Die Durststrecke scheint überwunden: Der Verein projektKAFF (Kulturarbeit für Frauenfeld) hat einen neuen Raum für Kulturveranstaltungen gefunden. Das ehemalige Restaurant «Linde» dient dem ehrenamtlichen Verein fortan zwei Mal im Monat für Konzerte und Partys – mehr Veranstaltungen sind im Vertrag nicht vorgesehen. Die Stadt Frauenfeld unterstützte den Verein bei den Verhandlungen. Am 29. November steigt die Einweihungsparty – bis dahin wird fleissig saniert.
Die Linde liegt nah bei anderen beliebten Ausgehlokalen – das «Dreiegg» etwa ist nur wenige Meter davon entfernt. Hier bietet sich die Chance, zwischen Balierestrasse und Bahnhof ein Ausgehviertel in Frauenfeld zu schaffen – gerade wenn in der Vorstadt laufend Geschäfte schliessen und sich Clubbetreiber die Klinke in die Hand geben.
Korsett an der Rheinstrasse
Im Frühling letzten Jahres musste das KAFF das Lokal an der Zürcherstrasse 185 mitten in der Vorstadt von Frauenfeld räumen: neuer Vermieter, andere Interessen. Die Solidarität in der Bevölkerung war gross (Bild links). An der Rheinstrasse 14 konnte anschliessend eine Lokalität gefunden werden, vorerst auf zwei Jahre geplant, bald danach soll das Gebäude abgerissen werden.
Der Haken zeigte sich aber bald: Ein guter Nachbar ist besser als ein Bruder in der Fremde – das Gegenteil gilt auch. Ein Baugesuch, welches das Gebäude Gastronomie- und Event-tauglich machen sollte, stiess bei benachbarten Büros auf Widerstand. Und wenn deren Anwaltskosten als eigene Arbeit abgebucht werden können, fallen sie weniger ins Gewicht, als bei einem ehrenamtlich geführten Kulturverein.
Das Gesuch ist heute noch hängig. Und bleibt es wohl. Die Einsprachen zielten auf den drohenden Lärm, argumentierten mit alten Programmtexten, die mit viel Pathos Dubstep-Partys oder die Frauenfelder Bächtelisnacht im KAFF anpriesen.
An der Rheinstrasse bleibt das KAFF dennoch aktiv, hier werden Ateliers und ein Fotolabor bereitgestellt, ein Secondhand-Shop mit offener Bibliothek und ein Kulturbüro betrieben. Dies ohne Probleme, denn: Was still ist, stört nicht. Das ehemalige Restaurant Linde soll ebenfalls in absehbarer Zeit abgerissen und neu überbaut werden. Von einer dauerhaften Lösung kann also keine Rede sein. Wie so oft zieht die Kultur dort ein, wo einige Zeit später Baumaschinen stehen. Vielleicht kann aber aus drohender Leere Kreativität wachsen – Beispiele dafür gäbe es in den Grossstädten genug.
Kultur im Militärkomplex
Die Stadt Frauenfeld arbeitet derweil das Stadtplanungsprojekt «Frauenfeld 2030» aus. Vor allem interessant ist das Vorhaben «Bahnhof Plus». Das Militär zieht bis 2018 aus der Stadtkaserne am Bahnhofsareal ab. Viel Raum wird frei, darunter die Reithalle. Will sich Frauenfeld als attraktive Stadt etablieren und seine Jugend nicht nach Zürich verlieren, ist es wichtig, auch der Kultur Raum zu schaffen – der Militärkomplex bietet beste Gelegenheit dazu.
Mit dem 2014 entstehenden Verein «Kultur im Eisenwerk», der Lokalpartei Chrampfe & Hirne, der SP Frauenfeld und nicht zuletzt dem KAFF sind Vertreter einer lebendigen Kulturpolitik vor Ort. Auch die Stadt zeigt sich bisher nicht abgeneigt – die Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Lokal für das KAFF lässt auf eine gute Zukunft für Kultur in Frauenfeld hoffen.
David Nägeli ist seit vielen Jahren ehrenamtlich in unterschiedlichen Funktionen für den Verein projektKAFF tätig. Im Mai 2015 wurde er zum Präsident des Vereins gewählt, seit Januar 2015 ist das Kaff-Kulturlokal an der Grabenstrasse 57 in Frauenfeld zu finden. Weitere Infos: kaff.ch
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Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
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