, 25. August 2019
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FCSG vs. Lugano 3:2 – Wichtige drei Punkte

St.Gallen war die bessere Mannschaft, machte es aber doch noch unnötig spannend. Zum Schluss reicht es für einen 3:2-Sieg gegen Lugano. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.

FCSG – Lugano 3:2

18 Uhr 01 – Das nächste Pflichtspiel der Espen findet erst in einem knappen Monat statt. Am 21. September empfängt die Mannschaft von Peter Zeidler den Aufsteiger aus Genf. Natürlich berichten wir live und angetrunken von dieser Partie. Bis dann!

Abpfiff – Durchatmen! Grün-Weiss bringt das 3:2 über die Ziellinie und fährt den zweiten Saisonsieg ein. Der FCSG siegt nicht unverdient, die Statistiker zählen 19 Torschüsse der Ostschweizer, Lugano schoss derweil nur zwölfmal auf den Kasten von Dejan Stojanovic. Ein Wendepunkt war sicherlich der Platzverweis Custodios. Die rote Karte passte ins aber Bild, die Gäste agierten oftmals mit übertriebener Aggressivität.

Minute 90 – Natürlich machts der FC St.Gallen nochmal spannend. Lugano gelingt der Anschlusstreffer.

Minute 90 – Sieben Minuten Nachschlag. Gegenwärtig sind wir aber unbesorgt. Es gibt Augenblicke, da hat der St.Galler Auftritt etwas Rauschhaftes. Freilich, man hat einen Mann mehr auf dem Platz. Aber diese Mannschaft kann mitreissen, wenn sie in Fahrt kommt. Zweifelsohne.

Minute 89 – „Än unsäglichi Holzhackertruppe, da Lugano.“

Minute 86 – Wenn eine Mannschaft einen Zweitorevorsprung mit einem Spieler mehr noch verspielen kann, dann ist es der FCSG. Herzliemoji.

Minute 84 – Das Aufbäumen von Lugano scheint schon wieder abzuflauen. Noch sechs Minuten muss St.Gallen überstehen.

Minute 78 – Wiktionary meint: „vergiesst“ ist eine andere Schreibung von vergießt, die nur in der Schweiz und in Liechtenstein zulässig ist. In den anderen deutschsprachigen Ländern ist sie nach den aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln vom 1. August 2006 nicht korrekt. Unruhiger Schlaf abgewendet.

Minute 77 – Lugano gibt nicht auf. Kurz nach dem Treffer von Itten muss Stojanovic parieren. Wenig später trifft ein Tessiner, jedoch aus dem Abseits, was selbst der VAR bestätigt.

Minute 73 – Ein Tor, das eigentlich auf den Pausenplatz eines Primarschulhauses gehört. Lugano baut hinten derart dilettantisch auf, dass selbst das euphoriegetränkte, ungeordnete St.Galler Pressing greift. Ruiz erobert sich also das Spielgerät an der linken Strafraumgrenze. Mehrere Versuche, den Ball vor das gegnerische Tor zu befördern, scheitern aber. Im gefühlt siebenundzwanzigsten Anlauf taucht dann die Kugel tatsächlich im Fünfmeterraum der Tessiner auf. Mutmasslich Letard hält den Fuss hin und vollbringt das Kunststück, den Ball nicht im verwaisten Tor unterzubringen, sondern die Torumrandung zu treffen. Dem Nachschuss nimmt sich Cedric Itten an, der endlich das 3:1 erzielt. Eine Zangengeburt.

Minute 72 – Ruiz ist in Spiellaune. Nach der Vorbereitung des 2:1 legt er jetzt mit der Hacke ab und wieder wirds gefährlich. Gimenö (glaubs) kann nicht reüssieren.

Minute 71 – St.Gallen trifft heute übrigens zum ersten Mal nicht nach einem ruhenden Ball, sondern aus dem Spiel.

Minute 67 – Derweil verpasse ich, was passiert, und wundere mich, warum nicht getschuttet wird. Der FM1-Tickerer kann dieses Mal aufklären: Der Linienrichter hat sich verletzt und muss ausgewechselt werden. Wie er das wohl geschafft hat?

Minute 65 – St.Gallen geht in Führung! Ich träume noch. Von Jessica, vom nächsten Bier. Aber ich höre den Klang des Espenblocks, der kreischt und schreit und Bier vergiesst. Ruiz bedient mit der Sohle seelenruhig Babic, der den Abschluss gekonnt verzögert und schliesslich einschiebt zum 2:1. R.S. erzählt mir das, ich höre nur zu. Ich höre den Espenblock explodieren, ich höre seine Worte. Eine Stimme fernab von Monotonie. Da ist was Schönes geschehen.

