Die vier Bisherigen – Bruno Damann (CVP), Fredy Fässler (SP), Stefan Kölliker (SVP) und Marc Mächler (FDP) – dürften wiedergewählt werden; für die freiwerdenden drei Sitze kandidieren Laura Bucher (SP), Michael Götte (SVP), Susanne Hartmann (CVP), Beat Tinner (FDP), Rahel Würmli (Grüne) und der Parteifreie Zlatan Subasic. Neu zu besetzen ist die umstrittene Gesundheitsdirektion, ein Schleudersitz, auf den die Bisherigen dem Vernehmen nach wenig Lust haben. Neu zu besetzen ist auch das Finanzdepartement sowie das Departement des Innern.
Bucher und Hartmann: ganz oder halb kulturfreundlich?
Hier Laura Buchers Kulturantworten.
Wer empfiehlt sich für die Nachfolge von Kulturminister Martin Klöti – falls keiner der Bisherigen das Departement beansprucht?
Juristin Laura Bucher hat beim «Kulturwahl»-Rating der IG Kultur Ost das Fast-Höchstresultat von 97,5 Prozent in Sachen Kulturfreundlichkeit erreicht. Auf die Frage, was ihr liebster Kulturort sei, antwortete Bucher dort: «Für mich als Musikantin sind die vielen Probelokale im ganzen Kanton, in denen die Blasmusikvereine und viele weitere Ensembles und Gruppen wöchentlich gemeinsam musizieren, mein liebster Kulturort.»
Hier Susanne Hartmanns Kulturantworten.
Susanne Hartmann, Stadtpräsidentin von Wil, nennt den Hof zu Wil als Lieblings-Kulturort und ist gemäss Rating der IG Kultur nur zu 57,5 Prozent kulturfreundlich.
Der Grund: Fast alle Fragen beantwortete sie mit «eher Ja», «eher Nein» oder mit «weiss nicht». Ein kantonales Kulturprozent würde sie eher nicht befürworten, den kantonalen Kulturplafond eher nicht definitiv aufheben, hingegen äussert sie sich eher positiv zu Verbesserungen der sozialen Absicherung von Kulturschaffenden und zur Förderung der kulturellen Teilhabe.
Wie Tinner und Götte im Parlament gestimmt haben
Die FDP und die SVP haben in der Kulturverträglichkeitsprüfung der IG Kultur Ost gesamthaft am schlechtesten abgeschnitten. Ihre beiden auch im Kantonsrat vertretenen Regierungskandidaten Michael Götte und Beat Tinner haben die Umfrage nicht beantwortet.
Tinner gehörte in der laufenden Legislatur zu jenen fünf Parlamentariern aus dem Südteil des Kantons, die sich bei der ominösen ersten Klanghaus-Schlussabstimmung im März 2016 der Stimme enthalten – und damit zur Bruchlandung des Projekts beigetragen hatten. Götte hatte den Kredit abgelehnt. Beim zweiten Anlauf 2018 sagten dann beide Ja zum Klanghaus.
Das Kulturförderungsgesetz hatte Tinner 2017 gutgeheissen, Götte sagte wie seine Partei Nein. Die 50-Millionen-Vorlage zur Erneuerung des Theaters St.Gallen wollte Götte im Einklang mit seiner Partei zurückweisen. Tinner sagte Ja zum Projekt, Götte drückte bei der Schlussabstimmung auf «Enthaltung». Ein kantonales Kulturprozent, wie es jüngst in der Februarsession die SP beantragt hat, lehnen Tinner wie Götte ab. Laura Bucher hat bei all diesen Themen Ja gestimmt.
Nicht im Parlament und deshalb an den Kulturvorlagen der letzten Jahre nicht beteiligt waren die Kandidatinnen Susanne Hartmann und Rahel Würmli.
Unwahrscheinlich allerdings, dass der 8. März im Kanton St.Gallen zur «Kulturwahl» wird, wie dies die IG Kultur Ost propagiert. Eher wird es zur Klimawahl kommen – was aber, wie die Umfrage gezeigt hat, auch gut fürs Kulturklima ist.
Dieser Beitrag erschien im Märzheft von Saiten.
Gastkommentar von Jacques Michel Conrad
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