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Im digitalen Dschungel zu Hause

Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.

Piero Stinelli gehört zu den Internetpionieren der Schweiz. (Bild: Andri Vöhringer)

Piero Stinelli gehört zu den Internetpionieren der Schweiz. (Bild: Andri Vöhringer)

In sei­nem Le­ben dreht sich vie­les ums Ana­lo­ge und ums Sam­meln: Im La­den Klang und Kleid in der St.Gal­ler Alt­stadt ver­kauft er seit 1993 Schall­plat­ten, aber auch al­ler­hand Vin­ta­ge-Pro­duk­te, Me­mo­ra­bi­lia, Hü­te und – wie es der Na­me sagt – Klei­der. Und er selbst ist ein pas­sio­nier­ter Samm­ler al­ter Schel­lack­plat­ten. 

Doch Pie­ro Sti­nel­li, bes­ser be­kannt un­ter dem Na­men Pi­no, ist auch in der di­gi­ta­len Welt zu Hau­se. Mit der von ihm mit­ge­grün­de­ten Fir­ma Va­di­an.net be­treibt er seit über 30 Jah­ren di­ver­se Web­sites und bie­tet IT-Dienst­leis­tun­gen an. Und als das WWW, das heu­te das Ner­ven­sys­tem der mo­der­nen Ge­sell­schaft bil­det, in den frü­hen 90er-Jah­ren öf­fent­lich zu­gäng­lich wur­de, ge­hör­te er zu den In­ter­net­pio­nie­ren in der Schweiz.

Ums Sam­meln geht es auch in Sti­nel­lis neus­ter di­gi­ta­ler Er­run­gen­schaft: Er in­iti­ier­te die An­sied­lung des In­ter­net Ar­chi­ve Switz­er­land in St.Gal­len, des welt­weit erst vier­ten Stand­orts des In­ter­net Ar­chi­ve. Die­ses führt un­ter ar­chi­ve.org ei­ne di­gi­ta­le Bi­blio­thek und hat sich der Ar­chi­vie­rung di­gi­ta­ler und ana­lo­ger Da­ten und Me­di­en ver­schrie­ben. Es ist ge­wis­ser­mas­sen das Ge­dächt­nis des In­ter­nets.

Es be­gann mit Do­nald Trump

Die Wahl des Stand­orts St.Gal­len hat ei­ne lan­ge Vor­ge­schich­te: En­de No­vem­ber 2016 schrieb In­ter­net-Ar­chi­ve-Grün­der Brews­ter Kah­le im Blog von ar­chi­ve.org, das Ziel, ei­ne di­gi­ta­le Ko­pie des Ar­chivs in ei­nem an­de­ren Land zu er­rich­ten, wer­de nun rea­li­siert und man baue das In­ter­net Ar­chi­ve of Ca­na­da auf, ver­bun­den mit ei­nem Spen­den­auf­ruf. Es war ei­ne di­rek­te Re­ak­ti­on auf die Wahl von Do­nald Trump zum US-Prä­si­den­ten: «Am 9. No­vem­ber er­wach­ten wir in Ame­ri­ka zu ei­ner neu­en Re­gie­rung, die ra­di­ka­le Ver­än­de­run­gen ver­sprach. Dies führ­te uns deut­lich vor Au­gen, dass In­sti­tu­tio­nen wie die un­se­re, die auf Lang­fris­tig­keit an­ge­legt sind, sich auf Ver­än­de­run­gen ein­stel­len müs­sen», hiess es in Kah­les Post.

