, 3. März 2020
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Forza Femmina

Frauen vor! Zum Beispiel im Kinok, im Zeughaus Teufen, im St.Galler Kunstmuseum und im Lagerhaus.

Charlotte Gainsbourg sucht sich ihren Zukünftigen aus in «Jacky au royaume des filles». (Bild: pd)

Dieses Jahr wird in St.Gallen gewählt am 8. März, dem internationalen Frauentag, darum wird dieser schon am Vorabend gebührend gefeiert: im Stadtsaal im ersten Stock des Lagerhauses an der Davidstrasse. Bevor aber die Suppe warm ist, der Schampus in Strömen fliesst und die Bootys gwaggeln, wird noch diskutiert und referiert.

Forza Femmina!: 7. März, ab 17 Uhr, Stadtsaal Lagerhaus St.Gallen

Zuvor ab 16 Uhr Kundgebung auf dem Kornhausplatz mit den drei Regierungsratskandidatinnen Laura Bucher, Susanne Hartmann und Rahel Würmli.

–> ABGESAGT WEGEN CORONA!

Heuer geht es – passend zur Kantonsrats- und Regierungsratswahl – um die politische Partizipation der Frauen. Unter dem Motto «Forza Femmina: Politik ist Frauen*sache» diskutieren die Politikwissenschaftlerin Sarah Bütikofer, die Grüne Nationalrätin Franziska Ryser und die kantonale Gleichstellungsbeauftragte und fempop-Mitgründerin Rahel Fenini über die Perspektiven der Frauen in der Politik. Danach gehts in den Tanz: Vor der Silentdisco mit RuuDC und Pa-tee gibt das Double Time Duo, bestehend aus Susanne Scheier und Charlotte Weniger, «Jazz and more» zum Besten.

zB Emanzipation – Lesung und Sofagespräch: 8. März, 14 Uhr, Zeughaus Teufen

zeughausteufen.ch

Frauen vor auch andernorts: Im Kunstmuseum und in der Kunstzone der Lokremise haben weibliche Kunstfans am 8. März wieder freien Zutritt zu allen Ausstellungen, Kaffee inklusive. Und im Zeughaus Teufen finden eine Lesung und ein Salongespräch zum Thema Emanzipation statt. Es diskutieren Schauspielerin Diana Dengler, Künstler H.R. Fricker und Designerin Corinne Gisel.

Auch in den Kinok-Kuschelsesseln ist frau gut aufgehoben. Die zweitbestbesuchte Kulturinstitution der Stadt zeigt am 8. März fünf Filme zum internationalen Frauentag. Gestartet wird mit Woman: 2000 Frauen aus 50 Ländern haben Anastasia Mikova und Arthus-Bertrand für ihren Dokumentarfilm porträtiert. Was sind ihre Träume und Hoffnungen, ihre grössten Ängste und Verletzungen? Was erwarten sie vom Leben, von der Gesellschaft, den Männern? Welche Beziehung haben sie zu ihrem Körper und zur Sexualität?

Weiter geht es mit Wild Nights with Emily von Madeleine Olnek. Das humorvolle Biopic über Emily Dickinson zeigt, wie leicht eine lesbische Lebensgeschichte umgeschrieben werden kann, um in ein heteronormatives Narrativ zu passen. Die zurückgezogen lebende Lyrikerin pflegte über Jahrzehnte hinweg eine enge Beziehung mit ihrer Jugendfreundin Susan Gilbert. Ob die beiden eine erotische Beziehung hatten, ist nicht überliefert, ihre Briefe lassen aber darauf schliessen.

Auch ein Premierenfilm ist mit dabei: The Perfect Candidate von Haifaa Al-Mansour erzählt die Geschichte von Maryam, einer jungen saudi-arabischen Ärztin, deren Ausreiseerlaubnis abgelaufen ist. Als Frau braucht sie für die Erneuerung ihrer Papiere die Unterschrift eines männlichen Vormundes, sprich ihres Vaters. Da dieser nicht im Land weilt, versucht sie es via Cousin – und kandidiert schliesslich kurzerhand für den Gemeinderat. Kein Tag wäre besser geeignet für diese Premiere.

Filme zum internationalen Frauentag: 8. März, ab 11 Uhr, Kinok St.Gallen

kinok.ch

Insoumises von Laura Cazador und Fernando Pérez ist die Geschichte der Westschweizerin Henriette Favez, der ersten Frau, die auf Kuba den Beruf einer Ärztin ausübte und dort nach ihrem Sohn gesucht hat. Allerdings nennt sie sich Enrique Faber, da sie in den Jahren davor als Mann lebend Medizin studiert hat, weil Frauen damals nicht zugelassen wurden. Cazadors filmische Recherche beruht auf einer wahren Begebenheit.

Abgeschlossen wird der Frauentag mit Jacky au royaume des filles von Riad Sattouf, einer rasanten Satire, die Geschlechterklischees geschickt auf den Kopf stellt und so allerhand Herrschaftssysteme entlarvt. Er spielt in der fiktiven Republik Bubunne, wo die Frauen das Sagen haben und die Männer vor allem drei Dinge zu tun haben: gut aussehen, den Haushalt schmeissen und die Klappe halten. Na dann, Prost auf die Gleichbehandlung!

Dieser Beitrag erschien im Märzheft von Saiten.

1 Kommentar zu Forza Femmina

  • Tanja sagt:

    Als junge Frau finde ich die zunehmende Polarisierung der Geschlechtergesellschaft zunehmend beunruhigend. Jüngstes Beispiel: Es heisst nicht mehr LGBT, sondern FLINT – was fehlt? Genau, das G, das für die Männer steht.
    Schade, Solidarität sieht anders aus und die Unterstützung für solche radikalfeministischen Ideen schwindet zusehends

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