«Glamour, Pose und Selbstinszenierung»

Das Flatz Museum – Zentrum für Photographie zeigt in der aktuellen Ausstellung «Shocking Pop» Arbeiten der deutschen Mode- und Starfotografin Ellen von Unwerth. Die Schau verspricht Sinnlichkeit, Glamour und einen Hauch von Ironie.

Das Werk Kate and David aus dem Jahr 2003 (Bild: pd/Ellen von Unwerth)

Ka­te Moss im ro­ten Kleid, die sich an Da­vid Bo­wie klam­mert. Er streckt die Hand aus, als wol­le er das ent­ste­hen­de Bild ver­hin­dern. Oder ei­ne nack­te Frau mit Per­len­ket­te, die in ei­ner gel­ben Ba­de­wan­ne von ei­nem auf­blas­ba­ren Hai at­ta­ckiert wird.

Sol­che Sze­nen mit spie­le­ri­scher Sinn­lich­keit und Ele­men­ten aus der Pop­kul­tur sind ty­pisch für die Ar­bei­ten der Mo­de- und Star­fo­to­gra­fin El­len von Un­werth. In der ak­tu­el­len Aus­stel­lung «Sho­cking Pop» zeigt das Flatz Mu­se­um – Zen­trum für Pho­to­gra­phie in Dorn­birn ei­ne Aus­wahl ih­rer Wer­ke. Da­bei geht es, wie das Mu­se­um schreibt, um «Gla­mour, Po­se und Selbst­in­sze­nie­rung».

Vom Mo­del zur Fo­to­gra­fin

Nach ih­rer Kar­rie­re als Mo­del wech­sel­te die 1954 in Frank­furt ge­bo­re­ne El­len von Un­werth hin­ter die Ka­me­ra. Oh­ne ei­ne for­ma­le Aus­bil­dung ge­macht zu ha­ben, ge­lang ihr in den 1990er-Jah­ren der Durch­bruch als Fo­to­gra­fin, und zwar durch ih­re Guess-Kam­pa­gne mit dem da­ma­li­gen Nach­wuchs­mo­del Clau­dia Schif­fer. Es folg­ten ers­te Prei­se, dar­un­ter der des In­ter­na­tio­nal Fes­ti­val of Fa­shion Pho­to­gra­phy im Jahr 1991, so­wie zahl­rei­che wei­te­re Auf­trä­ge. 

Im Lau­fe der Jah­re ar­bei­te­te die Fo­to­gra­fin für Di­or, Cha­nel und an­de­re Mo­de­häu­ser. Sie fo­to­gra­fier­te Stars aus Film, Mu­sik und Mo­de, dar­un­ter Drew Bar­ry­mo­re, Brit­ney Spears, Ma­don­na oder Hei­di Klum. Zu­dem ent­warf von Un­werth Al­bum­co­ver, ent­wi­ckel­te Mu­sik- und Wer­be­vi­de­os und ver­öf­fent­lich­te meh­re­re Fo­to­bän­de.

Shark Attack mit Kelly Brook aus dem Jahr 2011 (Bild: pd/Ellen von Unwerth)

Dem jün­ge­ren Pu­bli­kum dürf­te sie durch die Show Ger­ma­ny’s Next Top­mo­del be­kannt sein. Da ist sie seit ei­ni­gen Staf­feln als Gast­fo­to­gra­fin da­bei (wer sich er­in­nert, die­ses Jahr wars das «Car-Wa­sh»-Shoo­ting).

Ei­ne Schau in drei Ka­pi­teln

Im Zen­trum von El­len von Un­wert­hs Wer­ken ste­hen häu­fig Frau­en. Die­se in­sze­niert sie, laut dem Flatz Mu­se­um, «nicht als Ob­jek­te, son­dern als selbst­be­wuss­te Ak­teu­rin­nen – spie­le­risch, pro­vo­kant, sou­ve­rän». Zu­dem ar­bei­tet die Fo­to­gra­fin mit ei­ner «un­ver­wech­sel­ba­ren Bild­spra­che zwi­schen Gla­mour, Iro­nie und Selbst­er­mäch­ti­gung». 

Die in drei Ka­pi­teln un­ter­teil­te Schau in Dorn­birn zeigt, «wie von Un­werth mit Rol­len­bil­dern und vi­su­el­len Kli­schees spielt». Im ers­ten Ka­pi­tel «Hei­mat» prä­sen­tiert das Mu­se­um Ar­bei­ten aus von Un­wert­hs gleich­na­mi­ger Pu­bli­ka­ti­on. Im zwei­ten Ka­pi­tel «Pop Shock Sel­ec­tion» sind dann «re­bel­li­sche, hu­mor­vol­le und gla­mou­rö­se Snapshots der letz­ten Jah­re» zu se­hen. Über das drit­te Ka­pi­tel «Ever­greens» heisst es ge­heim­nis­voll: «Meet your Su­per­mo­dels! Mehr wird an die­ser Stel­le nicht ver­ra­ten …» 

El­len von Un­werth – «Sho­cking Pop»: bis 7. Fe­bru­ar 2026, Flatz Mu­se­um, Dorn­birn.

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