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Gesprochen, gezeichnet, gelesen

Stahlberger, Lüscher, Gomringer, Mahler: Es gibt diverse klingende Namen am St.Galler Literaturfestival Wortlaut 2017. Jetzt ist das Programm der 9. Auflage bekannt.
Von  Peter Surber

Am 1. April gilt es ernst, kein Witz. Der Samstag ist der Haupt-Programmtag des Wortlaut-Festivals. Dann laufen parallel die vier Programm-«Schienen» mit den jandlnden Titeln «laut», «luise», «lechts» und «rinks». Slam Gallen schlägt auch beim Wortlaut 2017 durch: Im Unterschied zu den meisten anderen Literaturfestivals ist hier die Spoken-Word-Fraktion lautstark vertreten, ebenso Comic und Graphic Novel. Gesprochen, gezeichnet, gelesen: Das ist die – erfrischende – St.Galler Literatur-Hierarchie.

Zum Start nach Amriswil

Der Vorlauf ist dieses Jahr üppiger als auch schon: Bereits am Donnerstag liest Autor und Saiten-Redaktor Frédéric Zwicker aus seinem Erstlingsroman Hier können Sie im Kreis gehen im Kulturforum Amriswil, der einzigen Aussenstation des sonst rein städtischen Festivals. Am Freitag geht es dreifach los, mit Kolumnist Max Küng, mit einer Rede der Literaturwissenschafterin Hildegard Elisabeth Keller und mit dem traditionellen Mundart-Slam unter dem Titel «Sägs rächt». Christoph Simon slamt auf Berndeutsch, Valerio Moser im Langenthaler Dialekt, Meral Ziegler auf Plattdeutsch, Wolfgang Heyer auf Schwäbisch, Dominik Muheim in Basldiitsch und Stefan Abermann tirolerisch.

Highlights am Samstag? Richi Küttel vom Wortlaut-Team hebt als erstes Nicolas Mahler hervor, den Wiener Zeichner mit dem hinterhältigen Witz, Autor zahlreicher Bücher, tätig für «Die Zeit», FAZ, «Le Monde» und andere Blätter. Von ihm ist im Herbst Das kleine Einschlafbuch für Grosse bei Suhrkamp erschienen, ein Garant für schlaflose Tage. Und am Wortlaut zweifellos für einen vollen Palace-Saal.

Im «rinksen» Literaturprogramm freut Küttel die Teilnahme von Nora Gomringer besonders – hier ist insgesamt die Prominentendichte beträchtlich: Neben Gomringer treten Renato Kaiser, Dalibor Markovic oder das Duo InterroBang hier an. Daneben kündigen sich «laut» die Wortkabarettisten Manuel Stahlberger und Dominik Muheim an, unverzichtbar zudem der spätabendliche «Gassenhauer» von Theater am Tisch und Saiten.

Im eher klassischen Autoren-Leseprogramm unter dem Titel «luise» ragt Jonas Lüscher heraus, der seinen eben erschienenen rabiaten Roman Kraft präsentiert. Weniger geläufig dürften dem Publikum die weiteren mit ihren Neuerscheinungen vorgestellten Autorinnen und Autoren sein: Anna Weidenholzer, Jaroslav Rudis, Nico Bleutge, Franziska Gerstenberg und Sabine Gruber.

Die Ostschweiz ist halbwegs vorhanden

Die Region ist, sieht man von Frédéric Zwicker ab, im Autorenprogramm nur auf der kleineren «Ostschweizer Bühne» im Splügeneck vertreten. Genug Ostschweiz? Es hätten sich wenige hiesige Neuerscheinungen aufgedrängt, sagt Richi Küttel zur Begründung. Christoph Keller liest hier (von ihm erschien zuletzt der Doppelroman Steinauge/Galapagos), im weiteren sind die Kinderbuch-Autorin Katrin Andrist, der Vorderländer Erzähler Peter Eggenberger und der Lyriker Ivo Ledergerber zu Gast; sie erhielten gegenüber früheren Wortlaut-Anlässen längere Lesezeit, sagt Küttel.

Mit Flurin von Salis kommt erfreulicherweise ein junger einheimischer Zeichner erstmals zu Wortlaut-Ehren. Daneben spitzt im Programm «lechts», welches der Sparte Comic und Graphic Novel gewidmet ist, Anna Haifisch die Bleistifte, und Kati Rickenbach und Daniel Bosshart treffen sich zum Zeichenduell. Im Literaturgespräch ebenfalls ein Duo: Jonas Lüscher und Sabine Gruber diskutieren, moderiert von Andrea Gerster, die Position des «Autors als Diktator» unter dem Titel «Darf der das?» – zu hoffen ist, dass auch die geschlechtsparallele Frage «Darf die das?» mit gestellt wird.

Am Sonntag schliesslich führen Richard Butz und Nathalie Hubler einmal mehr literarisch durch St.Gallen, diesmal auf den Rosenberg. Den Abschluss macht die Appenzeller Anthologie Ich wäre überall und nirgends. Das «Jahrhundertbuch» mit Texten seit 1900 und mit Doppelpräsenz im Buch und im Netz wird mit dem Autor Urs Richle und von den Herausgebern präsentiert und diskutiert.

Der Festivalpass für alle vier Wortlauttage kostet 80 (im Vorverkauf 75 Franken); daneben sind Zwei- und Eintagespässe sowie Einzelkarten erhältlich. Neue Festivalbeiz ist die Focacceria.

Das ganze Programm: wortlaut.ch

 

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

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«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

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Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

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Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

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Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

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Auf See im Park­haus

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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

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Musik am See

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Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

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Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
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WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

Saiten 2609 Cover 01