, 1. Juni 2022
keine Kommentare

Im Traum mit Fellini

Das Rote Velo ist zehn Jahre alt. Zum Jubiläum spielt die Truppe ein Stück mit Puppen und Menschen, in dessen Mittelpunkt Maestro Fellini steht. Im Juni macht «Die Traummaschine» Station in St.Gallen und in Herisau.

Szene aus der «Traummaschine» mit Viva Foster und Jack Widdowson. (Bilder: Ingo Höhn)

Als «ein wider- und hintersinniges Stück über das Träumen, Lügen und Scheitern» lobt es die «Luzerner Zeitung» in ihrer Premierenbesprechung. «Die Inszenierung taumelt zwischen poetischen Sequenzen mit skurrilen Puppen, stilisierten Albtraumszenarien und tollen Dialogen, die einen in den besten Momenten an Fassbinder-Filme erinnern.»

Das Stück heisst Die Traummaschine und ist eine Koproduktion des Luzerner Theaters mit der freien Kompagnie Rotes Velo. Letztere hat ihre Ursprünge in St.Gallen, vor zehn Jahren haben Exequiel Barreras, Hella Immler und Emilio H. Díaz Abregú sie gegründet. Seither sind rund ein Dutzend Produktionen entstanden, darunter Revolution Dada (2018), die Endzeitvision Eine Stunde auf Erden (2017) oder das Rennfahrerstück Pit Stop (2015).

Die Zusammenarbeit von Laien und Profis ist eines der Markenzeichen (etwa 2017 in Alles Gueti oder 2016 in Ich bin… Punk), ebenso die Vermischung von Tanz, Schauspiel, Musik und Performance.

Und jetzt, erstmals, die Zusammenarbeit mit einem Stadttheater. Die Luzerner Schauspieldirektorin Katja Langenbach lobt den «unermüdlichen Forschungswillen» der Truppe und ihren Anspruch, Theater zum «Gesamtkunstwerk» zu machen, in dem alle Elemente und Mitspielenden ebenbürtig wichtig sind. Nachzulesen ist das im Buch, das zum Jubiläum erscheint. Es bietet einen kurzen Rückblick auf die zehn Jahre sowie den Stücktext der Traummaschine auf Deutsch und auf Englisch.

Autor und Regisseur Díaz Abregú denkt sich darin den alternden Filmregisseur Federico Fellini aus, der chaotisch und von Versagensängsten geplant einen Film zu realisieren versucht – umgeben von Schauspieler:innen und getrieben von seinen Träumen.

Die Traummaschine:
5. und 6. Juni, 20 Uhr, Lokremise St.Gallen,
7. Juni, 20 Uhr, Tanzraum Herisau

rotesvelo.ch

Für das fellinieske Geschehen hat der Regisseur nicht nur den Text geschrieben, sondern auch die Bühne und die Puppen geschaffen, die eine zentrale Rolle im Stück spielen: «lebensgrosse Figuren mit überdimensionalen Köpfen, winzige Holz-Biege-Püppchen und kopflose Spielzeugpuppen», wie sie in der Luzerner Kritik beschrieben werden.

Mit seinem Jubiläumsstück radelt das Rote Velo nach dem Start in Luzern und Bern im Juni jetzt wieder nach St.Gallen und auch nach Herisau zurück.

Dieser Beitrag erschien im Juniheft von Saiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Impressum

Herausgeber:

 

Verein Saiten
Gutenbergstrasse 2
Postfach 2246
9001 St. Gallen

 

Telefon: +41 71 222 30 66

 

Hindernisfreier Zugang via St.Leonhardstrasse 40

 

Redaktion

Corinne Riedener, Peter Surber, Roman Hertler

redaktion@saiten.ch

 

Verlag/Anzeigen

Marc Jenny, Philip Stuber

verlag@saiten.ch

 

Anzeigentarife

siehe Mediadaten

 

Sekretariat

Irene Brodbeck

sekretariat@saiten.ch

 

Kalender

Michael Felix Grieder

kalender@saiten.ch

 

Gestaltung

Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio
grafik@saiten.ch

 

Saiten unterstützen

 

Saiten steht seit über 25 Jahren für kritischen und unabhängigen Journalismus – unterstütze uns dabei.

 

Spenden auf das Postkonto IBAN:

CH87 0900 0000 9016 8856 1

 

Herzlichen Dank!