, 11. November 2019
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Innensicht: Kaminfeuer und Sägespäne

Bemerkenswerte historische oder heutige Restaurant-Interieurs in der Stadt St.Gallen stellt die Rubrik «Innensicht» vor, eine Kooperation der Heimatschutz-Sektion St.Gallen/Appenzell I.Rh. mit Saiten. Heute: August

1984 liess der inzwischen verstorbene Wirt Charlie Coray die «Augustinerhalle» an der Ecke Augustiner-/Metzgergasse/Unterer Graben zum «August» umbauen. Architekt war Peter Affentranger aus Luzern. Und so wie die Bar damals eingerichtet wurde, präsentiert sie sich auch nach 35 Jahren noch. Im Cheminée des St.Galler Ofenbauers Josef Christian Buck brennt noch immer das Feuer, auf dem Messingboden liegen Sägespäne, die Bar hat noch immer ihre Bogenform, und die Stahltische an der Säule sind nach wie vor beliebte Plätze. Auch das Abwurfrohr hinter der Bar, das leere Flaschen direkt in den Keller befördert, ist noch da.

August, Augustinergasse 31,
079 419 46 53, august­bar.ch

Die Tatsache, dass ein Design aus den 80er-Jahren überlebt hat, zeigt dessen Qualität. Charlie Coray hatte das gute Gespür für aktuelle Bartrends und liess nicht locker, bis alles stimmte. So lassen sich die schmalen Türflügel zum Treppenhaus dank eines Spezialbeschlags in der jeweiligen Gegenrichtung öffnen, die Enge optimal nutzend.


Der «August» entstand allerdings zum Teil unter «Chrämpfen». Den ersten Stock, die «Tavola» mit dem langen Tisch, baute Coray 1987 ohne Bewilligung aus, was ihn 700 Franken Busse kostete. Lange Diskussionen gab es auch 1991, als der runde Dachaufbau geplant wurde. Die Baubewilligungsbehörde bezeichnete ihn als «gewagt, aber gut», verlangte aber Anpassungen, während der Denkmalpfleger am «nicht harmonischen» Akzent keine Freude hatte.

Alles ist längst Geschichte. Der «August» ist zur Institution geworden, samt «Tavola» mit italienischen Viergängern für Gesellschaften und Zigarren-Lounge unter der Rotunde mit Aussicht über die Stadt. Martin und Gabi Tinner und ihr Team sorgen seit 2007 nicht nur für die Drinks und für die Küche, der «August» ist auch ein Kulturlokal mit regelmässigen Lesungen und Konzerten.

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