, 31. März 2014
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Kulturpreis-Wandern im Toggenburg

Im Toggenburg sind nicht nur Berggänger oder das Kunstprojekt «Arthur» mobil, sondern neuerdings auch ein Wanderpreis. Erste Preisträgerin ist die Tanzpädagogin Evelyn Rigotti. Nicolas Sourvinos berichtet.

Fumi Matsuda, Patrik Widrig, Gisa Frank – sie alle waren bei ihr in der Ausbildung, ich übrigens auch. Ein Epizentrum des Tanzes, und das mitten in Wattwil, im selben Haus wie der Denner? Die Rede ist vom Choreo Tanzstudio und von Evelyn Rigotti (im Bild oben mit Rut Ackermann in einer Leeder-Etüde, Mitte der 60er-Jahre).

Im Auftrag der Toggenburger Gemeinden und des kantonalen Amtes für Kultur vergibt der Verein Kultur Toggenburg Projekt- und Jahresbeiträge an Gesuchsteller. Kulturförderung ist ja so eine Sache. Vor lauter Gremien, Ausschüssen und Jurys kann der eigentliche Batzen für Kulturprojekte auch mal schrumpfen. Mit dem Wanderpreis will der Vorstand von Kultur Toggenburg diesem Trend Gegensteuer geben.

1sw_2_NeuIm Vorfeld  der Lancierung gab es zwar Diskussionen zum Konzept. Es sieht «carte blanche» vor: Wer den Wanderpreis gewonnen hat, darf ihn im nächsten Jahr in eigener Kompetenz weitergeben. Keine Jury also, die Initianten geben die Kontrolle aus den Händen –  und das Vertrauen in die Hände der Preisträgerin oder des Preisträgers.

Kürzlich war es nun soweit, die Geheimniskrämerei im Vorfeld hatte ein Ende und der Vorhang des Schweigens wurde gelüftet.  Rea Brändle, Vorstandsmitglied und ebenfalls ehemalige Tänzerin, gab dem Publikum Einblick in das langjährige Engagement von Evelyn Rigotti. Die Stationen sind eindrücklich: 1956-59 Ausbildung in London an der Sigurd-Leeder-School – kurze Engagements in Mailand und Pisa – Rückkehr in die Schweiz, Unterrichtstätigkeit vorerst in einem ehemaligen Stickkeller in Wattwil und im Saal des «Ochsen» in Ebnat-Kappel – Weiterbildung bei Sigurd Leeder, der inzwischen in Herisau tätig war – bis 1981 Mitglied von «Choreo 77» einem Tanzkollektiv, das lauScan 37t Schweizerischem Theaterlexikon «Pionierarbeit für ein freies Tanzschaffen in der Schweiz» leistete  – Umzug ins Choreostudio in Wattwil –  Co-Initiantin eines Kleinbühnenbetriebs, des späteren Chössitheaters – 1982-88 zwei dreijährige Vollzeitlehrgänge in Modern Dance am Choreostudio, daneben zahlreiche eigene Choreografien für Laien und Profis…

Evelyn Rigottis Arbeit hat erfolgreiche Tanzschaffende hervorgebracht, neben den Genannten auch Ursina Hemmi, Lisa Bleiker, Brigitta Schrepfer und andere. Und sie trägt weiter Früchte: Inspiriert durch die Gemälde Ferdinand Hodlers zeigten Schülerinnen eine aktuelle Aufführung mit dem Stück «Frauen».

Nun liegt es an Evelyn Rigotti, den Preis in einem Jahr weiter wandern zu lassen – man kann gespannt sein.

Nicolas Sourvinos ist Vorstandsmitglied von Kultur Toggenburg.
Weitere Infos: www.kulturtoggenburg.ch

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