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Kulturappell gegen Sparpaket des Stadtrats

«Für eine Kultur mit Zukunft – Für eine Zukunft mit Kultur»: Das fordert ein Kulturappell gegen das Sparpaket des St.Galler Stadtrats. Die IG Kultur Ost hat ihn lanciert mit rund 50 Erstunterzeichnenden. Seit heute Mittag ist er online.
Von  Redaktion Saiten , 
Alex Hanimann: «Conversation Piece», 2018-2019 im Oberlichtsaal des Kunstmuseums. (Bild: Sebastian Stadler)

Der St.Galler Stadtrat will 30 Millionen Franken einsparen, um möglichen Steuerausfällen wegen der Corona-Pandemie entgegenzuwirken. Betroffen sind unter anderem das Kunstmuseum und das aktuelle Kulturschaffen. Dagegen wehrt sich die IG Kultur Ost mit einem Kulturappell.

Der St.Galler Stadtrat sei schweizweit die erste Regierung, die mitten in der Bewältigung des Lockdowns harte Spareinschnitte beschliesst, kritisiert der Kulturappell. Gespart werden soll auf Kosten der Eltern (Tagesbetreuung), des Personals (Stellenreduktion), der Infrastruktur (Strassenunterhalt) sowie auf Kosten der Kultur: Die Sanierung des Kunstmuseums soll um mehrere Jahre aufgeschoben werden, das aktuelle Kulturschaffen erhält weniger Geld.

Die IG Kultur Ost spricht in ihrer Medienmitteilung von einer «Angststrategie».

Der Aufruf richtet sich an erster Stelle gegen den vor rund zwei Wochen aus heiterem Himmel kommunizierten Entscheid des St.Galler Stadtrats, die geplante Sanierung des Kunstmuseums um mehrere Jahre aufzuschieben. Die Erweiterung und Renovation des Museums sei seit bald zwanzig Jahren unbestritten dringlich, heisst es im Appell. Seit 2012 liegt ein Bau-Projekt vor, die Finanzierung sei durch Stadt, Kanton und Private gesichert. Werde das Projekt auf die lange Bank geschoben, sei diese Finanzierung gefährdet. Der Bau müsse zudem dringend saniert werden.

Neben dem Kunstmuseum sind auch das aktuelle Kulturschaffen und das Bildungsangebot «Kunst & Handwerk» betroffen. Zehn Prozent weniger freie Projektförderung: Damit sei der Spareffekt für die Stadtkasse minim, der Schaden für viele Projekte und das Publikum aber gross. «Statt kulturellem Aufbruch droht der Rückbau», schreiben die Initianten.

Schliesslich unterstreicht der Appell: «Kultur ist systemrelevant, auch in St.Gallen, auch in der Ostschweiz.» Die Sparmassnahmen kämen nach der Coronapandemie im schlechtesten Moment. «In der Krise braucht es eine antizyklische Wirtschaftspolitik und eine zukunftsgerichtete Kulturpolitik: Stoppen wir die Abbau-Politik des St.Galler Stadtrats! Sanieren wir das Kunstmuseum! Sichern wir der Kultur ihre Zukunft!»

Erstunterzeichnet ist der Appell von rund 50 Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wirtschaft. Darunter sind prominente Namen aus dem Kunstbereich wie Roman Signer, Norbert Möslang, Patrick Rohner, Josef Felix Müller, Sitterwerk-Gründer Felix Lehner, die Sammler Ruedi und Edith Mettler-Wahlandt oder der frühere Erker-Galerist Urs Ullmann. Unterzeichnet haben den Appell auch Ständerat Paul Rechsteiner und Nationalrätin Franziska Ryser, die Direktoren der städtischen Museen, Kinokleiterin Sandra Meier, Schauspieldirektor Jonas Knecht und zahlreiche Kulturschaffende und Kulturinteressierte aus allen Sparten.

Inzwischen umfasst die Liste der Unterzeichnenden bereits rund 200 Personen. Unterzeichnet werden kann der Aufruf auf kulturappell.ch.

 

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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

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Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

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Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

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Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
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Die Stick­ma­schi­ne steht still

In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

Von René Hornung,
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Nur das Jetzt zählt

Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

Von Vera Zatti,
Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights