, 13. November 2019
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Innensicht: Eisenbahn-Charme

Bemerkenswerte historische oder heutige Restaurant-Interieurs in der Stadt St.Gallen stellt die Rubrik «Innensicht» vor, eine Kooperation der Heimatschutz-Sektion St.Gallen/Appenzell I.Rh. mit Saiten. Heute: Lokremise

Besondere Räume stellt diese Innensicht-Reihe vor. Das vielleicht speziellste Restaurant überhaupt in der Stadt St.Gallen ist die «Lok». In der ab 1903 erbauten, über sechs Meter hohen Halle standen ursprünglich Dampflokomotiven. Seit 2010 herrscht – namentlich am Sonntagmorgen beim Brunch – ein dichtes Menschengedränge.

Lok, Grünbergstrasse 7
071 272 25 70, lokremise.ch

Den faszinierenden Ort hatten junge Theaterleute in den 1990er-Jahren entdeckt, und ab 1999 organisierte die Galerie Hauser & Wirth hier Sommerausstellungen. Danach waren es die Kulturleute des Kantons, die sich für den Kauf und die Umnutzung als Kulturzentrum mit Restaurant stark machten. Dies gelang 2008 mit dem Ja der Stimmberechtigten.

Das Zürcher Architekturbüro Stürm und Wolf gewann den Wettbewerb für den gut 17 Millionen Franken teuren Umbau des grössten erhaltenen Ringdepots der Schweiz und rettete dessen Charme: Von den Schienen im Boden über Markierungen an den Wänden bis zur Gartenbeiz über der Drehscheibe erinnert das Haus an seine Vergangenheit. Die Ein- bauten fürs Theater, fürs Kinok und fürs Restaurant sind so platziert, dass die Weite der Halle spürbar bleibt, nicht zuletzt auch dank der gläsernen «Sichel», die die Architekten vor das innere Halbrund gestellt haben.

Vom Zentrum, der Drehscheibe, her betritt man das Lokal durch die ursprünglichen Tore der Remise und erlebt so die ganze industrielle Wucht. Zum Raumerlebnis tragen auch die alten Fenster bei, die dank innerer Aufdoppelung erhalten blieben. Drinnen sitzt man, flankiert von der silberglänzenden Installation über der Bar – sie stammt vom in Genf lebenden Künstler John M. Armleder – an weiss gedeckten Tischen. Wer Glück hat, ergattert sich einen Platz an einer der Tisch-und-Bank-Kombinationen, auf denen man seitlich auf den alten Schienen hin- und herrollen kann. Die vorbeifahrenden Züge immer vor Augen, nimmt selbst die Speisekarte der Gastro-Kette von Peter Schildknecht die Stimmung auf.

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