Es ist das 250. Heft von Saiten. Es ist anders. Wir haben versucht, es besser zu machen.
Zum einen die äusseren Werte: Seit Frühling 2013 sind unsere Grafiker, Larissa Kasper, Rosario Florio und Samuel Bänziger, für die Gestaltung des Magazins verantwortlich. Sie haben das Jubiläumsheft als Gelegenheit für ein leichtes Redesign genutzt und das schöne Saiten-Gewand noch schöner gemacht. Und praktischer. Saiten darf sich aber gleich doppelt freuen: Seit Oktober ist auf saiten.ch (also hier) nämlich der frisch überarbeitete, leserfreundlichere Onlineauftritt zu bestaunen. Mehr dazu auf Seite 34 (oder hier).
Zu den inneren Werten: Seit der ersten Saiten-Ausgabe im April 1994 hat sich einiges verändert. Nicht nur für das Magazin, sondern auch für die Medien im Allgemeinen. Unsere 250. Ausgabe haben wir zum Anlass genommen, einerseits in der Heftgeschichte zu wühlen, in alten Geschichten; dem Niedergang der «Ostschweiz», dem Wegweisungsartikel und der «Dauer-Baustelle Kultur». Und um zu fragen, wie es um diese Themen heute steht. Andererseits denken wir über die Zukunft unserer Arbeit nach. Katti Flieger war am ersten Reporterforum der Schweiz, Angelo Zehr und Luca Ghiselli haben einen kritischen Blick auf «ihr» Kulturmagazin geworfen. Und Beni Bischof zeichnet das Psycho-Diagramm von Saiten.
Aber: Für die nächsten 250 Ausgaben brauchen wir in erster Linie Sie und Dich, verehrte Leserin, verehrter Leser. Als wir im August in der Retraite waren und bei herrlichstem Wetter, mit Sicht auf die Alpen und das Rheintal, die baldige Eroberung der Grossregion St.Gallen planten, wurde uns klar: Wir müssen uns an euch wenden, wenn uns das gelingen soll. Drum die Bitte: Füllt die Umfrage aus, die als Karte diesem Heft beiliegt (oder auch hier zu finden ist). So können wir uns ein Bild eurer Wünsche, Träume und Vorlieben machen – und euch danach zum Anstossen im Saiten-Büro einladen. Herzlichen Dank für die Rückmeldung!
Ausserdem im Heft: Die dunkle Seite der St.Galler Stickereigeschichte, zweimal Nachrichten aus dem Osten, das neue Aeronauten-Album und allerhand Polit- und wirkliches Theater.
Corinne Riedener
PS: Da dieser Tage wieder allerenden der Rechtsrutsch beschworen wird, überlassen wir das letzte Wort einem ausgewiesenen Fachmann in Sachen Medien, dem 2002 verstorbenen Journalisten und Psychotherapeuten August E. Hohler. 1972 schreib der St.Galler in der Festschrift zu Hans Zollikofers 70. Geburtstag:
«Wenn die ‹linke Position› diejenige ist – und eine treffendere Umschreibung ist mir bisher nicht bekannt geworden –, von der aus Veränderungen des Bestehenden zum Wohle der Menschen und der Menschheit bewirkt werden sollen, dann muss ein heutiger, seinem Beruf gewachsener Publizist notgedrungen ein ‹Linksintellektueller› sein.»
Reaktionen & PositionenBlickwinkel von Marco KamberRedeplatz mit Rebecca C. SchnyderEinspruch von Urs C. EigenmannStadtpunkt von Dani FelsNach Der Wahl INach Der Wahl II
«Dass Saiten immer wieder ausschert»Wie Saiten früher jubiliert hat.von Peter Surber
Schlechte PresseDas Ende der «Ostschweiz» war nur der Anfang.von Corinne Riedener
Willkür bleibt ein ThemaDer Wegweisungsartikel zehn Jahre danach.von Urs-Peter Zwingli
Die ewige KulturbaustelleDas Kunstmuseum ringt noch immer um Raum.von Peter Surber
Raus aus dem Klüngel – Rein in die Debatte!Ein Saitenverriss von zwei jungen Journalisten.von Luca Ghiselli und Angelo Zehr
Reporterblut und MedienschelteDas erste Schweizer Reporterforum.von Katharina Flieger
Alles neu bei Saitensaiten.ch und das Heft sind neu gestaltet.
PerspektivenFlaschenpost I von Mike Sarbach aus KiewFlaschenpost II von Cathrin Caprez aus MontenegroWinterthurToggenburgRheintalAppenzell AusserrhodenStimmrecht von Yonas Gebrehiwet
Eine schwarze FamiliensagaWie die Rheintaler Textildynastie Rohner zu Macht und Reichtum kam.von Ralph Hug
Waters Is Back – And Flowing!Der Ausnahmepianist Peter Waters spielt wieder in der Ostschweiz.von Peter Surber
Faul wie ein Brett an der SonneAndreas Niedermanns legt seinen Kurzgeschichtenband Country vor.von Hanspeter Spörri
In der Tonne Herings WonneKopfreisen mit Monika Schnyders Gedichtsband Tethys.von Clemens Umbricht
Für immer Fuck The SystemDie Aeronauten singen ein Hohelied auf alle Freaks.von Urs-Peter Zwingli
Schmuckstein in trostloser LandschaftWinterthur bekommt ein neues Programmkino.von Giancarlo Corti
Die Hexe Von PositanoEine Reise zu den Bildern von Vali Myers in Gruyère.von Florian Vetsch
Liebe Oder Politik?«E0b0ff» inszeniert Eduard II. Mit Zündstoff für die Gegenwart.von Peter Surber
Theater mit der PolizeiPolizeiaspiranten üben den Ernstfall.von Harry Rosenbaum
Theater mit der Schule
Weiss Auf Schwarz
AbgesangKellers GeschichtenCharles Pfahlbauer Jr.Boulevard
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.