, 25. September 2017
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Jetzt wird demoliert

Dem alten Wasserwerk im Rietli in Goldach geht es an den Kragen. Mit dem Abbruch verschwinden Erinnerungen an die Pioniertaten der St.Galler Stadtväter. Ein paar schöne Armaturen aber sind gerettet.

Diesmal sind die St.Galler Stadtwerke mit mehr Vorsicht ans Werk gegangen. Bevor der Abbruchhammer die alten Gebäude im Rietli in Goldach auffuhr, wurden die Gebäude bis ins Detail dokumentiert und die schönsten Armaturen gerettet.

Als im Herbst 2015 der Abbruchentscheid fiel, wurde zuerst die Notbremse gezogen: Der Stadtrat stoppte seinen ersten Abbruchantrag und liess das Gebäude durch die Denkmalpflege prüfen. Auch die Frage nach den Möglichkeiten einer anderen Nutzung wurde gestellt. Man hatte gelernt. Denn als die von Ingenieur Robert Maillart konstruierte Filterhalle mit ihren Pilzstützen 2010 in einer Nacht- und Nebelaktion abgebrochen wurde, gab es einen lauten Aufschrei.

Edles Foyer, marode Technik

Beim jetzigen Abbruch ging es um das Maschinenhaus aus der Gründerzeit der Wasserversorgung und um das Filterwerk von 1949/50 – ein typischer Industriebau aus der Hochkonjunktur. Das Maschinenhaus war innen völlig umgebaut und seit den 1960er-Jahren aussen mit einer dunklen Fassade umhüllt. Jetzt, vor dem Abbruch, stand es – allerdings stark lädiert – noch einmal in seiner alten Pracht an der Strasse, mit den hohen Bogenfenstern und den letzten erhaltenen Fassadenverzierungen. Die Denkmalpflege hat das Haus aber für den Abbruch freigegeben, denn mehr als die Fassaden sind davon nicht erhalten.

Das Filterwerk, über dessen Portal die Jahreszahlen des Baus 1949/1950 stehen, war auf den ersten Blick gut erhalten, mit einem edlen Foyer und noblen Türen ausgestattet. Dieses Gebäude hätte die Denkmalpflege gerne erhalten, doch weil das Haus voller maroder Rohre und Technik war, war eine andere Nutzung praktisch unmöglich. So wurde auch dieser Bau zum Abbruch freigegeben.

Das Schönste ist in Schönenberg

Immerhin ist das Filterwerk vor dem Abbruch bis ins Detail fotografisch dokumentiert worden und die Denkmalstiftung Thurgau war hier und demontierte die schönsten Armaturen. Wer sich dafür interessiert, kann Teile im – sehenswerten – Lager der Stiftung in Schönenberg an der Thur erwerben, wo mit solchen Materialverkäufen der Betrieb finanziert wird.

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