, 15. Januar 2021
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Katzenliebe

Der Widnauer Filmemacher Lasse Linder hat mit seinem Film «Nachts sind alle Katzen grau» den Europäischen Filmpreis gewonnen und ist im Rennen um eine Oscar-Nomination. Von Margit Bartl-Frank.

In Bregenz kennt man den «Katzenmann». Christian, genannt «Fidel», ist mit seinen beiden grauen Katzen auf den Schultern eine auffällige Erscheinung. Der in Widnau aufgewachsene und in Zürich lebende Filmemacher Lasse Linder hat ihm seinen Bachelor-Abschlussfilm an der Hochschule Luzern gewidmet: Nachts sind alle Katzen grau.

Der 18minütige Dokumentarfilm zeigt Christians «Familienleben» mit den beiden Katzen Marmelade und Katjuscha. Da Christian unbedingt Vater werden möchte, lässt er Marmelade von einem Kater im Ausland befruchten. Der Film um eine eigenwillige Beziehung zwischen Mensch und Katze hat seit der Premiere 2019 in Locarno an diversen Festivals Furore gemacht. Ein kurzes Gespräch per Zoom mit dem Filmemacher.

 

Lasse Linder hat 2019 die Hochschule Luzern HSLU abgeschlossen. Seine Kurzfilme Bashkimi United und Nachts sind alle Katzen grau sind an zahlreiche Festivals eingeladen worden. Aktuell arbeitet er an einem längeren Dokumentarfilm über ältere Paare Another Day in the Garden und an einem autobiografischen Spielfilm mit dem Titel Wetterleuchten.
(Bild: Roshan Adhihetty)

lasselinder.com

Hauptpreis in Toronto, EFA-Preis in Sarajevo, Nomination zum Schweizer Filmpreis im März 2020, im Dezember der Europäische Filmpreis und jetzt die Teilnahme an der Vorausscheidung für die Oscars 2021: Gratulation, Lasse Linder!

Lasse Linder: Ich konnte mit dem Film bereits einige Preise gewinnen, das ist sehr erfreulich. Ohne die Massnahmen der Pandemie wäre es natürlich schon schöner gewesen. Der europäische Filmpreis ist normalerweise mit einer Riesengala verbunden. Wir planten mit dem Team und dem «Katzenmann», an der Preisübergabe teilzunehmen.

Wie hat «Catman» Christian, der Protagonist des Dokumentarfilms, den Erfolg erlebt?

Vor Corona begleitete er mich auf Reisen und hatte seinen Auftritt mit den Katzen. Das machte ihm Riesenspass. Es war mir wichtig, ihm dadurch etwas zurückgeben zu können. Coronabedingt fällt leider alles weg.

Vielleicht ergibt sich eine neue Möglichkeit, falls du den Oscar für den Film gewinnst?

Kaum. Die Preisverleihung findet wohl auch online statt.

Im vergangenen Sommer hast du erzählt, dass du an zwei neuen Filmprojekten arbeitest.

Meine beiden eigenen Filmprojekte musste ich letztes Jahr hinten anstellen. Ich hatte mich entschieden, wegen der Pandemie und den damit verbundenen Massnahmen 2020 für andere zu arbeiten. Im Jahr 2021 fokussiere ich mich voll auf das Entwickeln von zwei langen Dokumentarfilmen.

Am Filmfestival Tampere (Finnland) wurde Nachts sind alle Katzen grau als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Damit ist er einer von sechs Schweizer Kurzfilmen, die sich in den Kurzfilmkategorien der Acadamy Awards anmelden können. Tampere ist eines der «Oscar qualifying»-Festivals. Die Academy soll am 9. Februar bekannt geben, welche Kurzfilme auf die Short List kommen. Die effektiven Nominationen folgen am 15. März.

 

 

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