, 28. Februar 2014
16 Kommentare

«Göppel gegen Köppel»

Weltwoche-Chef Roger Köppel referiert im Hotel Einstein, draussen wird protestiert: gegen den Chefredaktor, gegen rechte Hetze und für globale Solidarität.

Dass Medienschaffende protestieren, ist nicht ungewöhnlich – erst vor wenigen Tagen etwa haben dutzende Angestellte des Winterthurer «Landboten» mittels Pfeifkonzert demonstriert, wie wenig sie vom Sozialplan der Tamedia AG halten. (Diese hatte die Regionalzeitung im vergangenen August übernommen und plant nun, an drei Standorten insgesamt 25 Vollzeitstellen abzubauen.) Dass gegen Medienschaffende protestiert wird, ist hingegen schon fast kurios, schliesslich sind sie nicht gerade für pointierte politische Statements bekannt.

 

Foto 4Tour de Schweiz

Anders Roger Köppel: Der eingefleischte Abstimmungskämpfer und Chefredaktor der rechtspopulistischen «Weltwoche» lässt es sich nicht nehmen, den jüngsten Entscheid «der selbstbestimmten Eidgenossen» im In- und Ausland anzupreisen. Aktuell tourt er mit öffentlichen Gratis-Vorträgen durch sieben Schweizer Städte (deutschsprachige), um den Dortigen «seine Schweiz», am besten die ganze Welt, zu erklären.

Damit provoziert er jene 49,7 Prozent, die eine andere Weltanschauung vertreten – auch in St.Gallen. Anders als bei der Auftaktveranstaltung in Zürich, formiert sich der Widerstand in der Ostschweiz aber auch audiovisuell: Kurz vor Beginn des Vortrags setzt sich ein etwa 40-köpfiger Demonstrationszug am Grüningerplatz in Bewegung und zieht via Gallusplatz Richtung Einstein, mit Musik, Trillerpfeifen, Transparenten und Velos, getreu ihrem Motto: «Göppel gegen Köppel». Der Anstoss kam von jungen Aktivistinnen und Aktivisten, die am Tag zuvor per SMS zur Spontandemo «gegen das Sprachrohr der radikalen Rechten» aufgerufen hatten. Sie vertreten ein gegenteiliges Weltbild, ein interkulturelles, nicht-völkisches, ohne Nationalstaaten.

 

Foto 2Gehässige Gäste

Entsprechend deutlich die Message: «Rechte Hetze hat keinen Platz in St.Gallen! St.Gallen bleibt solidarisch und wehrt sich gegen die menschenverachtenden Strukturen der Migrationspolitik!» Köppel schüre mit seinen Äusserungen Ressentiments, sagen sie, gegen Minderheiten, Migrantinnen und Migranten, gegen alles «fremde» und «nicht-schweizerische».

Auch wenn sich im Lauf dieser knapp einstündigen Aktion spontan noch weitere Gleichgesinnte und Interessierte dazugesellen, das Verständnis für die lautstarke Göppel-Aktion schrumpft umgekehrt proportional zum Preis der Inneneinrichtung: Vor den Toren des Einstein, einem der teuersten Flecken der Stadt, prallen Welten und Weltbilder zusammen. Viele der Köppel-Gäste flüchten sich ins Foyer der gehobenen Gesellschaft, einige werfen mit gehässigen Kommentaren um sich, wirken fast erleichtert, als nach etwa 15 Minuten eine Handvoll Polizisten anrückt. Diese geben sich verständnisvoll und den Demonstrantinnen und Demonstranten eine Frist von 20 Minuten, um den Platz ohne Konsequenzen zu verlassen, was friedlich und gutgelaunt passiert.

Ob die «Aktion Göppel» die Person Köppel überhaupt kratzt? – Wer weiss. Zu denken geben sollte sie aber mindestens dem Journalisten Köppel; denn aus berufsethischer Sicht sollte er sich viel mehr über den Gegenstand eines Protests äussern, statt selber Gegenstand dessen zu sein.

