FHS-Studierende haben über Monate im Bahnhof Nord Passanten, Anwohner und Gewerblerinnen für eine sogenannte Sozialraumanalyse befragt. Parallel dazu gabs eine öffentliche Online-Umfrage. Ihre Meinung kundgetan haben so off- und online insgesamt rund 1200 Nutzer des Quartiers. (Der Schäfer gab auch seinen Senf dazu, siehe hier).
Am Mittwoch hat die städtische Baudirektorin Patrizia Adam mit FHS-Dozent Dani Fels und Stadtplanungschef Florian Kessler die Ergebnisse vorgestellt. Das Wichtigste daraus:
Diese Umfrageergebnisse sind nicht repräsentativ, geben laut Fels aber ein «Stimmungsbild» wieder. Und dieses zeigt auch, dass nicht alles schlecht ist: Den Bewohnerinnen und Bewohnern gefällt es sehr gut in ihrem Quartier im Umbruch. Die Mieten sind günstig, die Lage zentral, das Kulturangebot gut. Nur der Verkehrslärm sei ein grosser Störfaktor.
Die Bahnhofsvorfahrt wird angepasst
Prominent als Problem genannt wurde von den Befragten zudem die Bahnhofsvorfahrt, bei der Autofahrer oberirdisch nicht (mehr) halten dürfen. Die fünf Minuten Haltezeit auf den als Ersatz angebotenen Kiss+Ride-Parkplätzen im Parkhaus nebenan sind für die meisten Autofahrer zu kurz, um jemanden auf den Zug zu bringen.
Dazu sagte Adam: «Bei der Bahnhofsvorfahrt wird sich in nächster Zeit etwas ändern.» Zu erwarten ist wohl, dass kurzzeitiges Anhalten wieder gestattet werden soll.
Weiter verhandeln um den Parkplatz
Andere Änderungen werden länger brauchen: Die Stadt hat einen ausgeklügelten Planungsprozess aufgegleist (Details dazu hier). Dieser startet am 25. April mit einem öffentlichen Themenforum in der Lokremise, dem sogenannten World Café.
Zuvor wird während des Aprils eine «Werk-Stadt» (50 Rappen ins Wortspiel-Kässeli!) durchgeführt. An dieser soll über mehrere Tage «lustvoll experimentiert werden», wie Stadtplanungschef Kessler sagte. Was das konkret bedeutet, ist momentan noch offen.
Parallel dazu redet die Stadt schon seit Monaten mit dem Kanton. Diesem gehört der Grund, auf dem der grosse SBB-Parkplatz hinter dem Bahnhof angelegt ist. Der Vertrag zwischen Kanton und den SBB läuft noch bis 2028. «Verträge können allerdings auch angepasst werden», sagte dazu Kessler. Es sei aber auch hier noch nichts konkret.
Kessler stellte noch weitere, derzeit unkonkrete Überlegungen vor: etwa, dass es beim Gelände einen kleinen Busbahnhof für Fernbusse geben könnte.
«Mitsprache, nicht Mitentscheidung»
Im Laufe des Jahres werden verschiedene Planungshearings stattfinden, daraus entsteht dann eine erste Testplanung. Diese und weitere Ergebnisse aus dem partizipativen Prozess werden dann am 30. November in einem «Ergebnis-Forum» öffentlich vorgestellt.
Man darf gespannt sein, wie viel Gewicht die Ideen von unten dannzumal haben werden: Stadträtin Adam betonte, dass der partizipative Prozess «klare Grenzen» habe: «Es geht um Mitsprache und nicht Mitentscheidung.»
Kunstausstellung
Eigentlich wollte Zsuzsanna Gahse keine Bücher mehr schreiben. Nun hat sie mit Angerichtet ihr Werk doch noch einmal erweitert. Ihre Sprache darin bleibt neugierig, humorvoll und spielerisch. Und wirkt fast wie ein Kommentar zum eigenen literarischen Schaffen.
Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel
Jakob Stutz, Volksschriftsteller und Reformpädagoge mit «zwiespältigem» Charakter: Ihn lässt Ex-Kellerbühnenleiter Matthias Peter 150 Jahre nach seinem Tod noch einmal aufleben – unter anderem in Trogen, wo Stutz im Gefängnis sass.
Auf seinem neuen Album Three Chords and a Shaking Hand besingt der Rheintaler Singer-Songwriter Mo Klé die gegenwärtige Debattenkultur, Regenstürme und Selbstakzeptanz. Die Albumtaufe findet am 7. November im st.gallischen Bahnhof Bruggen statt.
Boukhalfa und Görtler bringen die Espen in Führung, welche das Team dann über die Zeit bringt.
Alexander Veljanov ist die unverwechselbare Stimme der Dark-Wave-Band Deine Lakaien. Mit seinem neuen Soloalbum gastiert er am 9. November in Frauenfeld. Ein Gespräch über Schubladen, Lüge, Wahrheit und die Frage, was Musik mit unserem Menschsein zu tun hat.
Zumthor plant in Wildhaus
Ein Wahlgang genügte: Die SP der Stadt St.Gallen schickt Peter Olibet ins Rennen um die Nachfolge von Stadtrat Peter Jans. Er erhielt 109 von 182 Stimmen. In der Fragerunde ging es um Sparpolitik, bezahlbare Wohnungen und die Frage, wie viel Opposition ein künftiges Regierungsmitglied noch machen kann.
Während Zürich und Genf geraubte Benin-Bronzen zurückgeben, laviert das Kulturmuseum St.Gallen. Derweil untersucht der Thurgau seine ethnografische Sammlung und schliess Restitutionen nicht aus. Ausserdem im Novemberheft: Der solidarische Protest der St.Galler Kulturszene gegen die Sparpläne des Kantons, die neue Ausstellung zum Zehnjährigen im Naturmuseum St.Gallen, das erste elektronische Soloalbum von Kafi-D und vieles mehr.
Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs
Ein Festival über den Tod – darf das auch lustig sein? «Last Call» lädt am 31. Oktober in St.Gallen dazu ein, über das Sterben zu sprechen. Interview mit Michelle Mauchle von der Geschäftsstelle Palliative Care Stadt St.Gallen.
In St.Gallen hat am Samstag zum ersten Mal ein emanzipatorisch-antifaschistisch-queerfeministisches Kampfsportturnier stattgefunden. Wie das aussieht? Schon ziemlich brutal, aber dann auch wieder herzlich.
Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller
Seit 35 Jahren untersucht Patrick Rohner Naturprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit Geologie, zeichnerisch, malerisch und bildhauerisch. Die Ausstellung «Faltungen» im Museum Bickel zeigt noch bis zum 22. November einen Querschnitt dieser kontinuierlichen Beschäftigung.
Klimaseniorinnen besuchen Bern
Vor dem Karlstor ein Picknick unter Bäumen am Ufer, die Mittagspause mit den Füssen im Wasser vor der Kantonsschul-Bibliothek oder ein Bier am Bächlein zwischen der Bar La Buena Onda und dem «Bierhof» – das alles soll gemäss der Machbarkeitsstudie «Alte Steinach» möglich werden. Am Montag haben sie die Verantwortlichen vorgestellt.
Delfine, Herzen und Flaggen. Die «Illo Konstanz Vol. 5» zeigt über 60 Arbeiten von internationalen Illustratoren. Die Schau lässt viel Raum für eigene Zugänge, übt aber auch Kritik und zeigt Haltung.
Der Verein Lattich im Güterbahnhofareal St.Gallen feiert das 10-Jahr-Jubiläum. Noch immer kämpft er mit Einsprachen. Der Vorstand der Gründungsphase hat aufgegeben. Seit gut einem Jahr bilden Adelheid Karli und Florim Šabani das Co-Präsidium.