, 29. August 2019
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Innensicht: Ganz und gar unmartialisch

Bemerkenswerte historische oder heutige Restaurant-Interieurs in der Stadt St.Gallen stellt die Rubrik «Innensicht» vor, eine Kooperation der Heimatschutz-Sektion St.Gallen/Appenzell I.Rh. mit Saiten. Heute: Militärkantine.

Man will sich lieber nicht vorstellen, wie es tönte, wenn die Offiziere Reden schwangen oder Rapporte verlasen. Auch wenn die Militärkantine im Namen weiterlebt, martialischer Ton und Drill sind schon vor Jahrzehnten nach Herisau umgezogen.

Militärkantine
Kreuzbleicheweg 2
071 279 10 00
militaerkantine.ch

1902 wurde das romantisierende Schlösschen als Kantine und Bürogebäude in Betrieb genommen. Geplant hatte es St.Gallens damaliger Stadtbaumeister Albert Pfeiffer. Unten die Soldatenkantine, darüber der Saal für die Offiziere, in den Obergeschossen Büros des Waffenplatzkommandos und eine Wohnung für den «Kantinier». Lange hiess das Restaurant dann «Kastanienhof», und der prächtige Aussenbereich unter den Kastanien ist denn auch die Attraktion in der warmen Jahreszeit.

2014 war die sorgfältige Renovation des Hauses beendet. Im Restaurant im Erdgeschoss steht in der historischen Atmosphäre eine neue Bar, deren farbenfroher Fries auf die Geschichte des Hauses anspielt. Gestaltet hat ihn die Textildesignerin Annina Arter. Mit Liebe zum Detail sind im Eingangsbereich und im Flur Terrazzoböden neu gegossen worden. Sie sind mit Metallstreifen eingefasst – mit den gleichen Streifen, die man auch am Buffet findet. Der Saal im Obergeschoss mit seiner mächtigen Säule im Zentrum und dem grosszügigen Balkon sowie daneben die ehemalige Küche werden heute für Gesellschaften genutzt.

Die Erneuerung aussen und jene von Parterre und erstem Stock hat die Stadt finanziert, das Geld für das Hotel hat das Betreiberkollektiv zusammengetrommelt. All das wurde honoriert: Die Militärkantine wurde 2017 zum «historischen Hotel des Jahres» erkoren, und der Schweizer Heimatschutz führt es in seiner Publikation der «Schönsten Hotels der Schweiz». Die Zimmer sind mit nordischen und heimischen Klassiker-Möbeln ausgestattet – Armee-Mief gibt es keinen mehr.

 

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