Minute 63 – Herrlich. Rüfli setzt als letzter Mann ohne Not zum Fallrückzieher an und klärt. Ein völlig unangebrachtes Selbstvertrauen, das es zu würdigen gilt. Ich, jeden Samstagabend. Oder, Jessica?

Minute 61 – Celestini ist nicht zufrieden mit seinen Mannen und wechselt gleich doppelt. Zwei gehen, zwei kommen. Wer genau, das finden Sie sicher selber raus, sollte es Sie interessieren.

Minute 57 – St.Gallen jetzt noch deutlicher das bessere Team. Wäre Itten heute nicht vergleichsweise blass, hätte es wohl eben grade die Führung gegeben. Nur reinrutschen hätte er müssen. Lugano zeigt sich derweil weiter als das, was sie sind. Ein untalentierter Haufen, der einfach alles ummäht, was in die Quere kommt. Einen Sympathiepreis gewinnen die Tessiner hier ebenso wenig wie Quintillà in der Südschweiz, der hier gerade die Retourkutsche fährt und Aratore von den Beinen holt.

Minute 54 – O Captain, my Captain. Die Abwehr der Tessiner klärt eine Flanke Babics ungenügend. Hefti kommt an den Ball, zieht ab und gleicht aus. So wurde es uns zumindest vom nur unwesentlich professionellerem FM1-Ticker zugetragen. Blind vor Liebe vertrauen wir. Auf den FCSG natürlich, nicht auf FM1.

Minute 52 – Lugano seit der roten Karte die bessere Mannschaft. R.S. seit 15 Uhr 40 der bessere Tickerer. R.S. Er geht Bier holen und zementiert damit seinen Status.

Minute 49 – Die erste Chance nach dem Platzverweis hat – Trommelwirbel – Lugano. Sotto-/Sopra-/Tutto-Ceneri Experte R.Z. lässt per Telefax anmerken, in Überzahl sei St.Gallen nie gut.

Minute 47 – Ein Tessiner fliegt vom Platz. Warum? Wissen wir nicht, ehrlich. Wir haben auch bei FM1 nachgefragt, die habens auch nicht gesehen.

Minute 46 – Highlight der Pause war ein Gespräch über Krawatten. Anschliessend schwiegen wir beide leicht angewidert etwa drei Minuten lang. Es ist nicht beabsichtigt, diese Diskussion jemals wieder aufzunehmen. Entsprechend sind wir nicht unglücklich, dass Schiedsrichter SCHERRER zur zweiten Hälfte anpfeift.

Pause – R.S. sagt, Christian Stucki hätte gewonnen. R.S. korrigiert: „Stucki, Christian“. Wenn schon Randsport, dann richtig.

Pause – R.S. fragt, ob wir jetzt den Schlussgang schauen. Das SENF-Disziplinarkomitee nimmt sich dem Fall an.

Minute 45 – Eine Chance zum Schluss der ersten Halbzeit. Itten steckt auf Babic durch, der schiesst, aber bleibt erneut erfolglos. Danach pfeift der Schiri ab.

Minute 45 – R.S. fordert: „Schüüüss!“, Babic schiesst. Ohne Ertrag.

Minute 45 – Die Nachspielzeit wird ausgerufen, vom offiziellen Timekeeper. Alles wird verkauft, nur die Kiss Cam kommt nicht zurück.

Minute 42 – R.S. ruft erbost: „Alte, du häsch jedes Mol zwei Minute für en Ihwurf!“ Menschliche Züge der berechnend perfekten Journalismusmaschine. Der Mensch heisst Mensch, weil hofft und flucht.

Minute 39 – Zwei Spieler prallen zusammen. Schiri Schärer/Scherrer/Scissors winkt die Pfleger herbei. Der Unterbruch gibt dem Espenblock Gelegenheit, über den beruflichen Werdegang von Daprelàs Mutter zu sinnieren.

Minute 38 – St.Gallen drückt, der Seich drückt. Überall dieser elende Druck. Verdammte Leistungsgesellschaft.

Minute 37 – R.S. seufzt nach diesem Monster-Eintrag aus Minute 31. Alle Energie verbraucht. Diese journalistische Korrektheit, anstrengend.

Minute 31 – „I het etz eifach gschriebe, dass er gwechslet het.“, sagt R.S uninspiriert zur Auswechslung des FCSG. Gewiss ist mir diese Nonchalance zuwider. Ich pariere mit taktischem Angeberwissen. Babic kommt für Fazliji, was Umstellungen zur Folge hat. Ruiz, der auf der Zehn begann, geht zurück auf die Acht und bildet zusammen mit Görtler und Quintilla das zentrale Mittelfeld im eigentlich üblichen 4-3-3 Zeidlers. Babic wirkt im linken Couloir, Itten stürmt zentral, Guillemenot kommt über rechts.

