog mit nöd so öppis, für da bini nöd do!“ schliesslich umgehend in die Schranken gewiesen. Well done R.S.!

Minute 38 – Seit 15 Tagen, sieben Stunden und 21 Minuten fällt es mir grundsätzlich schwer, zu lächeln. Seither weilt Staubsauger „Freddy“ nicht mehr unter den Lebenden. Freddy wurde gut zehn Jahre alt. Ruhe in Frieden.

Minute 36 – Mosevich ist der Typ Spieler, der auf den Mann geht, nicht auf den Ball. Mosevich ist der Typ Spieler, der mir sympathisch ist. Mit deplatzierter Härte agierend. Ist das fussballerische Pendant zu mir. Schüttle verständnislos den Kopf, wenn mir Menschen ein Lächeln schenken.

Minute 35 – Es ist ein Vergnügen, Vincent Sierro zuzusehen. Sein Spiel hat genialische Züge. Und doch haftet ihm nicht die Leichtigkeit des Genies an. Vielmehr wohnt seinen Bewegungen eine eigenartige Ernsthaftigkeit inne. Als sei er diesem Sport etwas schuldig. Eine bittersüsse Ergebenheit. Jeder Antritt, jede Ballannahme, jedes Zuspiel ein lange im Voraus geplanter Pinselstrich des Gemäldes Fussball.

Minute 33 – Das Spiel geht bisher an Kutesa vorbei. Er steht zwar auf dem Platz, scheint aber noch nicht angekommen zu sein.

Minute 31 – R.S. versucht schon seit Minute 10 einen Beitrag fertig zu stellen. Noch zögert er aber. Immer wider wird korrigiert, gehadert, gelöscht, geseufzt, neu begonnen. Wir warten. Wir trinken…

Minute 27 – St.Gallen mit einer doch eher bescheidenen Leistung bisher. Viele unnötige Ballverluste, wenig zwingende Aktionen. Das Resultat sagt alles.  Gegen GC reicht normalerweise der dritte Anzug.

Minute 26 – Djuricin zum gefühlt hundertsten mal im Abseits. Drüü Meter. Mindestens.

Minute 22 – Die Gäste führen. Nach einem GC-Eckball liegt der Ball im Tor von Stojanovic. Fragend, womöglich gar ein wenig bemitleidenswert sehe ich R.S. an und hoffe, er kann mir den Torschützen nennen. Väterlich nimmt er sich mir an und sagt: „Isch doch egal, schrieb eifach, dass e Goal geh het, da langed.“

Minute 19 – R.S. verhält sich ungewohnt passiv. Sein Bier noch fast voll, sein Blick geht ins Leere. Es scheint so, als wäre er in Gedanken an einem anderen Ort. Irgendwo wo es schön ist, irgendwo, wo er einfach R.S. sein kann und sich nicht verpflichtet fühlen muss, seine intimsten Gedanken mit Leserinnen und Lesern zu teilen. Bei Ramona zum Beispiel.

Minute 16 – R.S. hält immer wieder sein Ohr an seinen Computer. Was erhofft er sich davon? Herztöne? Liebesbekundungen? Hoffentlich keine negativen Emotionen? Es wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

Minute 13 – Der Österreicher Marco Djuricin trifft zum zweiten Mal für die Hoppers – zum zweiten Mal startete er dabei aber aus regelwidriger Position. Ist der Abseitsregel wohl nicht mächtig. Learning by doing eben. Das österreichische Mantra seit dem Amtsantritt von Kanzler Kurz.

Minute 12 – Mein Computer hat sich mitterweile wieder etwas beruhigt, nachdem er sich einiger Viren entledigt hat. Freundin in den Ferien, Dokumentarfilme geschaut. Wer kennt’s nicht?

Minute 10 – R.S. trinkt nun Bier. Es kann sich nur noch um wenige Minuten handelt, bis sein Körper merkt, was Sache ist. Bald werden die Ideen nur so aus ihm heraussprudeln.

Minute 8 – Der Computer von R.S. läuft nun, sein Kopf weissweinbedingt aber noch nicht. Kein Eintrag von ihm.

Minute 4 – R.S. hat heute übrigens frei. Regelmässige Leser haben das aber bestimmt schon am hohen Niveau der bisherigen Einträge bemerkt.

Minute 3 – Im Gegensatz zu R.S. Computer. Der streikt.

Minute 1 – Das Spiel läuft.

18 Uhr 54 – R.S. pflichtbewusst: „Schriebsch mol was.“ Ich antworte mit dem Selbstvertrauen von einer Flasche Weisswein um 15 Uhr: „Nein.“ R.S. ändert daraufhin seine Prioritäten: „I hol Bier. Willsch au eis?“
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