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Gegen verstaubte Vorstellungen

Die St.Galler Künstlerin Morena Barra zieht diese Woche ins Sommeratelier im Frauenpavillon und beschäftigt sich dort mit Körperlichkeit, Sexualität und Erotik. Nicht alleine natürlich, sondern mit diversen Kunstkomplizinnen.
Von  Corinne Riedener
Bilder: Stills aus der Videoarbeit Friss die Füsse, schmecke das Parfüm von Morena Barra und Matthieu Croizier

Sexarbeit ist Ausbeutung, Intimbehaarung ist grusig, Pornos sind unfeministisch, kinderlose Frauen egoistisch und Sexpuppen etwas, das nur Männer haben…

Wenn es um erotische Beziehungen, Sexualität und Körperlichkeit geht, sind die Fronten oft so verhärtet wie Rocco Siffredis Arbeitsgerät in seinen audiovisuellen Werken. Es fehlt an Differenzierung, offenen Diskussionen und neuen Bildern – zumindest ausserhalb der queeren und zeitgenössischen feministischen Kreise.

Die St.Galler Künstlerin Morena Barra möchte das ändern und nistet sich dazu im Juli und August mit anderen Künstlerinnen im Frauenpavillon im Stadtpark ein. Im Sommeratelier möchten sie alternative Blickwinkel auf die oft tabuisierten und vorurteilsbehafteten Themen rund um die Sexualität auftun – spartenübergreifend. Und damit, wenn möglich, auch Aussenstehende erreichen.

Es gehe ihr nicht um Provokation oder Aufklärung in erster Linie, sagt Barra. «Ich rechne nicht mit grosser Empörung, ich diskutiere einfach sehr gern – gerade mit Menschen, die nicht in meiner Bubble sind.» Der Frauenpavillon sei dafür sehr geeignet, da dort potenziell auch wildfremde Leute ihren Kopf hineinstrecken und sich für unser Tun interessieren. «Keine Ahnung, was passiert – wir schauen mal», sagt sie und lacht.

Auch der künstlerische Austausch sei ihr wichtig. «Ich will mich nicht alleine im Atelier verkriechen, sondern gemeinsam mit anderen etwas erarbeiten», erklärt Barra. Es gebe zwar Ideen für die einzelnen Projekte, in Stein gemeisselt sei aber noch nichts – «denn vieles ist ja auch abhängig vom Raum, von der Stimmung und der Dynamik in einer Gruppe.»

Körperlichkeit, Sexualität, Erotik – Künstler:innenaustausch im Sommeratelier: 10. Juli bis 15. August (Präsentation), Frauenpavillon, Stadtpark St.Gallen

Am 12. Juli kommen ihre ersten Komplizinnen, Coco Schwarz und Alina Mann, ein Künstlerinnenduo aus Zürich, das vor allem performativ und filmisch arbeitet. Kennengelernt haben sich die drei am Film- und Kunstfestival Porny Days. Bei ihrer dreitägigen künstlerischen Auseinandersetzung im Frauenpavillon soll es um Bondage, Fetisch und Kink bzw. um alternative Pornografie gehen.

Vom 27. bis 29. Juli ist Kira van Eijsden im im Frauenpavillon zu Gast. Sie hat soeben die Schule für Kunst und Design F+F abgeschlossen, ist ebenfalls performativ unterwegs und unter anderem auch als Spokenwordlerin aktiv. Mutterschaft und damit verbundene Tabus werden bei ihr voraussichtlich das Thema sein.

Gleich darauf wird Claude Bühler für zwei Tage im Pavillon einziehen. Sie kennt den Raum noch bestens vom letzten Sommer, als sie ihren Salon Vert im Rahmen des Sommerateliers dorthin gezügelt und zusammen mit anderen musikalisch-feministische Diskurse vorangetrieben hat.

Was während dieser sechs Wochen passiert im Pavillon, bleibt nicht im Pavillon, sondern wird mit einer abschliessenden Ausstellung gewürdigt: Am 15. August stellt Morena Barra die Ergebnisse ihrer Kollaborationen der Öffentlichkeit vor. Wers verpasst, hat an der Museumsnacht im September eine zweite Chance.

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01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

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Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

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Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

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Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

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Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

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Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica