Kate Moss im roten Kleid, die sich an David Bowie klammert. Er streckt die Hand aus, als wolle er das entstehende Bild verhindern. Oder eine nackte Frau mit Perlenkette, die in einer gelben Badewanne von einem aufblasbaren Hai attackiert wird.
Solche Szenen mit spielerischer Sinnlichkeit und Elementen aus der Popkultur sind typisch für die Arbeiten der Mode- und Starfotografin Ellen von Unwerth. In der aktuellen Ausstellung «Shocking Pop» zeigt das Flatz Museum – Zentrum für Photographie in Dornbirn eine Auswahl ihrer Werke. Dabei geht es, wie das Museum schreibt, um «Glamour, Pose und Selbstinszenierung».
Vom Model zur Fotografin
Nach ihrer Karriere als Model wechselte die 1954 in Frankfurt geborene Ellen von Unwerth hinter die Kamera. Ohne eine formale Ausbildung gemacht zu haben, gelang ihr in den 1990er-Jahren der Durchbruch als Fotografin, und zwar durch ihre Guess-Kampagne mit dem damaligen Nachwuchsmodel Claudia Schiffer. Es folgten erste Preise, darunter der des International Festival of Fashion Photography im Jahr 1991, sowie zahlreiche weitere Aufträge.
Im Laufe der Jahre arbeitete die Fotografin für Dior, Chanel und andere Modehäuser. Sie fotografierte Stars aus Film, Musik und Mode, darunter Drew Barrymore, Britney Spears, Madonna oder Heidi Klum. Zudem entwarf von Unwerth Albumcover, entwickelte Musik- und Werbevideos und veröffentlichte mehrere Fotobände.
Shark Attack mit Kelly Brook aus dem Jahr 2011 (Bild: pd/Ellen von Unwerth)
Dem jüngeren Publikum dürfte sie durch die Show Germany’s Next Topmodel bekannt sein. Da ist sie seit einigen Staffeln als Gastfotografin dabei (wer sich erinnert, dieses Jahr wars das «Car-Wash»-Shooting).
Eine Schau in drei Kapiteln
Im Zentrum von Ellen von Unwerths Werken stehen häufig Frauen. Diese inszeniert sie, laut dem Flatz Museum, «nicht als Objekte, sondern als selbstbewusste Akteurinnen – spielerisch, provokant, souverän». Zudem arbeitet die Fotografin mit einer «unverwechselbaren Bildsprache zwischen Glamour, Ironie und Selbstermächtigung».
Die in drei Kapiteln unterteilte Schau in Dornbirn zeigt, «wie von Unwerth mit Rollenbildern und visuellen Klischees spielt». Im ersten Kapitel «Heimat» präsentiert das Museum Arbeiten aus von Unwerths gleichnamiger Publikation. Im zweiten Kapitel «Pop Shock Selection» sind dann «rebellische, humorvolle und glamouröse Snapshots der letzten Jahre» zu sehen. Über das dritte Kapitel «Evergreens» heisst es geheimnisvoll: «Meet your Supermodels! Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten …»
Ellen von Unwerth – «Shocking Pop»: bis 7. Februar 2026, Flatz Museum, Dornbirn.