 

 

Foto 8

16 Kommentare zu «Göppel gegen Köppel»

  • Jonathan sagt:

    Der «Verein Saiten» ist ein parteipolitisch und konfessionell neutraler und gemeinnütziger Verein (Art. 60 ff. ZGB).
    Ach ja? Schade, diesen Pfad habt ihr schon länger verlassen. In der Sache sind die Wutausbrüche ja nachvollziehbar, berechtigt etc. Aber solche infamen persönlichen Angriffe im wahrsten Sinne unter der Gürtellinie verhärten nur und erzeugen Gegendruck. Weiteres Beispiel der Angriff mit Namensverhunzung z.B. gegen Hr. Scheitlin. Bleibt bei der Sache, stellt gegenüber, diskutiert und fightet. Aber fair. Eures Magazines wahrlich nicht würdig. Abo? Nein danke. Jetzt nicht.

    • Apostel sagt:

      Dann kauf dir halt kein Abo…und beharr auf irgendwelchen Artikeln im ZGB..davon geht die Welt auch nicht unter. Schönes Leben! Nimm dich nicht zu wichtig..

      • Jonathan sagt:

        Zum Abschluss an Apostel: „Über den Tonfall lässt sich diskutieren“ (Zitat Apostel). Das wollte ich ja eigentlich. Da wird mir aber Zeugs ins Schreiben interpretiert und Beharren aufs ZGB unterschoben dass sich die Balken biegen. Offensichtlich ist Diskussion nur solange erwünscht, wie die andere Meinung der eigenen entspricht. Ansonsten: Frei zum Abschuss! Schön einfach. Weiter so.
        Interessant wäre die Meinung des Vereins zu „neo-sozialistischem Kampfblatt “Saiten”.

        • Apostel sagt:

          > „Der «Verein Saiten» ist ein parteipolitisch und konfessionell neutraler und gemeinnütziger Verein (Art. 60 ff. ZGB).
          Ach ja? Schade, diesen Pfad habt ihr schon länger verlassen.“
          > „So kaufe ich mir ein parteipoitisch unabhängiges Kulturblatt das sich dann als “neo-sozialistisches Kampfblatt” entpuppt“
          > „Dann soll der Verein Saiten aber schnell das “parteipolitisch und konfessionell neutraler und gemeinnütziger Verein” streichen.“

          als ob’s dir nur um den Tonfall der Demo geht… (die übrigens verglichen mit anderen Aktionen/Demos eine ganz ganz brave Veranstaltung war. Sollte sich übrigens auch die Bullerei bewusst sein, in Zürich oder Bern wäre das ganz anders rausgekommen)

          Saiten – lass dich nicht zähmen, bleib wild, frei und kritisch in der Sache!

          • Jonathan sagt:

            Apostel kann’s nicht lassen und unterschiebt mir laufend Zeugs: „Als ob’s dir nur …“.
            Tja, so ein Sendungsbewusstsein ist schon krass. Ich bin volljährig, siedle mich im links-grünen Bereich an (in dieser Reihenfolge), habe Nein gestimmt, verliere bei Wahlen und Abstimmungen meistens usw. Ich meine zu 100% nur den Tonfall und lass‘ mir nichts reininterpretieren. Ist das soweit ok und verstanden? Darf ich das meinen, was ich schreibe und das auch noch selbst? Danke gütigst. Ende und Aus.

  • Irritierter sagt:

    Geschätzte Frau Riedener

    Es sei gleich vorweg genommen: Ich war mir am 9. Februar nicht sicher, welches Votum ich in die Urne legen soll. Für mich hatte keine der beiden Seiten wirklich überzeugende Argumente und beide trotzdem irgendwie recht. Aus diesem Grund habe ich mich meiner Stimme enthalten in dieser Angelegenheit und mich auf das Beobachten konzentriert.

    Wenn ich allerdings beobachte, wie seit dem 9. Februar auf der Seite der EU Befürworter mit andersdenkenden Menschen verfahren wird, durchfährt mich ein Schauder. Wer sich nicht entschuldigt oder fremdschämt für die Entscheidung des Volkes am 9. Februar, wird umgehend in die rechtsextreme Ecke gestellt. Dieses verhalten ist für mich absolut undemokratisch und kindisch.

    Ich selbst habe auch amüsiert und gleichzeitig auch irritiert das Schauspiel vor dem Einstein beobachtet. Als „gehässig“ würde ich weniger die Reaktionen der Gäste als vielmehr den angeschlagenen Ton der Demonstration bezeichnen. Die meisten Gäste die ich beobachten Konnten versuchten einfach möglichst unbehelligt an dieser kleinen Schar von Demonstranten vorbei zu kommen. Auf Parolen wie „Verpiss dich“, die Verhunzung des Namens „Köppel“ aber auch die Assoziation der Veranstaltung und deren Besucher mit dem Nazitum (Bunt statt Braun) scheint mir die Bezeichnung „gehässig“ doch besser zu passen.

