, 29. März 2014
keine Kommentare

Im April: Saiten sitzt nach

Ein Heft zur Bildungsdebatte – freie Schulen, neues Lernen, alte Konflikte. Ausserdem: 20 Jahre Breakdance im Container. Neuland im Kino. Und 20 Jahre Saiten im Cover.

Die eine Seite propagiert: Schule ohne fixe Stunden und Klassen, Schülerinnen und Schüler, die nach eigenem Gusto und im eigenen Tempo lernen, «nichtdirektiven » Unterricht. Die andere Seite fordert: wieder mehr Drill und Leistung, Schluss mit der «Kuschelschule ». Und dazwischen steckt die Staatsschule, unter Reformdruck und Dauerkritik. Über Schule weiss jeder und jede Bescheid – schliesslich haben wir alle einmal die Schulbank gedrückt oder sind Eltern von Schulkindern. Drum diskutieren alle mit, wenn es um Bildung geht, darum wird ein Lehrplan 21 zum Politikum und polarisieren Filme wie jüngst Alphabet. Aber wissen wir wirklich Bescheid?

Saiten wollte mehr wissen über das hoch emotionale Thema Bildung und Lernen. Anlass dazu gibt es reichlich – etwa die publikumswirksamen Ergebnisse der Hirnforschung, die (fast) allen Kindern potentielle Hochbegabung attestiert. Oder die Vielzahl aktueller Schul-Filme im Kino, neben Alphabet etwa Tableau noir, The Way to School oder Neuland.

Und schliesslich ein Jubiläum: Die Monterana-Schule Degersheim ist zwanzig Jahre alt – gleich alt wie Saiten. Wir haben uns dort und in anderen privaten und staatlichen Schulen umgesehen, sprechen mit Bildungsprofis, leuchten die Schulkritik vom rechtskonservativen Rand aus. Und haben dabei viel gelernt. Zum Beispiel dies: Die Ostschweiz ist ein eigentliches Pionierland, wenn es um private Schulen und neue Lernmodelle geht. Oder das: Die eine, einzige, für alle Kinder und Jugendlichen richtige Schule gibt es nicht und wird es nie geben – zum Glück.

Bei allem Staunen über die bewegte Lernlandschaft Ostschweiz: So neu ist das alles auch wieder nicht. 1994 ist in deutscher Übersetzung ein zauberhaftes Buch erschienen: Totto-chan von Tetsuko Koroyanagi. Die Autorin schildert die Erinnerungen eines Mädchens an die Schulzeit während des Zweiten Weltkriegs: Die widerspenstige Tottochan kommt nach missglückten Versuchen, sich der Regelschule anzupassen, in die seltsame Schule des Herrn Ôsaku Kobayashi, der in ausrangierten Eisenbahnwaggons die Kinder nach dem Lehrplan des Herzens unterrichtet. Der Untertitel fasst ihre Erlebnisse zusammen: «So wunderbar kann Schule sein». Lehrer Kobayashi hätte einem unserer Autoren bestimmt gut gefallen: Ludwig Hasler beschliesst das Titelthema mit einem Lob auf die charismatische Lehrerin, den leidenschaftlichen Lehrer.

Ausserdem im Heft: noch ein Zwanzigjähriger – der Breakdance-Container im Flon St.Gallen. Dazu die Aktualitäten aus dem Kulturgeschehen. Und zwei neue Kolumnen-Stimmen: Leyla Kanyare und Dani Fels.

 

DER INHALT:

Reaktionen

Positionen
Blickwinkel von Michael Bodenmann
Redeplatz mit Arne Engeli
Einspruch von Res Flückiger
Zwanzig Jahre Saiten: alle Cover
Stadtpunkt von Dani Fels
Grenzen sprengen

Neues Lernen

Lernen im Spielmodus
Selbstgestaltetes Lernen – Zwanzig Jahre MonteranaSchule.
von Peter Surber

Stadt, Wald und Labor als Lernraum
Eine Exkursion durch Lernlandschaften.
von David Nägeli

«Noten sind pseudogenau»
Zwei Junglehrerinnen im Gespräch. von Bettina Kugler

Alles andere als frei
VPM – die Schule als Schauplatz ideologischer Kämpfe.
von Katharina Flieger

Der ultimative Plan
Lehrplan 21 – Schule machen ist auch ohne Schüler schwierig.
von Corinne Riedener

Freie Schulen in der Ostschweiz – die Liste

Im Auge der Lehrerin
Lernen bleibt eine persönliche Affäre.
von Ludwig Hasler

Perspektiven

Flaschenpost
Indien –Wahlkampf in der grössten Demokratie der Welt.
von Tobias Hänni

RapperswilJona
Vorarlberg
Thurgau
Schaffhausen
Stimmrecht von Leyla Kanyare

Desirée Koller zeichnet den AprilComic.

Report
Schweissperlen und Funkbeats
20 Jahre Breakdance im Jugendkulturraum Flon.
von Luca Ghiselli und Florian Bachmann

Kultur

Musik
ZumVorlesen: Stahlbergers neue Lieder

Literatur
Herrlicher Fundus: Helen Meiers neues Buch Kleine Beweise der Freundschaft.
von Andrea Gerster

Kunst
Walter Angehrns Land Marks – in Buchform und als Ausstellung.
von Peter Surber

Medien
Interpellation im Kantonsrat: «Unzufrieden mit der Thurgauer Zeitung».
von Harry Rosenbaum

Artist in Residence von Georg Gatsas

Film
Der Dokumentarfilm Neuland zeigt für einmal die gute Schweiz.
von Andreas Kneubühler

Theater
Freirampe zeigt «Schiffbruch» von Rebecca C. Schnyder als Uraufführung.
von Peter Surber

Weiss auf Schwarz

Abgesang
Kellers Geschichten
Bureau Elmiger
Charles Pfahlbauer jr.
Boulevard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Impressum

Herausgeber:

 

Verein Saiten
Frongartenstrasse 9
Postfach 556
9004 St. Gallen

 

Telefon: +41 71 222 30 66

 

Redaktion

Corinne Riedener, Peter Surber, Julia Kubik

redaktion@saiten.ch

 

Verlag/Anzeigen

Marc Jenny, Philip Stuber

verlag@saiten.ch

 

Anzeigentarife

siehe Mediadaten

 

Sekretariat

Irene Brodbeck

sekretariat@saiten.ch

 

Kalender

Michael Felix Grieder

kalender@saiten.ch

 

Gestaltung

Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio
grafik@saiten.ch

Saiten unterstützen

 

Saiten steht seit über 20 Jahren für kritischen und unabhängigen Journalismus – unterstütze uns dabei.

 

Spenden auf das Postkonto IBAN:

CH87 0900 0000 9016 8856 1

 

Herzlichen Dank!