, 2. Januar 2016
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Integriert dank Arbeit

Mein Leben ist durch die Arbeitswelt nicht nur vielseitiger geworden, ich kenne mich mittlerweile auch ziemlich gut aus in der Schweiz – geografisch und auch gesellschaftlich.

Yonas Gebrehiwet (Bild: Ladina Bischof)

Mehr als zwei Jahre ist es jetzt her, seit ich meine Ausbildung bei der Textilfirma Sefar AG begonnen habe. Ich erinnere mich noch gut ans Schnuppern und an die ersten Arbeitstage. Diese waren ziemlich streng und ich hatte Mühe, acht Stunden lang im Stehen zu arbeiten. Nach kurzer Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt und heute ist es völlig normal.

Die Sefar produziert Präzisionsgewebe und ist weltweit führend in den Bereichen Siebdruck und Filtration. Das Unternehmen beschäftigt über 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schweiz, weltweit sind es über 2200. Mein Lehrbetrieb ist in Thal stationiert.

Da es in Eritrea keine beruflichen Perspektiven gibt, musste ich mir die einzelnen Berufe in der Schweiz zuerst einmal anschauen und einige Male schnuppern, um zu erfahren, was es für Möglichkeiten gibt. Textiltechnologe war nicht unbedingt der Beruf, den ich um jeden Preis lernen wollte. Da die Sefar aber von allen Schnupperbetrieben der interessanteste war, entschied ich mich, es in der Textilbranche zu versuchen.

Diese Ausbildung war der Schlüssel zu meiner Integration in der Schweiz. Da ich meine Tage grösstenteils in der Textilfachschule in Zürich oder bei der Arbeit in Thal verbringe, habe ich die deutsche Sprache schon nach kurzer Zeit beherrscht. Und weil meine Schulkameraden aus allen möglichen Kantonen der Schweiz kommen, lernte ich rasch auch die verschiedenen Dialekte zu verstehen.

Mein Leben ist durch die Arbeitswelt nicht nur vielseitiger geworden, ich kenne mich mittlerweile auch ziemlich gut aus in der Schweiz – geografisch und auch gesellschaftlich. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Integration gelingt nur dann, wenn die Leute arbeiten können und ausgebildet werden, nicht beim Schlafen und Essen.

Yonas Gebrehiwet, 1996, ist mit 15 Jahren aus Eritrea in die Schweiz gekommen. Er wohnt in Rheineck und macht eine Ausbildung zum Textiltechnologen.

 

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