, 26. Januar 2014
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Gigantische Gesichter und ein neues

Ohne Schubladen und mit neuem Konzept: «LeSchwu» heisst neu «Mit_Ohne». Der Auftakt am Samstag verwandelte das Kugl in ein Atelier mit grosser Tanz- und Malfläche.

Nadine 2Tanzende Lichter und Menschen, elektronische Beats und riesige Bilder, vom Boden bis zur Decke gespannt, bestimmen die Atmosphäre dieser Samstagnacht. Die vier Meter hohen Portraits von Künstlerin Nadine Wismer scheinen das sonst recht geräumige Kugl in viele kleine Zimmer zu teilen. Dort tummeln sich neugierige Partygäste mit Drinks in der Hand und guter Laune im Herzen.

Kuscheln im Nasenloch

Leider ist die Distanz zwischen den «Bildermauern» teils fast etwas zu knapp bemessen – je näher man kommt, desto abstrakter werden die gigantischen Köpfe. Trotz ihrer Grösse wirken sie aber nicht wuchtig oder schwer, sondern fast schon filigran an manchen Stellen.

Da und dort liegt in den Strichen etwas von «Schiele im Grossformat», auch wenn die Bilder längst nicht so erotisch sind wie jene des Österreichischen Expressionisten. Aber ähnlich direkt: Hier lädt ein Nasenloch zum Reinkuscheln ein, dort schielen wissende Augen über die Schultern der Gäste. Vorne auf der Bühne steht Nadine Wismer, die Schöpferin der Portraits, vor einer Leinwand und malt ihren übergrossen Gesichtern kleine Gesellinnen dazu – live zur Musik der DJs Maddad aus St.Gallen und Lila Hart aus Basel.

 

 

Mit mehr Kultur, ohne Schubladen

Party und Vernissage sind Auftakt zur überarbeiteten Veranstaltungsreihe «Mit_Ohne», bisher besser bekannt als «LeSchwu». Jetzt, nach zehn Jahren, hat Initiantin und Organisatorin Katharina Marks den lesbisch-schwulen Partys im Kugl nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein neues Gesicht verpasst.

Nadine 4Genaueres gibt es hier, an dieser Stelle die Kurzversion: «Mit_Ohne» heisst mehr Kultur und weniger Schubladen – statt blosser Konsumkultur wieder mehr echte Kultur, statt homo- oder heterosexuellen Schubladen ein grosser Setzkasten für alle dazwischen.

«Gelungenes Experiment»

24 Stunden nach der Vernissage sind die gigantischen Köpfe bereits wieder verpackt, Katharina Marks und Nadine Wismer zwar etwas müde aber zufrieden. «Wir hatten gut achtzig Gäste», sagt Katharina. «Das ist ganz in Ordnung».

Und die Künstlerin? Ihre Bilanz hat zwei Seiten, eine vergnügte und eine wütende: «Am Anfang konnte ich mich wunderbar vertiefen auf der Bühne, ich spürte den Raum, das Licht, die Leute. Später bereitete mir die Musik etwas Mühe, denn sie war relativ hart.» Sie sei regelrecht wütend geworden, gesteht Nadine und betont: «Für mich war es aber gerade auch deswegen ein gelungenes Experiment.»

 

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