    Seit dem 9. Februar kann ich mich dem Eindruck nicht erwehren, dass die eher links orientierten Menschen und Medien (wie beispielsweise der nach „Bestrafung der Ja-Sager“ rufende Christian Levrat) glauben, das alleinige Recht darauf zu haben, ihre Meinung zu verbreiten. Darf man heute immer noch unabhängig von der Politischen Ausrichtung seine Meinung öffentlich vertreten, ohne mit Störaktionen rechnen zu müssen? Wenn ich mir anschaue was aktuell so passiert (wie auch diese „Spontandemo“) habe ich so meine Zweifel.

    Und noch eine Frage zum Schluss: Sie schreiben, Herr Köppel schüre Ressentiments gegen die Migrantinnen und Migranten. Er setze sich für eine menschenverachtende Migrationspolitik ein. Waren sie selbst denn an dem Vortrag anwesend oder aus welchem Grund glauben Sie, an diesem Anlass Stimmung gegen Migrantinnen und Migranten gemacht wird?

    Ich freue mich auf eine klärende Antwort in diesem Kommentarbereich.

    Herzlichst ein sehr irritierter Beobachter

    • Apostel sagt:

      An den irritierten Beobachter:

      Na, wenn Sie sich nicht sicher waren, was Sie am 9. Februar hätten stimmen sollen, bzw. die klar rassistischen und diskriminierenden Elemente der Initiative nicht durchschaut haben, erübrigt sich jede Diskussion über den ideologischen Standpunkt von Köppel. Köppel ist und bleibt ein ideologisches Sprachrohr der Rechten und radikalen Rechten und hat sich positiv über die Initiative geäussert (die übrigens grossen Beifall von Rechtsextremen aus ganz Europa erhielt) und soll deshalb auch keine Möglichkeit haben, sine Propaganda und Hetze (vgl. z.B. die „Roma-Ausgabe“ als kleiner Denkanstos) zu verbreiten.

      Und wenn die Leute jetzt rumjammern, die DemonstrantInnen hätten jemandem das Recht auf freie Meinungsäusserung abgesprochen und die Demokratiekeule schwingen, dann zwei Anmerkungen:
      – Wenn ihr dieses Recht so hochhält, dann müsst ihr eben auch akzeptieren, dass sich gewisse Leute lautstark gegen Rechtspopulisten wie Köppel einsetzen. Über den Tonfall lässt sich diskutieren.
      – Das Recht auf freie Meinungsäusserung muss dann eingeschränkt werden, wenn dezidiert menschenverachtende, rassistische und fremdenfeindliche Hetze geäussert wird. Köppel hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er just dies tut. Darum ist es auch egal, worüber an diesem Freitag sprach. Keine Bühne für solche Leute! Das gilt für Links, wie Rechts, Oben oder Unten, Mitte, usw.

    • Corinne Riedener sagt:

      Zu ihrer letzten Frage, irritierter Beobachter:
      Nach meinem Verständnis müssten grundsätzlich alle Seiten zu Wort kommen, unabhängig vom Medium. Vor dem Hotel Einstein war jedoch nur die eine Seite vertreten. Deshalb habe ich – wie es die Berichterstattung verlangt – deren Position journalistisch korrekt, mithilfe von direkter und indirekter Rede, aufgegriffen, um die Aussagen samt Quelle möglichst transparent zu halten.

      Der Artikel, lieber Beobachter, dürfte somit eine recht wacklige Basis sein für Spekulationen über meine Ansichten und Motive, die in diesem Forum ohnehin nicht zur Debatte stehen. Meine Job war es, nebst dem Ereignis auch die Kritik der AktivistInnen wiederzugeben (vgl. O-Ton Protestflyer im Text), und dem Kritisierten allenfalls eine Stellungnahme zu entlocken, hätte ich ihn irgendwo entdeckt. Für politische Meinungen oder Ansagen bevorzuge ich den Kommentar, tendenziell ein Gefäss mit geringem Mustmassungs-Potenzial …

      Ich hoffe, ihre Frage ist damit beantwortet und freue mich – verzeihen Sie mir diese Bemerkung – wenn Sie sich bei der nächsten Gelegenheit trotz Unsicherheiten zu einer Antwort auf dem Stimmzettel durchringen können.

