, 27. Oktober 2014
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Frau Frei und das Palace

Am Montag Abend diskutieren im St.Galler Palace die Stadtratskandidaten Peter Jans und This Bürge und Kandidatin Barbara Frei. Letztere wollte dem Palace schon einmal den Geldhahn abdrehen.

Es war noch während des provisorischen Betriebs, als FDP-Parlamentarierin Barbara Frei in einem Postulat ihr «Befremden» über die Ankündigung einer Podiumsdiskussion zur Videoüberwachung im Palace ausdrückte. «Ist der Stadtrat damit einverstanden, dass neben dem kulturellen Betrieb im Kino Palace auch politische Veranstaltungen durchgeführt werden?», wollte sie mit Datum vom 29. Oktober 2007 wissen. Und: «Sind die Betriebsbeiträge an den Kulturbetrieb noch gerechtfertigt, wenn dieselben für die Organisation politischer Veranstaltungen eingesetzt werden?»

Schliesslich werde der (damals provisorische) Betrieb mit Steuergeldern unterstützt, und dabei sei nie von politischen Anlässen die Rede gewesen.

Der Stadtrat reagierte in seiner Postulatsantwort gelassen (und akzeptierte ohne Wimpernzuckern offensichtlich auch, dass der Postulatstext auf 1 A4-Seite nicht weniger als sieben Schreib- oder Grammatikfehler aufwies – man soll ja nicht pingelig sein…). Restriktive Benutzungsvorschriften gebe es für die eigentlichen «Stadtsäle», das Waaghaus und St.Katharinen. In anderen Räumlichkeiten im Stadtbesitz wie dem Palace, der Grabenhalle, der Kellerbühne, dem Adlersaal oder den Museen lägen das Programm und allfällige Drittvermietungen in der Verantwortung der Betreiberinnen und Betreiber – im Rahmen der jeweiligen Mietverträge.

Dann holte der Stadtrat grundsätzlich aus: Eine Abgrenzung «zwischen kulturellem und politischem Charakter» eines Anlasses sei nicht immer einfach, insbesondere bei einer Programmschiene wie der «Erfreulichen Universität» im Palace. Die bisherigen Themen zeigten, dass eine solche Abgrenzung «in der Theorie vielleicht machbar, in der Praxis aber schwierig ist» und auch keinen Sinn mache. Gesellschaftliche Fragen berührten oft auch politische Aspekte. «Der Stadtrat übt im Sinne einer traditionell liberalen Politik hinsichtlich des Kulturbetriebs gegenüber allen kulturellen Institutionen seit jeher grosse Zurückhaltung. Er respektiert deren künstlerische Freiheit und greift nicht in die Programmgestaltung ein.»

Heute abend also: Gelegenheit, im Palace mit der Kandidatin und den beiden Kandidaten über ein förderliches Kulturleben in der Stadt zu diskutieren.

Podiumsdiskussion zur Stadtratswahl: heute Montag, 19.30 Uhr, Palace St.Gallen

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