We­ni­ge Ta­ge spä­ter wand­te sich Pi­no Sti­nel­li per E-Mail an das In­ter­net Ar­chi­ve. Er schlug vor, ne­ben dem 2004 in Ams­ter­dam er­öff­ne­ten In­ter­net Ar­chi­ve Eu­ro­pe ei­nen zwei­ten Stand­ort in Eu­ro­pa zu grün­den, wo­für sich die Schweiz auf­grund der sta­bi­len po­li­ti­schen Ver­hält­nis­se und ins­be­son­de­re die Stadt St.Gal­len we­gen ih­rer lan­gen Bi­blio­theks­tra­di­ti­on, aber auch als Uni­ver­si­täts­stand­ort gut eig­nen wür­de. Er be­rich­te­te auch der kan­to­na­len Stand­ort­för­de­rung von der Idee, das In­ter­net Ar­chi­ve nach St.Gal­len zu ho­len. Beat Ul­rich, der da­ma­li­ge Lei­ter, zeig­te sich da­von sehr an­ge­tan und woll­te die Ver­ant­wort­li­chen zu Ge­sprä­chen vor Ort ein­la­den. Er spricht auch heu­te noch von ei­nem «Per­fect Match». «Es han­delt sich nicht um ei­ne be­lie­bi­ge Fir­ma, die man an­sie­delt, und es geht auch nicht pri­mär um Ar­beits­plät­ze», sagt Ul­rich. «Wo könn­te so et­was bes­ser hin­pas­sen als in die Wis­sens- und Ar­chiv­stadt St.Gal­len.»

Das In­ter­net Ar­chi­ve ant­wor­te­te auf Sti­nel­lis Nach­richt, dass dies ei­ne span­nen­de Idee sei, die Geld­be­schaf­fung für den Stand­ort in Ka­na­da aber be­reits lau­fe und es nun ver­wir­rend wä­re, gleich ei­nen wei­te­ren Stand­ort ins Au­ge zu fas­sen. Man wol­le das je­doch ger­ne zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt prü­fen. 

Von der Pan­de­mie aus­ge­bremst

Et­wa zwei Jah­re spä­ter mel­de­te sich Beat Ul­rich, in­zwi­schen Ge­schäfts­füh­rer des St.Gal­len Sym­po­si­ums, im Kon­text an­de­rer IT-Kon­tak­te wie­der bei Pi­no Sti­nel­li. Da­bei hät­ten sie sich auch über das In­ter­net Ar­chi­ve un­ter­hal­ten, er­zählt Sti­nel­li. Ul­rich ha­be ge­sagt, er be­su­che fürs Sym­po­si­um oh­ne­hin bald ein paar Fir­men im Si­li­con Val­ley, das wä­re doch ei­ne gu­te Ge­le­gen­heit, um auch am Haupt­sitz von In­ter­net Ar­chi­ve in San Fran­cis­co vor­bei­zu­schau­en – und Sti­nel­li bot ihm so­gleich an, ihn zu be­glei­ten. 

Nach ein paar Vi­deo­mee­tings ist es im De­zem­ber 2019 dann so weit: Sti­nel­li und Ul­rich ma­chen sich auf den Weg in die USA. Ihr Ziel: mit ei­ner Ab­sichts­er­klä­rung, dass das In­ter­net Ar­chi­ve bei ei­nem nächs­ten mög­li­chen Stand­ort­ent­scheid nach St.Gal­len kom­men will, zu­rück­keh­ren. «Es gab gros­ses In­ter­es­se von öf­fent­li­chen In­sti­tu­tio­nen und Stif­tun­gen, bei der An­sied­lung mit­zu­hel­fen», sagt Sti­nel­li. Auch die IT-Bil­dungs­of­fen­si­ve des Kan­tons St.Gal­len, dank der von 2019 bis 2027 jähr­lich 75 Mil­lio­nen Fran­ken in die di­gi­ta­le Zu­kunft flies­sen, und die da­durch be­güns­tig­te Ein­füh­rung des In­for­ma­tik­stu­di­ums an der Uni­ver­si­tät St.Gal­len hät­ten ge­hol­fen, die Ver­ant­wort­li­chen zu über­zeu­gen. Schliess­lich ha­be Brews­ter Kah­le die (un­ver­bind­li­che) Ab­sichts­er­klä­rung un­ter­zeich­net.