  • Apostel sagt:

    @ Jonathan: Da ist das Tagblatt wochenlang voll mit dem Veranstaltungshinweis für die Vorträge von Köppel. Wird ein Haufen Geld gekostet haben, das Inserat im durch und durch bürgerlichen Tagblatt zu publizieren. Und jetzt kommt Saiten als Gegen- und Alternativmedium und berichtet über eine Demo, die sich kritisch gegenüber Köpel äusser, so what?? Mus den heute alles „neutral“ und „objektiv“ sein? Wenn das Tagblatt seit Jahren als Sprachrohr für neoliberale und bürgerlich-rechte Kreise dient, motzt doch auch niemand..(ausser die Linke)
    Saiten erfüllt hier ihre Rolle, ein Medium für gesellschaftlich (und teils politisch) marginalisierte Grupen zu sein. Jeder kann sich aus dem Bericht ein eigenes Bild machen.

  • Etrit Hasler sagt:

    „Infame persönliche Angriffe“? JedeR, der nicht Nein stimmte, wird in die rechtsextreme Ecke gestellt? Jetzt haltet mal den Ball etwas flacher, liebe Kommentatorainnen. Kam jede Ja-Stimme aus dem Rechtsextremen Lager? Definitiv nicht. Genausowenig wie bei der Minarettinitiative damals. Das ist es ja, was diese Resultate so erschreckend macht.

    Aber hier geht es übrigens nicht um die Nein-StimmerInnen. Es geht um Roger Köppel. Einen Mann, den man so weit nach rechts stellen muss, dass man ihn durchaus extrem nennen darf. Der zum Beispiel Romakindern Pistolen in die Hand drücken lässt für ein knackiges Titelbild, das keinen anderen Zweck verfolgen soll, als rassistische Ängste zu schüren. Der in der Weltwoche jeden Donnerstag ekelhafte Kampagnen fährt, um seinem Geldgeber Christoph Blocher Argumente für seine abstrusen Verschwörungstheorien zu liefern und sich dabei einen Dreck schert um journalistische Qualität, Fairness oder Ausgeglichenheit. Dessen RedaktorInnen nach dem Prinzip arbeiten: „Ich frage nicht nach, ob etwas stimmt – wenn es falsch ist, können sie ja einen Gegendarstellung schreiben.“

    Dieser Mann ist schon lange kein Journalist mehr – er ist ein Hetzer. Und gegen Hetzer auf die Strasse zu gehen – nota bene friedlich, ohne dass irgendjemand oder irgendetwas zu schaden kam – das ist nicht nur lobenswert, es ist ein Grundrecht. Denn Meinungsfreiheit geht in beide Richtungen ist nicht gleichbeudetend mit dem Recht, jeden Schwachsinn unwidersprochen verbreiten zu können.

    • Apostel sagt:

      Wobei dies natürlich einer Debatte bedarf: Natürlich kam nicht jede Stimme aus dem rechtsextremen Lager – zum Glück! Aber jeder und jede, die nein gestimmt hat, muss sich völlig zu Recht – ob informiert oder uninformiert – den Vorwurf gefallen lassen, einer fremdenfeindlichen und rassistischen Initiative zugestimmt zu haben. Politisches Lager hin oder her..
      Zum Rest: absolut einverstanden!

      Und, dass jetzt einige Leute so rumheulen zeigt doch einfach, dass es wieder mal Zeit wird, in St.Gallen eine neue/alte Protestkultur zu etablieren. Vier Bullenautos, ein Kastenwagen für ein paar friedliche Demonstranten (inklusive Kinder). Blabla, „demonstrieren klar, sich wehren: klar“ aber bitte ruhige, gesittet, fernab des Kapitals, bewilligt, dokumentiert im Tagblatt (und nicht in diesem neo-sozialistischem Kampfblatt „Saiten“), differenziert, brav, bürgerlich, Rechtsextrem genau so schlimm wie linksextem, blabla.

      Zeit für ein bisschen Rebellion, fernab der Paragraphenreiterei!

