150’000 Franken in einer knappen Woche. Das ist das beeindruckende Ergebnis der Spendenaktion, welche die Genossenschaft Schwarzer Engel vom Mittwoch, 26. Oktober, bis zum Monatsende durchgeführt hat. Um die drohende Schliessung wegen Überschuldung abzuwenden, musste sie innerhalb dieser wenigen Tage 30’000 Franken auftreiben.
Rund 24 Stunden nach dem ersten Hilferuf war dieser Betrag bereits zusammengekommen, die Hilfsaktion lief jedoch bis Ende Oktober weiter. Und brachte dem Engel in Form von Anteilscheinen und Spenden so viel Geld ein, dass auch der langfristige Fortbestand, für den es in einem zweiten Schritt bis zu 45’000 Franken gebraucht hätte, bereits jetzt gesichert ist.
Und die Genossenschaft hat in den vergangenen Tagen nicht nur viel Geld bekommen, sondern auch etwa 300 neue Genossenschafter:innen hinzugewonnen. Das ist ein Zuwachs von mehr als 50 Prozent – bisher waren es rund 500.
Das Ergebnis sei «überwältigend», ja «surreal», sagt Peter Wild vom Engel-Kollektiv. Schon am ersten Abend habe man eine grosse Solidarität gespürt, deshalb sei das Kollektiv bereits da optimistisch gewesen, die 30’000 Franken zusammenzutreiben. Dass es nun das Fünffache dessen sei, sei in mehrerer Hinsicht eine grosse Erleichterung. Damit habe der Schwarze Engel das Genossenschaftskapital mehr als verdoppelt. «Die Gefahr der Überschuldung ist gebannt», sagt Wild. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Betrieb, der bereits vor der Covid-19-Pandemie defizitär war, künftig verlustfrei geführt werden könne.
Wie das gelingen soll, werden die Verantwortlichen in den kommenden Wochen herausfinden müssen. Trotz des riesigen Spendenbetrags wartet auf sie viel Arbeit. Teil dieser Aufarbeitung wird auch sein, wie der Schwarze Engel künftig so geführt werden soll, dass so eine prekäre Situation nicht nochmal eintritt. Die Genossenschafter:innen können ebenfalls Teil dieses Prozesses sein, indem sie an der Genossenschaftsversammlung vom 29. November Ideen einbringen.
Der Hilferuf hatte für den Schwarzen Engel sogar einen weiteren positiven Nebeneffekt: Er habe auch dazu geführt, dass plötzlich wieder mehr Gäste in die Genossenschaftsbeiz kämen, sagt Wild. Es könnte tatsächlich der Anfang vom Neuanfang sein, den der Engel nach der Spendenaktion ausgerufen hat.
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.