Doch die­se war kaum mehr wert als das Pa­pier, auf dem sie ge­druckt war, als zwei Mo­na­te spä­ter das Co­ro­na­vi­rus die Welt und da­mit auch das Pro­jekt zum Still­stand brach­te. Und als die Pan­de­mie end­lich über­stan­den war, wü­te­te in der Ukrai­ne der Krieg. «Da war es schwie­rig, Geld für ein sol­ches Pro­jekt zu sam­meln», sagt Sti­nel­li. Erst 2024 wur­den die Ge­sprä­che wie­der auf­ge­nom­men. So wur­de St.Gal­len zum zwei­ten eu­ro­päi­schen Stand­ort und zum vier­ten welt­weit.

«Wi­ki­pe­dia wür­de oh­ne das In­ter­net Ar­chi­ve nicht mehr funk­tio­nie­ren»

Wich­tig sei nun, die wert­vol­le Ar­beit des In­ter­net Ar­chi­ve zu ver­mit­teln, be­tont Sti­nel­li, der auch im Bei­rat von In­ter­net Ar­chi­ve Switz­er­land sitzt. «Ein Ziel von mir ist, die­se In­hal­te bes­ser und im­mersiv er­leb­bar zu ma­chen – an Or­ten, wo es ums Wis­sen geht, in Mu­se­en, Bi­blio­the­ken, an der Uni.» Auf ar­chi­ve.org sei letzt­lich «das Welt­wis­sen» ar­chi­viert. Es sei ein Trug­schluss zu glau­ben, die­ses sei oh­ne­hin im In­ter­net ge­si­chert. Web­sites wür­den sich ver­än­dern, Links ver­schwin­den. Da­von sei bei­spiels­wei­se auch ein di­gi­ta­les Le­xi­kon wie Wi­ki­pe­dia be­trof­fen. «Wi­ki­pe­dia wür­de oh­ne das In­ter­net Ar­chi­ve nicht mehr funk­tio­nie­ren», sagt Sti­nel­li. Denn wenn ein On­line­ar­ti­kel ir­gend­wann ge­löscht wer­de und so die Quel­le ver­schwin­de, müss­te auch der je­wei­li­ge Wi­ki­pe­dia-Ein­trag wie­der um­ge­schrie­ben wer­den. Das In­ter­net Ar­chi­ve er­set­ze je­doch sol­che «bro­ken links» durch Mil­lio­nen von Ver­wei­sen ins ei­ge­ne Ar­chiv und leis­te da­mit ei­nen wich­ti­gen Teil zur Wis­sens­be­wah­rung.

Da­zu tra­ge auch die Di­gi­ta­li­sie­rung und das Zu­gäng­lich­ma­chen von Bü­chern im In­ter­net Ar­chi­ve we­sent­lich bei. Sti­nel­li hofft, dass dank des neu­en Stand­orts in St.Gal­len künf­tig der «an­gel­säch­si­sche Über­hang», al­so der Fo­kus auf eng­lisch­spra­chi­ge Bü­cher, et­was ab­neh­me und ver­mehrt auch Bü­cher und Me­di­en in an­de­ren Spra­chen ins Ar­chiv flies­sen.

Die hu­ma­ne Such­ma­schi­ne

Pi­no Sti­nel­lis Fai­ble für die di­gi­ta­le Welt reicht in ei­ne Zeit zu­rück, als sie für die brei­te Be­völ­ke­rung noch kaum exis­tier­te. In den 80ern, als Tee­nie, sei er ein Com­pu­ter­nerd ge­we­sen und ha­be hob­by­mäs­sig pro­gram­miert, er­zählt er. Die Freu­de sei ihm ir­gend­wann aber ver­gan­gen, weil die da­ma­li­gen Com­pu­ter­spei­cher so schnell voll ge­we­sen sei­en. 

Der junge Pino Stinelli in einem Beitrag des Schweizer Fernsehens (ab 1:50). 

