, 28. Mai 2013
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Janjatovic oder die Seele des Spiels

Pa Madou wechselt zu Sion und Dejan Janjatovic kann es noch besser.

Hier zuerst ein paar News vor dem Spiel gegen die Grasshoppers:

Pa Madou wechselt zum FC Sion, wahrscheinlich mit einem Dreijahresvertrag. Im Vorverkauf zum GC-Match wurden bislang 16’000 Tickets verkauft. Montandon und Nushi dürften das Spiel wegen Verletzungen verpassen. Der Einsatz von Wüthrich ist ebenfalls fraglich.

Nun zu Dejan Janjatovic und einer vorzeitigen Saisonbilanz:

«Wir haben bald so viele Punkte geholt wie letzte Saison in der Challenge League», sagte St.Gallens Trainer Jeff Saibene nach dem Match gegen Servette.

Ein Blick auf die Rangliste zeigt, dass er damit nicht weit daneben liegt.

Die Schlussrangierung der Challenge League führte St.Gallen mit 30 Spielen und 64 Punkten an.

Die aktuelle Tabelle der Super League zwei Runden vor Schluss: FC St.Gallen, 34 Spiele 59 Punkte.

Damit gelang dem FCSG eine ähnlich gute Leistung gegen eine ungleich stärkere Konkurrenz.

Allerdings ist die aktuelle Mannschaft auch besser besetzt als in der Challenge League. Entscheidend waren zwei Personalien: Statt Muntwiler und Imhof nehmen nun Nater und Janjatovic die zentralen Positionen ein.

Der erst 21jährige Dejan Janjatovic gilt (wie Nater) als eine der Entdeckungen dieser Saison.

Für Jeff Saibene ist er «die Seele unseres Spiels».

Janjatovic wechselte im Winter 2012 zum FC St.Gallen. Er hatte im Nachwuchs von Bayern München gespielt (etwa mit Alaba), war in diverse deutsche Auswahlmannschaften aufgeboten worden (etwa mit Götze) und hatte sich dann zu einem unglücklichen Abstecher zum spanischen Klub Getafe verleiten lassen.

Erstaunlicherweise landete er danach in der Ostschweiz. Möglicherweise erhielt Saibene einen Tipp von Heiko Vogel (Ex-Bayern, Ex-Basel). Jedenfalls zahlte St.Gallen für einen Spieler, der in München einmal «als bester seines Jahrgangs» galt (laut dem früheren Bayern-Nachwuchschef Werner Kern), etwa 100’000 Euro Ablöse an Bayern und gab ihm gleich einen Vertrag für viereinhalb Jahre. Zuerst absolvierte Janjatovic ein halbjähriges Aufbautraining. In der Challenge League kam er bloss einmal zum Einsatz.

Als danach die Super League startete, war Janjatovic Stammspieler – als wäre dies von vornherein klar gewesen.

Saibene nennt die Gründe: Janjatovic zeichne sich durch eine für sein Alter grosse Reife aus, zu seinen Stärken gehörten Übersicht und Instinkt: «Er riecht förmlich, wo der Ball hinkommen wird».

Sieht man den FC St.Gallen spielen, kann man sich danach oft an keinen einzigen Spurt von Janjatovic erinnern. Er scheint sich stets im Rhythmus des Spiels zu bewegen, ist fast immer auf Ballhöhe. Dank seiner technischer Fähigkeiten findet er auch in grosser Bedrängnis eine Lösung. Konzentriert man sich ein paar Minuten lang nur auf ihn, fällt auf, dass er eigentlich dauernd in Bewegung ist. Oft reichen ihm aber ein paar Schritte, mit denen er seine Position so verändert, dass er wieder anspielbar ist.

Kann er nicht noch viel mehr?

Was in ihm sonst noch steckt, lässt er ab und zu aufblitzen: Wenn er wie gegen Servette mit einem energischen Dribblung und einer präzisen Flanke auf Nushi das 1:0 einleitet.

Dann denkt man: Janjatovic, nicht Nater und auch nicht Scarione, könnte der Spielmacher dieser Mannschaft sein.

Den Anhaltspunkt, dass er sein Talent wohl noch nicht ausschöpft, liefert die Statistik: Ein Tor und drei Assists sind keine wirklich gute Bilanz.

Zum Vergleich: Nushi schaffte bisher vier Tore und sieben Assists.

Wo kann Janjatovic noch besser werden?

Die Antwort von Saibene ist fast so lang wie seine Lobeshymne: Beim «Biss», zählt er auf. «Aber auch bei der Schnelligkeit». Janjatovic müsse in einem höheren Rhythmus und mit mehr Intensität spielen. Und natürlich: «Mehr Tore, mehr Assists.»

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