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Im Oktober: Saiten mag es klassisch.

Ein Heft zum Zustand der Klassik hierzulande. Ausserdem. Bücherherbst, das Interview mit Koni Bitterli
nach dem Wechsel von St.Gallen ans Kunstmuseum Winterthur, linke Diskurse und Männerpalaver. Und eine Schlange.
Von  Redaktion Saiten , 
Die Bilder zum Titelthema sind von Ladina Bischof.

Heute schon geübt? Tonleitern, Griffe, Rhythmen, Koloraturen? Musikmachen ist grossartig. Und anstrengend. Wer es, zumal in der Klassik, aber auch
auf der E-Gitarre, auf einen einigermassen grünen Zweig bringen will, der muss üben üben üben. Auf Knopfdruck geht da nichts. Zum Glück. Denn Musikmachen ist vor allem dies: Ich und mein Instrument. Hier und jetzt. Analog. Und miteinander.

Die Bildstrecke in unserem Titelthema erzählt von dieser Faszination. Sie erzählt ohne Worte von der Präsenz und Intensität des gemeinsamen Musizierens. Ladina Bischof konnte bei der Generalprobe des Jugendorchesters Thurgau in Arbon fotografieren, einige Stunden vor dem Konzert mit einem anspruchsvollen Beethoven-Programm.

Berthold Seliger, der deutsche Publizist und Rockspezialist, erzählt in seinem dieser Tage erscheinenden Buch Klassikkampf andere Geschichten.
 Er rechnet mit aufklärerischem Furor ab mit einem Klassikbetrieb, der auf mehrheitstaugliche Events, auf den Konsum repräsentativer Werke, auf die Zementierung eines gesellschaftlichen Eliteverständnisses ausgerichtet ist. Und damit weder die Vielfalt der Gesellschaft abbildet noch dem anspruchsvollen Gehalt der Werke gerecht wird. Auf die «Systemkrise» der Klassik unter den Bedingungen des neoliberalen Markts antwortet Seliger mit einem erneuerten, widerständigen Klassikbegriff. Er plädiert dabei gegen den Zeitgeist
für eine harte Unterscheidung von E- und U-Kultur. Und für die Förderung der musischen Bildung auf allen Ebenen und für alle Schichten.

Wir nehmen das Erscheinen des Buchs und eine begleitende Veranstaltungsreihe im St.Galler Musiklokal Palace zum Anlass, nach der Lage der Klassik hierzulande zu fragen – insbesondere danach, ob und wie Kinder und Jugendliche den Weg zur klassischen Musik finden und wie es um die zeitgenössische Klassik steht. Neben den Lokalterminen und Porträts zwischen Thurgau, St.Gallen und Appenzell schlägt der frühere Opernimpresario Michael Schindhelm im Interview die grossen Bögen zwischen E und U, Europa und China, Musik und Politik.

Am Ende ist dies vermutlich das eigentlich «Revolutionäre» an der als bürgerlich verschrieenen Klassik: dass sie das Hören schärft, die Sinne
öffnet statt verstopft und damit den Menschen ein bisschen freier macht. Grosse Worte… Heute schon geübt?

Ausserdem im Heft: Bücherherbst, das Interview mit Koni Bitterli
nach dem Wechsel von St.Gallen ans Kunstmuseum Winterthur, linke Diskurse und Männerpalaver. Und eine Schlange.

Peter Surber

 

Der Inhalt:

Reaktionen/Positionen

Reaktionen
Redeplatz 
mit Gilberto Zappatini
Stimmrecht von Gülistan Aslan
Herr Sutter sorgt sich… von Bernhard Thöny
Evil Dad von Marcel Müller
Blickwinkel von huber.huber

Klassik

«Klassikkampf»
Die Sache der ernsten Musik ist es wert, für sie zu kämpfen.
von Berthold Seliger

Ein Buch schlägt Alarm
Berthold Seligers Idealbild der musischen Bildung hat es in sich.
von Peter Surber

Zauberformel J+M
Wie bringt man die Jungen zur Klassik? Und nützt der neue Verfassungartikel Jugend und Musik etwas?
von Peter Surber

Vom Klassik-Virus gepackt
Der Hornist und die Geigerin: Zwei junge Ostschweizer spielen (fast) ganz oben mit.
von Bettina Kugler

Abwehrschlacht von der Felsenburg
Michael Schindhelm über bedrohte paradiesische Verhältnisse im Klassikbetrieb.
von Claudio Bucher

«Man kann dem Panda nicht vorwerfen, dass er am Aussterben ist»
Zeitgenössische Klassik – ein Fall für Eingeweihte? Vier Antworten.

Für das Titelthema fotografierte Ladina Bischof an der Generalprobe des Jugendorchesters Thurgau.

Perspektiven

Flaschenpost aus Taiwan
von Benjamin Ryser

Eine neue Ökologie:
Aktivist und Philosoph Thomas Seibert im Gespräch.
von Michael Felix Grieder

Kultur geht baden:
Die Luzerner Finanzpolitik bedroht die freie Szene.
von Hans Stutz

Kultur

Der neue Direktor des Kunstmuseums Winterthur Koni Bitterli im Gespräch.
von Giulia Bernardi

Wils Jugend will ein Jugendhaus.
von Bettina Scheiflinger

Wundersam:
 Christine Fischers neues Buch Der Zweifel, der Jubel, das Staunen.
von Peter Surber

Andrea Gersters Roman Alex und Nelli: eine Liebesgeschichte?
von Gallus Frei-Tomic

Vom hohen Himmel und von fremden Zimmern: neue Gedichtbände von Jürg Beeler und Jochen Kelter.
von Rainer Stöckli

Der St.Galler Wassily (Dachs) veröffentlicht sein Debutalbum Liebesding.
von Adrian Hoenicke


Wie ich die Novelle Der Schimmelreiter kennenlernte.
von Florian Vetsch

Kulturparcours – quer durch die Ostschweiz

Mixologie
von Niklaus Reichle und Philipp Grob

Am Schalter im Oktober: Die Halle

Abgesang

Kehl buchstabiert die Ostschweiz
Kellers Geschichten
Kreuzweiseworte
Pfahlbauer
Boulevard

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
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Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0505 max

Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
2026 Stadtrat Collage farbig

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 12 43

Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
DSC02202 Kopie

Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
2610 RIO Saalbild

Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0218 max

Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
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