, 17. Juni 2017
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Heimatschutz-Debatte auf der Ledi

In Gais ist dieses Wochenende die «Ledi 2» in Betrieb. Auf dem Dorfplatz gibt es ein musikalisches Festprogramm. Am Sonntag wird in hochkarätiger Besetzung über den Wakkerpreis des Heimatschutzes diskutiert.

Ledi: Das ist beziehungsweise war der Wagen, mit dem früher die ganze Fahrhabe für die Alp transportiert wurde. Mit neuer Bedeutung aufgeladen worden war der Name 2013 im Rahmen des Kantonsjubiläums «500 Jahre Beitritt zur Eidgenossenschaft» der beiden Appenzeller Kantone. Neben Festspiel in Hundwil und «Zeitzeugen»-Projekt zur  Geschichte entstand damals die Wanderbühne Ledi (eine 18 Meter lange Holzkonstruktion des Gestalters Ueli Frischknecht); sie transportierte einen Sommer lang zeitgenössische Kultur in die Dörfer mit dem Ziel, «eine Verbindung zwischen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft» zu schaffen. 300 Veranstaltungen, zumeist eigens für die Ledi geschaffen, schufen, was nachhaltig über das Jubiläumsjahr hinaus nachwirkte: Netzwerke, «Banden». Und vermittelten gegen die üblichen Appenzell-Klischees das Bild einer erneuerungsfreudigen, bemerkenswert «urbanen» ländlichen Kultur.

Vier Jahre später hat eine Gruppe von Kulturinteressierten in Gais ein kleines Festival ins Leben gerufen und nennt es «Ledi 2». Die gegen 20 Veranstaltungen finden auf einer Wanderbühne auf Rädern statt: der aufklappbaren Ausstellungsplattform «Adapter» aus dem Aargau. Am Freitag ging es los, heute Samstag ist ein vielfältiges musikalisches Programm angesagt von volkstümlich bis rockig, und morgen findet statt, was einmal der Ausgangspunkt des Anlasses war: eine Podiumsdiskussion zum Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes.

Infos: ledi2.ch

Dieser wird seit 1972 für beispielhaften Ortsbildschutz verliehen. Erste Preisträgerin war Stein am Rhein. In der Ostschweiz wurden Wil, Bischofszell oder Hauptwil ausgezeichnet, aber auch die Stadt St.Gallen für die städtebauliche Grundlagenarbeit des damaligen Stadtbaumeister Franz Eberhard. Und eben: 1977 erhielt Gais den Preis, gemäss Wakkerpreis-Jury für ein «Baureglement, das weit über das Übliche hinaus darauf ausgerichtet ist, die Eigenart und Schönheit des Bestehenden zu bewahren und Neues zuzulassen, wenn es sich ästhetisch befriedigend in den Gesamtrahmen einfügt».

Zum 40-Jahr-Jubiläum diskutieren auf der «Ledi 2» am Sonntag um 11 Uhr unter der Gesprächsleitung von Hanspeter Spörri Sabrina Nemeth, Projektleiterin Baukultur beim Schweizer Heimatschutz, die Architektin Astrid Staufer, Marianne Hochreutener, Ortsbildberaterin beim Heimatschutz und der Siedlungsplaner Christian Wagner.

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