Minute 30 – „Wa mache mer do?“ Bei R.S. ist jegliche allfällig vorhandene Anfangseuphorie verflogen und der bitteren Realität gewichen.

Minute 28 – St.Gallen könnte kontern. Görtler kann es nicht.

Minute 24 – Rüflis Distanzschuss aus 30 Metern ist ein Spiegelbild von meinem Leben. Ein bisschen Verzweiflung, das Wissen, dass man scheitern wird, tröstendes Selbstmitleid, eindeutige Erfolglosigkeit. Wenn ich ein Torabschluss wäre, dann Rüflis Versuch aus der 24. Minute im Spiel gegen den FC Lugano am 25. August 2019.

Minute 20 – Ruiz nimmt heute einen offensiven Part ein. So ganz vertraut damit ist er aber noch nicht. Itten will ihn mit einem Pass lancieren, Ruiz orientiert sich aber nach hinten.

Minute 18 – Natürlich ist es auch unsere traurige Pflicht, darauf einzugehen, dass auch dieses Wochenende wieder etliche Fans sich daneben benommen haben. Gleich 17 Personen mussten hospitalisiert wer… Was, das war beim Schwingen? Äxgüsi, dann war natürlich alles friedlich. Die Fussballfans sollen sich doch bitte mal ein Vorbild nehmen. Beim Schwingen wären solche Zustände undenkbar. Mfall.

Minute 16 – Leserin N.E. klärt uns auf, der Schiri heisse Schärer, nicht Scherrer. Oder anders rum. Auf jeden Fall hatten wirs wohl falsch. Jänu.

Minute 12 – „Rüfli glaub.“, sagt R.S. mit der obligaten Unsicherheit des SENF-Livetickers. „Ah nei, Rüfli uf Ruiz.“, korrigiert er Sekunden später. Nun gut. Mutmasslich Ruiz bedient dann Itten im Strafraum. Ein Schlunk und schon entledigt er sich seinen Gegenspielern. Sein Abschluss ist dann aber Zeugnis von Unentschlossenheit: weder Pass noch Torschuss. Titel meiner Autobiografie.

Minute 10 – Lugano geht in Führung. Wie das genau ging, keine Ahnung. Schien auch etwas abseitsverdächtig, aber der Schiri greift nur kurz ans Ohr und lässt weiterspielen.

Minute 8 – Jeder Schluck Bier ein wohliges Bad in der Gleichgültigkeit. Der verschossene Elfmeter ist mir einerlei. Sommerabendgrün auf dem Rasen. Wenn die Grashalme ihre ersten Schatten werfen und die Sonne beginnt, sich hinter Freudenberg und Rosenberg zu senken. Räuber und Poli. Verstecken mit Simona. Unbeschwerte Zeiten. Jetzt melancholisch: der SENF-Liveticker.

Minute 6 – Itten verschiesst. Schlecht geschossen dieser Elfmeter, kein Problem für den Goalie.

Minute 5 – Penalty für St.Gallen. Der Tessiner Verteidiger umklammert Itten.

Minute 2 – SENF-Ticker – Nirgends erfährst du schneller, was passiert.

Minute 1 – Nun läuft das Spiel tatsächlich Schiedsrichter Scherrer Sandro hat die Partie freigegeben.

15 Uhr 59 – Nein, R.S., das Spiel läuft noch nicht.

Minute 1 – Das Spiel läuft.

15.56 Uhr – Neben uns sitzt heute der Corriere del Ticino. Wir nehmen an, der gute Herr heisst Eugenio. Zumindest gibts hier ein Iphone-WLAN „di Eugenio“.

15.54 Uhr – „I bi übermüedet und ha eine sitze“, sagt R.S. bei seinem Eintreffen. Wie gesagt, wir nehmen das sehr, sehr ernst.

15.51 Uhr – „No verhocket“, schreibt R.S. In drei Minuten sei er da. Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, wir nehmen das sehr ernst.

15.46 Uhr – Erste Pfiffe gegen Daprelà, der heute von Beginn weg aufläuft und deshalb gerade von Speaker Fischbacher verlesen wurde.

15.45 Uhr – Auf dem Feld werden die Spielerinnen des FC St.Gallen-Staad geehrt, die letztes Jahr den Aufstieg in die Nationalliga A geschafft haben. Das Publikum spendet Applaus.

15.42 Uhr – „Sunntigsazug? Wa schribet denn ihr füren Quatsch uf Twitter?“ Wir werden gewohnt herzlich empfangen auf der Medientribüne. Kurz darauf gibts Bier vom Adrenalin-Anhang.

Wir wissen, Sie lesen alle unseren Tweets. Falls Ihnen der fragliche entgangen sein sollte, voilà:

15.40 Uhr – Ist das ein neuer Rekord? 15.40 Uhr und R.S. ist bereits auf der Tribüne.
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