  • Jonathan sagt:

    @Etrit Hasler: Alles schön, gut, nachvollziehbar. Leider hat sich die Linke den Stil der Rechten einverleibt und agiert heute genau so hetzerisch und verleumdend. Da gibt’s Leute, die auf der Wahlliste der SP standen und SVP-ler mit „Gauleiter“ beschimpfen… An der Demo wird mit „braun“ um sich geschlagen. Das ist genau so schlimm wie die erwähnte rechte Hetze gegen alles und jeden ohne das rote Büchlein mit dem weissen Kreuz drauf. Demonstrieren: Klar. Sich wehren: Klar. Aber geben wir der wachsenden Polarisierung keine Chance, sie mündet in Extrempositionen und Diskussionsunvermögen.
    @Apostel: Ok, ok. Es muss nicht alles neutral und objektiv sein. Dann soll der Verein Saiten aber schnell das „parteipolitisch und konfessionell neutraler und gemeinnütziger Verein“ streichen. Das steht beim Tagblatt nirgends. Dann passt’s wieder.

    • Etrit Hasler sagt:

      Lieber Jonathan,

      das hängt wohl vom konkreten SVPler ab, der angesprochen wurde. Dass diese Partei keinerlei Abgrenzung nach rechts vornimmt und durchaus auch Neonazis in ihrer Mitte toleriert, ist bekannt genug. Ihre Exponenten haben schon zu Gewalt und Selbstjustiz aufgerufen, sich eine neue Kristallnacht herbeigewünscht, von der „genetischen Prädisposition zur Kriminalität“ der Balkan-Völker fabuliert. Solche Leute braun zu nennen, ist nicht eine Frage des Stils. Und auch nicht eine von Links/Rechts. Es ist eine Frage der Notwendigkeit und der Ehrlichkeit. Oder um mir ein typisches Zitat aus dieser Ecke anzueignen: „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen.“

      Denn das perfide dabei ist ja genau, dass es sich hierbei schon lange nicht mehr um Extrempositionen handelt. Sie sind wieder einmal in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und das ist nicht zuletzt der Verdienst von Roger Köppel, der aus einem einst seriösen Medium eine rechtspopulistische Kampfschrift gemacht hat. Das zu bezeichnen, ist übrigens auch keine Sache der parteipolitischen Zugehörigkeit. Ganz abgesehen davon: Die „infamen Angriffe“ die du verortest, kamen ja von den DemonstrantInnen, nicht von der Journalistin. Diese zu beschreiben, hat ja wohl kaum mit parteipolitischer oder konfessioneller Unabhängigkeit zu tun.

      • Jonathan sagt:

        Das Beschreiben war Job und ist auch absolut in Ordnung. Es ist genaus so in Ordnung, das abzudrucken. Leider vermisse ich – wenn man denn unabhängig wäre – kontroverse Artikel der „Gegenseite“. Ich will beide Seiten hören resp. lesen. So kaufe ich mir ein parteipoitisch unabhängiges Kulturblatt das sich dann als „neo-sozialistisches Kampfblatt“ entpuppt. Das bemängle ich, da ist z.B. die WOZ ehrlich. Ist aber ein kleiner Nebenschauplatz, vielleicht bin ich da zu sensibel.
        Dass solche „Mehr-als-Tendenzen“ bekämpft werden müssen ist für mich längst überfällig. Ich finde aber die Art und Weise teilweise kontraproduktiv. Wer schliesst sich spontan einem Demonstratiönchen an, das mit „braun“ und „Verpiss dich“ und gehässigen Parolen durch die Stadt zieht? So ticken die Leute halt. Wo war denn z.B. die SP? Bern war toll. Kriegt man denn das in SG nicht auch hin? Wo sind die kreativen jungen Köpfe, die mit neuen Ideen auftreten und nicht einfach abkupfern?

  • Marcel Baur sagt:

    Ich werfe hier einen weiteren Punkt in die Runde, den ich für erwähnenswert halte.
    Herr Köppel ist Journalist und wie er immer wieder betont parteilos und niemandem verpflichtet.
    Diese Position rechtfertigt eine genauere Betrachtung seiner Vortragstour quer durch die Deutschschweiz. Corinne hat die Protestaktion als Anlass genommen, sich darüber zu äussern. Absolut legitim! Dass ihr Bericht tendenziell ans linke Ufer rutscht liegt hier in der Natur der Sache und kann ihr nicht vorgeworfen werden.

  • ver(w)irrter sagt:

    seit saiten position bezieht kauf ich das sogar 😉

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