, 8. November 2012
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Kämpfen mit Liedern als Waffen

Michael Henry Wilson, der Regisseur des Filmes «Reconciliation – Mandela’s Miracle» (das Kinok in der Lokremise zeigt den Film nochmals am 13. November, siehe  Blog-Eintrag von letzten Freitag) wurde vom Dalai Lama persönlich auf Südafrika aufmerksam gemacht. Wenn er etwas über die Versöhnung erfahren wolle, dann müsse er mit Nelson Mandela und dem Erzbischof Desmond […]

Michael Henry Wilson, der Regisseur des Filmes «Reconciliation – Mandela’s Miracle» (das Kinok in der Lokremise zeigt den Film nochmals am 13. November, siehe  Blog-Eintrag von letzten Freitag) wurde vom Dalai Lama persönlich auf Südafrika aufmerksam gemacht. Wenn er etwas über die Versöhnung erfahren wolle, dann müsse er mit Nelson Mandela und dem Erzbischof Desmond Tutu reden. «Vergiss nicht, dass alles in Südafrika begann; mit Gandhi».

Gandhi entwickelte die Idee des gewaltlosen Widerstandes während seiner Zeit in Südafrika (1912-1914), die schwarzen Südafrikanerinnen und Südafrikaner fanden für sich einen anderen Weg des Widerstandes und der führte über die Musik.

Der zweite Film in der Südafrika-Filmreihe des Kinok, «Amandla!» (das ist Xhosa und bedeutet Kraft), ist ein einziger, über eineinhalbstündiger Soundtrack zum Kampf gegen das Apartheidsregime. Er beginnt mit der Exhumierung von Vuyisile Minis Überresten, der den Song «Watch out, Verwoerd» komponiert hat und keine zwanzig Jahre später, 1964, erhängt wurde. «Watch out Verwoerd, there comes the black man, Verwoerd.» – dieses Lied mobilisierte erstmals zum Widerstand gegen die Apartheid, die von Hendrik Frensch Verwoerd ideologisch begründet wurde.

Miriam Makeba ist nicht die einzige, die das Lied heute noch singen kann, nein auch andere Interviewte im Film haben es nicht vergessen. Ob das nun Minis Familie ist, der Musiker Hugh Masekela oder der Aktivist Sifiso Ntuli, der nicht lange nach eindringlichen Wörtern suchen muss, um das Damals spürbar werden zu lassen.

Im Sommer wurde am Ziff in Sansibar, ein bereits fünfzehnjähriges ostafrikanisches Filmfestival, im alten Ford in der Hauptstadt Stown Town, Mika Kaurismäkis Film «Mama Africa» gezeigt. Vor vollen Reihen. Was dort über die exzeptionelle Stimme und Persönlichkeit von Miriam Makeba hinaus anklang – wie die unterdrückte Stimme des Schwarzen Südafrika sich über die Lieder von 1948 bis 1994 Freiheit verschaffte – das schreit der Film «Amandla!» laut hinaus. Und wenn in Sansibar mit Makeba mitgesungen wurde, dann möchte man bei diesem Film in St.Gallen vielleicht aufstehen und den Toyi-Toyi mittanzen.

Kinok, Cinema in der Lokremise St.Gallen.
Freitag, 9. November, 19.15 Uhr
Donnerstag, 22. November, 20.30 Uhr

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