Es ist ein grosses Rätselraten.
Gibt es Alternativen für eine Autobahnausfahrt auf dem Areal des Güterbahnhofs?
Aus Sicht der bürgerlichen Parteien ist dies der einzige Hinderungsgrund für den geplanten Ausbau der Stadtautobahn. Die meisten Exponenten haben sich dagegen ausgesprochen, dass mitten im schönsten städtischen Entwicklungsgebiet eine Autobahnausfahrt gebaut werden soll.
Die Linken und Grünen setzen bei ihrer Abwehrkampagne gegen den Autobahnausbau auf die Variante Güterbahnhof. Sie haben eine Initiative lanciert, die den Stadtrat verpflichten will, sich gegen eine Ausfahrt an dieser Stelle zur Wehr zu setzen.
Es gibt zwei Szenarien:
Nächstens stellen Kanton und Bund die Pläne vor. Sie stellen fest, dass das Güterbahnareal die einzige Möglichkeit für eine Autobahnausfahrt ist. Die bürgerlichen Parteien erklären sich sogleich bereit, diese Kröte zu schlucken.
Nächstens stellen Kanton und Bund die Pläne vor. Sie erklären, dass sie eine Alternative zu einer Ausfahrt auf dem Güterbahnhof-Areal gefunden haben. Oder eine, die das Gelände nur wenig tangiert. Die bürgerlichen Parteien freuen sich und sehen die Stadtautobahn schon fertig ausgebaut. Die Linken und Grünen hören auf, Unterschriften für ihre Initiative zu sammeln. Sie brauchen einen neuen Aufhänger für ihren Kampagne.
Es ist anzunehmen, dass den entscheidenden Gremien bei Stadt, Kanton und Bund bereits bekannt ist, welche Variante richtig ist. Zu hören war, dass dazu am 20. Mai eine entscheidende Sitzung stattgefunden hat.
Informationen dazu gibt es nicht.
Es ist im Interesse der Befürworter, dass über das Projekt möglichst wenig diskutiert wird. Bald werden nämlich National- und Ständerat über die Finanzierung entscheiden.
Vorläufig muss man sich deshalb darauf beschränken, die wenigen offiziellen Verlautbarungen zu deuten. Dazu gehört die Antwort des Stadtrats auf eine einfache Anfrage von SP-Stadtparlamentarierin Evelyne Angehrn. Auf die Güterbahnhof-Frage heisst es dort:
«Derzeit erarbeiten die Fachleute von Stadt und Kanton alternative Anschlüsse für die Teilspange. Gleichzeitig ist der Bund mit den Vorbereitungen für den Start der Projektierungen für die dritte Röhre und die Teilspange beschäftigt. Ergebnisse und entsprechende öffentliche Bekanntmachungen sind im Sommer 2014 zu erwarten.»
Tönt eher nach der zweiten Variante.
Vielleicht braucht die Opposition einen Plan B.
(Mehr zum Güterbahnhof-Areal gibt es in der aktuellen Nummer von «Saiten» zu lesen.)
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