Sie kehr­te zu­rück, als er 1990 das Stu­di­um der Staats­wis­sen­schaf­ten an der HSG be­gann. Die Stu­die­ren­den hät­ten ei­nen Zu­gang zum In­tra­net er­hal­ten. «Die­ses hat­te auch ei­ne Hin­ter­tür ins In­ter­net», sagt Sti­nel­li. Das hiess da­mals: ein paar tau­send Ser­ver, die vor al­lem für den Aus­tausch von Da­tei­en (FTP) oder für ein­fa­che Such­diens­te wie WAIS – mit­ent­wi­ckelt von Brews­ter Kah­le – oder Go­pher «ge­baut» wa­ren. «Ab dem ers­ten Au­gen­blick hat es mir den Är­mel rein­ge­zo­gen. Ich ha­be an­ge­fan­gen, all die­se Ser­ver zu durch­fors­ten.» Sti­nel­li be­gann, sel­ber Diens­te zu pro­gram­mie­ren – Mes­sen­ger, Platt­for­men, um ein Fax übers In­ter­net zu ver­schi­cken, oder ein di­gi­ta­les Te­le­fon­buch.

Mit der Zeit sei er zur «hu­ma­nen Such­ma­schi­ne» ge­wor­den, sagt Sti­nel­li. Er wuss­te, wo wel­che In­for­ma­tio­nen im Netz zu fin­den wa­ren. Vie­le da­von ver­bar­gen sich ent­we­der hin­ter kryp­ti­schen URLs oder in Fo­ren bei­spiels­wei­se von Uni­ver­si­tä­ten. Er fand, es müs­se viel ein­fa­cher sein, sol­che In­for­ma­tio­nen zu­gäng­lich zu ma­chen. Als er rea­li­siert ha­be, dass man In­ter­net­adres­sen auch mit nach­voll­zieh­ba­ren Na­men re­gis­trie­ren las­sen kön­ne, ha­be er sich – un­ter Mit­hil­fe ver­schie­de­ner Per­so­nen und In­sti­tu­tio­nen – zahl­rei­che Do­mains ge­si­chert – news.ch, wet­ter.ch, jobs.ch, kre­dit.ch, re­stau­rant.ch, ho­tel.ch etc. Nicht mit dem Ziel, sie ei­nes Ta­ges teu­er zu ver­kau­fen, son­dern um sie als Por­ta­le zu be­trei­ben, vie­le da­von mit Part­ner­fir­men, wel­che die In­hal­te lie­fer­ten. «Ge­ra­de zu ei­ner Zeit, als es noch kaum spe­zia­li­sier­te Web­sites gab, konn­te man das gut so lö­sen.»

Gröss­te News­platt­form der Schweiz

1995 grün­de­te Sti­nel­li zu­sam­men mit Till Bann­wart die Fir­ma Va­di­an.net, die sie auch heu­te noch ge­mein­sam füh­ren. Sie ent­wi­ckel­ten un­ter an­de­rem CMS-Sys­te­me für aus­län­di­sche In­sti­tu­tio­nen und Fir­men, um News zu ver­brei­ten. «Um et­was Ver­gleich­ba­res in der Schweiz auf­zu­bau­en war es noch zu früh, es wa­ren noch zu we­ni­ge Per­so­nen im Schwei­zer In­ter­net un­ter­wegs. Auch die gros­sen Me­di­en­häu­ser pu­bli­zier­ten da­mals auf ih­ren Web­sites nur we­ni­ge Nach­rich­ten­mel­dun­gen pro Tag», sagt Sti­nel­li. 

Nach mehr­jäh­ri­ger Auf­bau­ar­beit – die Schwei­zer Nach­rich­ten­agen­tur SDA (seit 2018 Key­stone-SDA, Anm. d. Red.), die mehr­heit­lich im Be­sitz der gros­sen Me­di­en­häu­ser ist, ha­be sich lan­ge ge­wei­gert, ei­nem rei­nen On­line-Me­di­um die In­hal­te zu ver­kau­fen – ging 2000 die Platt­form news.ch an den Start und lie­fer­te kos­ten­los re­dak­tio­nell be­ar­bei­te­te Agen­tur­mel­dun­gen und ei­ge­ne In­hal­te. Von An­fang an be­lie­fer­te news.ch auch an­de­re Por­ta­le wie Blue­win, Swis­son­line, Ca­b­le­com, MSN oder je­ne der gros­sen Mo­bil­funk­an­bie­ter mit ih­ren Bei­trä­gen. «In den frü­hen Nuller­jah­ren stamm­te über die Hälf­te der in der Schweiz im In­ter­net kon­su­mier­ten News von uns», sagt Sti­nel­li.

