«Es geht weiter.» So lapidar fängt die Einladung zum heutigen Abend in den Thurpark Wattwil ein. Worum es bei der als «Reprise» angekündigten Veranstaltung geht, ist klar: um das Klanghaus-Projekt im Toggenburg.
«Es geht weiter»: Das war noch vor kurzem keineswegs selbstverständlich. Man erinnert sich: Am ominösen 1. März hatte das St.Galler Kantonsparlament den 19-Millionen-Kredit für das Klanghaus am Schwendisee oberhalb Unterwasser-Wildhaus versenkt – die Abstimmung fiel zwar knapp zugunsten des Kredits auf, das notwendige Quorum wurde aber verfehlt, das Projekt war damit fürs erste «gestorben». Und dies, obwohl bereits eine Volksabstimmung für den Herbst angesetzt war.
Schlecht für die Expo?
Die ersten Kommentare fielen entsprechend heftig aus, zwischen Enttäuschung und Verbitterung. In der NZZ brachte Ostschweiz-Korrespondent Jörg Krummenacher das fatale Nein damals auf den Punkt: «Ging es einst bei Kulturkämpfen um den Zwist zwischen Staat und Kirche, ist er nun Ausdruck regionaler und parteipolitischer Be- und Empfindlichkeiten.»
Krummenacher sah darin über die Klanghaus-Vorlage hinaus ein schlechtes Omen für das Expo-Projekt: «Das verheisst nichts Gutes. Denn in gut drei Jahren könnte die Ausgangslage identisch sein. Im kommenden Juni wird das Stimmvolk in den Kantonen St. Gallen und Thurgau darüber entscheiden, ob das Projekt einer Landesausstellung 2027 in der Ostschweiz weiterverfolgt werden soll. Sagt es Ja, wird dieser sankt-gallische Kantonsrat 2019 darüber befinden müssen, ob St. Gallen Zentrum der Expo sein will und bereit ist, seinen Anteil zu leisten. Werden auch dann Neid, Frust, Nachlässigkeit, gegenseitige Zerfleischung massgebend sein? Schöne Aussichten für St. Gallen – und das Land.»
Am Wochenende stimmen die Kantone St.Gallen und Thurgau über eben diesen Projektierungskredit für die Expo27 ab.
Gut für das Toggenburg
Noch vorher aber geht es mit dem Klanghaus weiter: Die IG Klangwelt kündigt per Flyer in musikalischer Sprache («da capo») und im Dialekt («förschi») an: «Wir lassen nicht locker.» Und weiter: «Der Klangraum Schwendisee ist so unglaublich einzigartig und akustisch perfekt gelegen, das darf nicht einfach so versanden.» Zu diesen Klang-Qualitäten ist Klanghaus-Initiant Peter Roth im Maiheft von Saiten ausführlich zu Wort gekommen.
Der Flyer kündigt «Korrekturen in tempi und staccato» an. Was das genau heisst, darüber wird heute abend informiert. Die musikalische Umrahmung kommt von der Geschäftsführerin der Klangwelt Toggenburg, Nadja Räss.
Di 31. Mai 18.30 Uhr Kongresshaus Thurpark Wattwil
Das Klanghaus Toggenburg ist auf dem Weg. Bisher wurde im Hintergrund gearbeitet, jetzt gehen die Promotoren an die Öffentlichkeit und werben für das 28-Millionen-Projekt. Informationen von Michael Hug.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.
Ohm41 stellen wieder aus
Das Thurgauer Pop-Phänomen Noemi Beza veröffentlicht Anfang Juni ihre neue EP. You’ll Find Me There vereint Country-Vibes mit astreinem Pop – was man ein wenig vermisst, sind Ecken und Kanten.
Kolumne: Stimmrecht im Juni
Ausstellung in Herisau
Nach 22 Jahren gibt Matthias Peter die Leitung der St.Galler Kellerbühne ab. Vom Raum ist er nach wie vor begeistert. Aber dem Kabarett ging es auch schon besser, erzählt er im Gespräch.
Die Thurgauer Künstlerin Micha Stuhlmann befasst sich in ihrem neuen Projekt mit dem Dasein im Moment. Am 7. Juni findet dazu ein Workshop in St.Gallen statt und am 26. Juni zeigt sie mit ihrem Ensemble die finale Performance in Kreuzlingen.
Die Tonhalle Wil wurde 1876 eröffnet. Seither bereichert sie praktisch ununterbrochen das kulturelle Leben der Äbtestadt. An den kommenden zwei Wochenenden wird gefeiert.
Jonas Ulrich taucht mit seinem ersten Spielfilm in die Black-Metal-Welt ab. Wolves ist eine bildstarke Geschichte über Einsamkeit und das Dazugehören, voller Gegensätze und mit etwas holprigen Dialogen.
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Mit Internet Archive Switzerland entsteht in St.Gallen ein Ableger des grössten Archivs für Websiten und Künstliche Intelligenz weltweit. Ausserdem im Juniheft: Männer unter Generalverdacht, das grosse St.Galler 80er-Buch, das Abschiedsinterview mit dem langjährigen Kellerbühnenchef und die Flaschenpost aus Venedig.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
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Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.