…mein Leben! Mit 13 Jahren habe ich zum ersten Mal Jazz gehört, gespielt vom kanadischen Pianisten Oscar Peterson. Danach wollte ich nichts mehr anderes hören und hatte mich fest entschlossen, Jazzpianist zu werden und die Welt mit meiner Musik zu erobern. Es war ein langer Weg, aber ich lebe meinen Traum. Jazz ist für mich mehr als Musik. Es ist eine Lebensweise, ein Mikrokosmos eines musikalischen Höhepunkts, der in einem kreativen Aspekt in keiner Weise übertroffen werden kann und vom Moment lebt. Jazz ist für mich eine Sprache, ein Portal zum Rest der Welt, und er verbindet Menschen verschiedener Kulturen auf Lebzeiten! I love it!
Claude Diallo, 1981, Pianist, Trogen und New York
…der trippelnde Tanz Monks, die elegante Langsamkeit des Whirling Derwish, der Blues im Mittelfingerknöchel. Jazz verschwand mit den Kakaofarben der Cakewalk-Clowns, und Jazz meidet Presley. Jazz – an den Küsten der Süffisanz galoppierte er dahin, als jeder Standards zu Bach machte. Jazz ist Baby Has Gone, larmoyant, narzisstisch – plus Cobhams Stratus. Wenn die perfekte Melodie sich im Kitsch verfängt; die Wonne im Magen beim goldenen Brass-Voicing Maria Schneiders. Jazz war Miles, wenn er uns den Hintern zustreckte und wie leer die übermässige Sekunde blies. Jazz ist Vijay Lyer im asketischen Rausch, wenn er mit Flügeln harmonischen Kalküls über die weissen Tasten fliegt.
Charles Uzor, 1961, Musikdozent und Komponist aus St.Gallen. Er empfiehlt Vijay Lyers Album Solo.
……eine der freisten Formen von Musik. Jazz verband schon sehr früh heisse Rhythmen und süsse Melodien zu einem einzigartigen Hörerlebnis, und trotzdem ist diese Musikrichtung immer offen geblieben für neue Einflüsse und hat alle Entwicklungen der Musikwelt überlebt!
E.S.I.K., 1975, Rapper, DJ und Produzent in St.Gallen
…MMM. Nein, nicht das Logo des grossen Schweizer Detailhändlers. Jazz ist Miles (Davis), Maynard (Ferguson) und Marsalis (Wynton). Drei Charaktere, die den Jazz, oder was man darunter verstehen kann, geprägt haben und immer noch prägen. Miles Davis mit seinem unverwechselbaren Stil, Maynard Ferguson als der «High Note»-Trompeter seiner Zeit und Wynton Marsalis als traditioneller Vertreter des virtuosen Trompeters der neueren Generation. Jazz ist keineswegs nur auf dieses Instrument beschränkt, dessen bin ich mir natürlich auch vollumfänglich bewusst. Allfällige Beschwerden oder Anregungen werden deshalb gerne entgegengenommen.
Daniel Riedener, 1986, ist offensichtlich Trompeter. Er wohnt in Untereggen SG und empfiehlt Miles Davis‘ Concierto De Aranjuez (Adagio), Birdland von Maynard Ferguson und Wynton Marsalis‘ Tribute to Louis Armstrong.
…Jazz ist mit dem Überbegriff «Gemüse» zu vergleichen, der für sehr Verschiedenes steht. Jazz ist der Inbegriff für Improvisation. Und die findet im Blues, Gospel, Bebop, Soul, Rock’n Roll, Rock, Pop und wie die Stile alle heissen mögen, statt. Auch improvisierte klassische Musik ist in dem Sinne Jazz. Dann gibt es die strenggläubigen, richtigen Jazzer, die nur Jazz spielen, also nur den sogenannten richtigen Jazz. Für viele von dieser besonderen Auswahl Leute ist alles andere oft gar keine Musik. Nur der richtige Jazz. Dafür wurde auch die Jazzpolizei geschaffen, die allerdings beim richtigen Freejazz wieder überflüssig wird. Deshalb die Angst vor dem Wort Jazz. Hauptsache: Jazz isch läss.
Urs C. Eigenmann, 1947, aus St.Gallen, ist Pianist und Organisator verschiedener Jazz-Festivals.
…Haltung. Improvisation. Freiheit. Energie.Haltung: Ich habe etwas zu sagen, eine Einstellung zu einem oder mehreren Themen. Improvisation: Ich orientiere mich immer wieder neu; keine Situation ist wie die andere. Freiheit: Mir stehen alle Wege offen, wenn ich sie denn begehen möchte. Energie: Groove & Melodie ergeben diese einzigartig-emotionale Aura, die berührt und mitnimmt.Vier verschlungene Bäume, jeder auf seine Art und Weise gewachsen, die zusammen ein grosses Weltendach bilden. Verwurzelt in der Tradition und doch gen neue Höhen orientiert. Das Ziel? Musik.
Stoph Ruckli, 1990, ist Bassist und Texter in Luzern. Er empfiehlt Charles Mingus‘ Album Ah Uhm, Black Narcissus von Joe Henderson, Keith Jarrett’s Köln Concert und X von Schnellertollermeier.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?