Doch die im­mer un­vor­teil­haf­te­ren Kon­di­tio­nen der SDA, die Sti­nel­li als «miss­bräuch­li­che Prak­ti­ken» be­zeich­net (die SDA wur­de 2014 von der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ge­büsst, d. Red.), sin­ken­de Wer­be­ein­nah­men we­gen Goog­le und Face­book so­wie die In­ter­net-Of­fen­si­ve der gros­sen Zei­tun­gen und Ver­la­ge zwan­gen news.ch 2016 da­zu, den re­dak­tio­nel­len Be­trieb ein­zu­stel­len. Die Sei­te ist zwar im­mer noch im Ar­chiv-Mo­dus on­line und wird mit Bei­trä­gen von Part­ner­web­sites, die Va­di­an.net be­treibt, ge­le­gent­lich ak­tua­li­siert, aber klas­si­sche News gibt es nicht mehr. Auch der ers­te On­line­ka­len­der von Sai­ten stamm­te von Va­di­an.net.

Wie vie­le Do­mains heu­te auf Va­di­an.net re­gis­triert sind, weiss Pi­no Sti­nel­li selbst nicht ge­nau. «Es sind ei­ni­ge», sagt er mit ei­nem La­chen.

Zu­rück zum Ana­lo­gen 

Das Ana­lo­ge und das Di­gi­ta­le ver­band er im gros­sen Stil auch für sei­nen La­den Klang und Kleid, den er 1993 mit­ge­grün­det hat­te. Er mach­te dar­aus ei­nen der gröss­ten On­line­shops der Schweiz. Was mit ei­nem Be­stell­for­mu­lar für La­va­lam­pen be­gann, ent­wi­ckel­te sich zu ei­nem Web­shop mit Wa­ren­korb-Sys­tem, in dem nebst ei­ge­nen Ar­ti­keln auch «Spe­cial In­te­rest»-Pro­duk­te ex­ter­ner An­bie­ter:in­nen ein­ge­bun­den wa­ren, bei­spiels­wei­se für zehn­tau­sen­de aus­län­di­sche Fil­me im Ori­gi­nal­ton. Auch dut­zen­de The­men­shops ge­hör­ten da­zu, ob für Kos­tü­me, Vi­de­os oder an­de­res. 

Vor rund zehn Jah­ren ent­schied Sti­nel­li je­doch, das On­line-An­ge­bot «aus öko­lo­gi­schen und ethi­schen Grün­den» – ins­be­son­de­re we­gen der Päck­li­flut – zu­rück­zu­fah­ren, aber auch des­halb, da­mit per­sön­li­che Be­geg­nun­gen im La­den wie­der in den Vor­der­grund tre­ten. In die­sem Fall ist das Ana­lo­ge wich­ti­ger als das Di­gi­ta­le.


ar­chi­ve.org 
in­ter­net­ar­chi­ve.ch

FC St.Gal­len vs. FC Lu­ga­no 5:0 – St.Gal­len de­klas­siert ein de­zi­mier­tes Lu­ga­no

Der FC St.Gal­len nützt ei­ne frü­he ro­te Kar­te ge­gen Lu­ga­no gna­den­los aus und schickt den bis­her so sou­ve­rä­nen Lea­der gleich mit 5:0 nach Hau­se. Ein denk­wür­di­ger Nach­mit­tag zum Nach­le­sen hier im SENF-Ti­cker.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Bücherherbst

Vom Fest­hal­ten und los­las­sen

Von Karsten Redmann,
Alles in allem taschenbuch julia trachsel

Die Er­de ist nicht ge­nug

Das Na­tur­mu­se­um St.Gal­len er­öff­net Mit­te No­vem­ber zum zehn­jäh­ri­gen Be­stehen sei­nes Neu­baus den Aus­stel­lungs­be­reich «Mensch und Uni­ver­sum». Zwi­schen Kli­ma­kri­se und Ster­nen­him­mel geht es um ei­ne ziem­lich gros­se Fra­ge: Wo ste­hen wir ei­gent­lich?

