, 28. Januar 2014
2 Kommentare

Keita, Contini, Karanovic

Am Samstag beginnt die zweite Hälfte der Super-League-Saison. Die Aufregung darüber hält sich in Grenzen.

Rund um den FC St.Gallen blieb es in der Winterpause ruhig. Keine Zuzüge, keine wichtigen Abgänge, keine Abstiegsgefahr, keine bekannten finanziellen Probleme.

Eigentlich langweilig – wenn dies alles für den FC St.Gallen nicht so ungewohnt wäre.

Natürlich sind ein paar Fragen trotzdem offen:

Gelingt der Start? Vor einem Jahr und dann wieder im Sommer brauchte die Mannschaft ein paar Spiele, um auf Touren zu kommen. Lag es am harten Training? Die Verantwortlichen bestätigen diese Vermutung nicht. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr verlor der FC St.Gallen gegen den FC Aarau mit 2:0 im Cup und danach auch noch die Auswärtspartie gegen Sion (1:0). Es war die Fortsetzung einer kleiner Krise, die bereits am Ende der Vorrunde begonnen hatte. Sinnbild dafür war Marco Mathys, der in dieser Phase seinen Stammplatz an Wüthrich verlor. Eine Woche nach dem Sion-Match gewann dann St.Gallen gegen Luzern mit 4:0 – und alle Diskussionen verstummten. Mit drei Toren legte Scarione den Grundstein für den Titel des Torschützenkönigs. Den vierten Treffer steuerte der kurz zuvor vom 1. FC Köln ausgeliehene Mikael Ishak bei.

Wer spielt künftig in der Innenverteidigung? Nach den diversen Hirnerschütterungen von Montandon könnte sich für ihn die Frage stellen, was er noch alles riskieren will. Russo wäre mit zunehmender Spielpraxis eine Alternative.

Was wird mit Keita? Er hätte der St.Galler Publikumsliebling werden können, doch in der Vorrunde kam er nicht auf Touren. Inzwischen macht die Mischung aus latentem Rassimus und berechtigter Kritik an seinen Leistungen im Publikum das Verhältnis schwierig. Dazu dürfte Juho Mäkelä, der zumindest von seiner Grösse her besser in Saibenes System passt, zu weiteren Einsätzen kommen. Vielleicht ist Keitas Geschichte aber doch noch nicht zu Ende geschrieben. Auch wenn er bisher alle Möglichkeiten verstreichen liess, seine Qualitäten in Erinnerung zu rufen. Eine solche Gelegenheit hätte es beispielsweise im Match gegen Swansea gegeben, als er nach der frühen Verletzung von Karanovic (13. Minute) eingewechselt wurde. Das entscheidende Tor schoss dann allerdings Marco Mathys.

Spielt Goran Karanovic  in Brasilien? Der Stürmer hat bewiesen, dass er sich in internationalen Partien durchsetzen kann. Entscheidend wird die Konstellation am Ende der Saison sein. Wer ist verletzt? Wer ausser Form? Im Moment dürften Gavranovic, Drmic und Mehmedi gesetzt sein. Falls Derdiyok weiterhin nicht spielt und Seferovic bei Real Sociedad wie in den letzten Runden auf der Ersatzbank sitzen bleibt, könnte beispielsweise einer wie Karanovic (bisher fünf Meisterschaftstore) als vierter Stürmer ins WM-Kader rutschen.

Gavranovic, Drmic, Mehmedi, Derdiyok, Karanovic. Fussballanhängern, die für die SVP-Abschottungsinitiative stimmen, kann man übrigens nicht mehr helfen.

Und weil Geschichte auch im Fussball wichtig ist: Wer war eigentlich der letzte St.Galler Stürmer, der in der Nationalmannschaft spielte? Costanzo ist es nicht, der gehörte bei seinem Debüt im August 2011 bereits zu YB. Wahrscheinlich war es also seltsamerweise Giorgio Contini in seinem einzigen Länderspiel. Der nächste auf der eher kurzen Liste wäre dann vielleicht – Manfred Braschler?

2 Kommentare zu Keita, Contini, Karanovic

  • Paulo sagt:

    Meine Güte: „Fussballanhänger, die für die SVP-Abschottungsinitiative stimmen, kann man übrigens nicht mehr helfen“.
    Mach deine Propaganda sonstwo, aber bitte nicht im Zusammenhang mit dem Fussball. Ich finde es schön, hat die Schweiz eine solch gute Nati. Fände es aber auch nicht schlimm, wenn wir eine Nati mit Meier, Müller, Bühler, Weber, Koller oder Fischer haben, die dafür weniger erfolgreich ist. Unser Land hat es nunmal so gewollt, dass wir jetzt eine Nati voller Secondos haben. Was nicht weiter schlimm ist. Vielleicht ist einfach irgendwann mal genug.

    • Paula sagt:

      Genau, denn Fussball hat ja nix mit Politik zu tun. Der Unterschied: In der Politik muss man ernst rein gucken und darf anderen ans Bein pinkeln. Im Fussball muss man doof grinsen und darf anderen ans Bein pinkeln. Klar!

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