Wir machen einen grossen Schritt ins Leben
StadtASG, 23, Scheiwiller Walter, Februar 1945

Di. 28.10.2025

Wir machen einen grossen Schritt ins Leben

1200 als Jü­din­nen und Ju­den Ver­folg­te ge­lan­gen dank ei­ner Ret­tungs­ak­ti­on im Fe­bru­ar 1945 vom Ghet­to The­re­si­en­stadt nach St. Gal­len. Ih­re Le­bens­ge­schich­ten ste­hen im Zen­trum des Bu­ches.

Am 7. Februar 1945, kurz vor der Kapitulation Deutschlands, erreichte ein Rettungstransport mit 1200 Jüdinnen und Juden aus dem Ghetto Theresienstadt St. Gallen. Angestossen hatte die Befreiungsaktion 1944 das Schweizer Ehepaar Recha und Yitzchok Sternbuch, das die Unterstützung von Jean-Marie Musy fand. Der katholisch-konservative Altbundesrat trat mit dem Reichsführer SS Heinrich Himmler, den er persönlich kannte, in Verhandlungen ein. Himmler versprach sich einen Reputationsgewinn NS-Deutschlands bei den Westalliierten und veranlasste die Zusammenstellung des Transports.


Wer waren die Menschen, die durch diese Aktion in die Schweiz gelangten? Wie erlebten sie die Auswahl für den Transport und ihren Aufenthalt in der Schweiz? Wohin migrierten sie nach Kriegsende weiter? Welchen Platz nimmt die Befreiungsaktion in ihren Erinnerungen ein? Einem biografischen Ansatz folgend, wird die Geschichte dieser Rettungsaktion im 2025 erschienen Buch "Wir machen einen grossen Schritt ins Leben" Die aus dem Ghetto Theresienstadt Befreiten in der Schweiz: Lebenswege und Erinnerungen erstmals mit einem Fokus auf die Befreiten erzählt. Ihre Perspektiven werden anhand von Tagebüchern, Memoiren, Briefwechseln, Postkarten, Zeitzeug:inneninterviews und Poesiealben analysiert.


Ergänzt wird die Studie durch systematische soziodemografische Informationen zu den Befreiten, die aus Flüchtlingsakten des Schweizerischen Bundesarchivs gewonnen werden, sowie durch die Perspektiven der Schweizer Behörden, von Häftlingen im Ghetto Theresienstadt, die sich gegen eine Teilnahme am Transport entschieden, und von Schweizer:innen, die mit den Befreiten in Kontakt kamen.

 

Die Publikation ist Teil des Forschungs- und Public-History-Projekts "Zug in die Freiheit" der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. Zurzeit werden die gewonnenen Forschungsergebnisse für die schulische und ausserschulische Geschichtsvermittlung aufbereitet: Bis 2027 entstehen eine internationale Projektwebsite, ein Erinnerungsort im und um das Hadwig-Gebäude in St.Gallen, in dem die Befreiten zuerst untergebracht waren, sowie Unterrichtsmaterialien für Schüler:innen. 

 

Eine Veranstaltung des Museums Prestegg in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems im Rahmen des Begleitprogramms des Projekts Gemeinsam erinnern im Rheintal.

Veranstaltungsort
Rabengasse 3
9450 Altstätten
Preise / Kosten
CHF 12.-
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