Von Philipp Bürkler,
Naturmuseum Mensch und Universum Niklas Thalmann

Ein ziem­lich ab­ge­fah­re­nes Ding

Seit zehn Jah­ren gibt es die Re­si­den­cy in der Bi­blio­thek An­dre­as Züst im Al­pen­hof, die­sem so schwer zu fas­sen­den Ort in In­ner­rho­den. Der run­de Ge­burts­tag wird nun mit ei­nem viel­fäl­ti­gen Fes­ti­val ge­fei­ert.

Von Hanspeter Spörri,
Alpenhof bibliothek andreas zuest residency

Ein künst­le­ri­sches Ge­ne­ra­tio­nen­tref­fen

Be­vor die Kunst­hal­le St.Gal­len im De­zem­ber we­gen Um­bau­ar­bei­ten vor­aus­sicht­lich bis April 2027 schliesst, dreht sie noch­mals voll auf. In der Aus­stel­lung «House of Ch­an­ge: Pre-Con­s­truc­tion-Warm-Up-Ga­lo­re» prä­sen­tiert sie im lau­fen­den Mo­nat ein dich­tes, bun­tes Pro­gramm an Kunst und Kul­tur.

Von Larisa Baumann,
House of change larisa baumann 1

Zwi­schen Kunst und Kör­per 

In der Aus­stel­lung «Smi­le ma­nia­cal­ly we’re ali­ve» ver­bin­det Ja­la Wa­hid schein­bar ge­trenn­te Wel­ten. Sie schlägt dar­in ei­ne Brü­cke zwi­schen Er­in­ne­rung, Emo­ti­on, Wis­sen­schaft und Po­li­tik. 

Von Sieglinde Wöhrer,
Jala Wahid Smile maniacally were alive Sieglinde Woehrer

Ver­ei­nig­te Kul­tur­sze­ne pro­tes­tiert ge­gen den Spar­ham­mer

Die er­neu­ten Spar­vor­schlä­ge der St.Gal­ler Re­gie­rung stos­sen auf brei­te Ab­leh­nung. Die Kul­tur­sze­ne so­li­da­ri­siert sich ge­gen die Ab­bau­plä­ne. Die Kul­tur­lob­by hat sich in Stel­lung ge­bracht. Obs hilft?

Von Roman Hertler,
2611 Kulturgelder gaffa rappenspalter 2 farbe

Kunstausstellung

Mut­ter­schaft in Öl ge­fasst

Von Vera Zatti,
Cecileund Pina300dpi

Die Meis­te­rin der Bei­läu­fig­keit

Ei­gent­lich woll­te Zsuz­san­na Gah­se kei­ne Bü­cher mehr schrei­ben. Nun hat sie mit An­ge­rich­tet ihr Werk doch noch ein­mal er­wei­tert. Ih­re Spra­che dar­in bleibt neu­gie­rig, hu­mor­voll und spie­le­risch. Und wirkt fast wie ein Kom­men­tar zum ei­ge­nen li­te­ra­ri­schen Schaf­fen.

Von Michael Lünstroth,
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Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel

Ana­ly­se des müt­ter­li­chen Wahn­sinns

Von Veronika Fischer,

Zwi­schen Ruhm und Knast

Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

Von Peter Surber,
01 Jakob Stutz 11 cut

Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

Von Vera Zatti,
Artist Picture Mo Kle 2 Credits Johannes Gruber

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

Bouk­hal­fa und Gört­ler brin­gen die Es­pen in Füh­rung, wel­che das Team dann über die Zeit bringt.

Von SENF Kollektiv,
Senf

«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
Steinmodell 2

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle