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Frau Architekt, bitte melden!

Planende und bauende Frauen: Ein mehrteiliges Ausstellungsprojekt in St.Gallen und Teufen sucht ab Sommer nach ihnen, in der Vergangenheit und im Heute. Die Architektinnen aus der Region sind zum Mitmachen aufgerufen.
Von  René Hornung

Wie bauen Frauen? Bauen sie anders als Männer? Wer waren die Pionierinnen und warum hat es so lange gedauert, bis Frauen als Architektinnen bei den Kollegen und auf der Baustelle ernst genommen wurden? Diesen und ähnlichen Fragen werden die Ausstellungsmacherinnen Nina Keel und Rebekka Ray zusammen mit Ueli Vogt, dem Kurator des Zeughaus Teufen, diesen Sommer nachgehen.

Drei, jeweils einen Monat dauernde, Ausstellungen im Linsebühlbau (Linsebühlstrasse 25) und im Zeughaus Teufen (das die Reihe «Büro für Baukultur» pflegt) wollen das Thema aufnehmen und sollen, so Nina Keel, «das Nachdenken über und Abtauchen nach Andernorts ermöglichen.»

Geplant sind unter anderem Ergänzungen zur Ausstellung «Frau Architekt», die ursprünglich im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt startete und dann – ergänzt – im Zentrum für Architektur in Zürich gezeigt wurde. Nun sollen Teile davon in die Ostschweiz kommen, angereichert mit regionalen Aspekten.

Lokremise, Namics-Neubau, Frauenpavillon

Denn es gibt sie auch in der Ostschweiz, die planenden und bauen Frauen. Und es gibt auch eigentliche Architektinnen-Büros. Nicht zuletzt gibt es markante und viel gelobte Bauten, die Frauen entworfen haben: Isa Stürm hat die Lokremise umgebaut, Corinna Menn den Neubau von Namics an der Unterstrasse in St.Gallen entworfen, es gibt zahlreiche bekannte Architektinnen mit Ostschweizer Wurzeln. Aber auch der Frauenpavillon im Stadtpark ist ein Thema und das wieder verstärkte Engagement der Architektinnen bei der Planung des öffentlichen Raums.

Bâtiments – Eva Lanter & Patrick Britt, Haus Haldenstrasse, St.Gallen, 2020

Die Ausstellungsmacherinnen werden auch zurückblicken und Biografien von Ostschweizer Pionierinnen zeigen. Und es geht um das gesellschaftliche Engagement: Wurden noch in den 1980er-Jahren die Frauen auf der Baustelle belächelt oder dumm angemacht, ist es dank ihnen heute selbstverständlich, dass in einem Parkhaus Frauenparkplätze mit Bezug nach draussen eingerichtet werden und dass Sicherheit im öffentlichen Raum zu jeder Planung gehört. Vermehrt wird auch die Genderfrage in der Architektur diskutiert.

Im Idealfall eine Vernetzungsplattform

Die Ausstellungsmacherinnen rufen die Architektinnen zum Mitmachen auf: «Wir wollen keine Pläne und Modelle zeigen – es geht uns um eine breite assoziative und installative Darstellung», so Nina Keel.

Es soll «Raum für Utopien» geschaffen werden und eine Vernetzungsplattform entstehen. Denn frühere Initiativen wie «Kati’kia» oder «Planung, Architektur, Frauen» sind inzwischen wieder verschwunden. Allerdings ist mit «Lares» eine neue, weitgehend von Frauen initiierte Organisation aktiv, die sich für gender- und alltagsgerechtes Planen und Bauen engagiert.

Damit die Ausstellungen «Frauen bauen» möglichst viel regionalen Bezug abdecken kann, sind Frauen mit Projektidee aufgerufen, sich zu melden. Details auf ninakeel.com unter dem Stichwort Aktuelles. Die Frist läuft noch bis 21. März.

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