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Geistige Tauschbörse

Am Freitag und Samstag zeigen zwei Dutzend Verlage ihre «Good Life Books» im St.Galler Kunstmuseum. Eine Messe im Museum? Der ideale Ort sei das, findet Vexer-Verleger Josef Felix Müller und erklärt auch, wieso. von Dorothee Haarer
Von  Gastbeitrag
(Bild: pd)

Sternstunden für Kunstbuch-Freaks stehen an diesem Wochenende bevor: In der Shedhalle Frauenfeld geht am Samstag ab 19 Uhr ein Kunstbuch-Tauschabend über die Bühne. Und im St. Galler Kunstmuseum findet am Freitag und Samstag erstmals eine internationale Kunstbuch-Messe statt. «Good Life Books» gehört zum Begleit-Programm der Ausstellung von Caro Niederer im Untergeschoss des Museums. Mit dabei sind auch vier St.Galler Verlage: Vexer, Triest Verlag, VGS sowie Jungle Books, der Verlag der Saiten-Grafiker Bänziger und Kasper-Florio.

Was sind die Leidenschaften, was sind die Finanzierungsleiden beim Kunstbuch-Machen? Josef Felix Müller vom Vexer Verlag gibt Auskunft.

Die jüngste Vexer-Publikation: Roland Dostal: «Schichten».

Eine Buchmesse im Kunstmuseum – es erstaunt, dass eine solche Veranstaltung, selbst wenn es explizit um Kunstbücher geht, dort und nicht etwa in einer Buchhandlung stattfindet. Kennen Sie die Gründe dafür?

Josef Felix Müller: Zum einen gibt es heute kaum noch spezialisierte Buchhandlungen, die solche Publikationen in ihrem Sortiment führen. Zum anderen halte ich ein Kunstmuseum aber ohnehin für den idealen Ort für eine Kunstbuch-Messe. Immerhin verkaufen fast alle Museen in ihren Shops Bücher rund um Kunst. Sie sollten daher auch die aktuellsten Publikationen aus den entsprechenden Verlagen kennen. Zudem ist es eine inhaltliche Aufgabe von Museen, der Öffentlichkeit zu zeigen, was grade in der Kunstwelt geschieht… unter anderem auch anhand von Büchern.

Kunstbuch ist ein sehr dehnbarer Begriff. Was ist darunter zu verstehen? Und was genau muss ein gutes Kunstbuch mitbringen?

Ich rede selbst nicht gerne vom «Kunstbuch». Ich spreche lieber von «interessanten Büchern», die einen starken Bezug zur Kunst aufweisen. Im Übrigen geben Verlage ja nicht nur Bücher heraus, sondern machen sehr unterschiedliche Editionen, beispielsweise auch Tonträger.

Das Rom-Buch von Erica Engeler und Karl A. Fürer, Vexer Verlag 2016

Was jede gute Edition aber mitbringen sollte, ist Authentizität. Als Verleger muss man zudem leidenschaftlich hinter den Inhalten stehen, egal, ob es um einen Künstler oder ein Projekt geht. Daher entstehen Veröffentlichungen oft auf Basis eines intensiven persönlichen Kontakts mit den übrigen Mitwirkenden. Etwas zu publizieren, ohne davon begeistert zu sein und lediglich, weil man einen finanziellen Gewinn in Aussicht hat, funktioniert nicht.

Freitag, 1. Dezember
18.30 Uhr – 23 Uhr: Buchmesse
21 Uhr: Konzert mit Björn Magnusson

Samstag, 2. Dezember
13-16 Uhr: Buchmesse
14-15 Uhr: Roundtable «Publizieren als Kunstwerk» mit Caro Niederer (Künstlerin) und Lorenzo Benedetti (Kurator). Gäste: Mark Asekhame (Periodico), Luc Derycke (MER.Paper Kunsthalle) und Larissa Kasper (Jungle Books)

Kunstmuseum St.Gallen

Stichwort «Finanzen»: Ist das Verlegen von Kunst-Publikationen lukrativ? Wie lässt sich eine Veröffentlichung überhaupt finanzieren?

Lukrativ kann man es wirklich nicht nennen! Wer kein interessiertes persönliches Umfeld hat, das als Käufer dienen kann, sollte keine Publikation in Angriff nehmen. Tatsächlich wird der entsprechende Markt von Jahr zu Jahr schwieriger. Im Zuge dessen ist die Finanzierungsfrage natürlich eine der zentralsten, wenn es um’s Publizieren geht. Über Stiftungen, das Anwerben von öffentlichen Geldern oder auch den Verkauf von Editionen, kann man da zwar etwas machen. Zum Glück gibt es auch Städte und Kantone, die Programme anbieten, in denen sie «Artist Books» auswählen und subventionieren. Aber jenseits dieser Förderinstrumente bleibt es eine echte Herausforderung. Jedes Projekt muss man daher auf’s Neue abwägen: Man muss die Realisierbarkeit prüfen und auch entscheiden, ob man als Verlag allenfalls fünfstellige Beträge aus eigener Tasche stemmen kann.

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten an den kommenden beiden Tagen?

Ich bin gespannt auf die Anregungen, die ich für mich bei dieser «Geistigen Tauschbörse» mitnehmen werde. Besonders freue ich mich auf den Erfahrungsaustausch mit den internationalen Verlagskollegen, die aus Peking, Berlin oder Mailand anreisen, sowie auf die Gespräche mit dem Publikum, das meist aus hingebungsvollen Bücher-Freaks besteht.

Vexer St.Gallen und Vexer Berlin: Josef Felix und Vera Ida Müller. (Bilder: Vexer)

Teilnehmende Verlage:
About Books, Zürich, Archive Books, Berlin, Boabooks, Genf, cpress, Zürich, Cura, Rom, edition fink, Zürich, Edition Patrick Frey, Zürich, Edition Taube, München/Zürich, Hacienda Books, Zürich, JRP|Ringier Kunstverlag, Zürich, Jungle Books, St. Gallen, Kodoji Press, Baden, Mer. Paper Kunsthalle, Gent, Mousse Publishing, Mailand, Nero, Rom, Nieves, Zürich, Onomatopee, Eindhoven, Periodico, Zürich, Popup Press, Basel, Roma Publications, Amsterdam, tria publishing platform, Zürich/Peking, Triest Verlag, Zürich/St.Gallen, Vexer Verlag, St.Gallen/Berlin, VGS Verlagsgenossenschaft St.Gallen, St.Gallen, zweikommasieben Magazin, Luzern

 

 

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

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01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

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Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

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St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

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Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

Saiten 2609 Cover 01

Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah