Kunst auf der Kippe
(Bild: pd)
Das Künstler:innenkollektiv Ohm41 lädt zu einer grossen Ausstellung in der Komturei Tobel. «Kipppunkt» untersucht eben-solche – kritisch und künstlerisch.
163 Grad Celsius braucht es, damit ein Maiskorn explodiert. Einmal Popcorn, gibt es für das beliebte Getreidekorn kein Zurück. Die 163 Grad sind also ein unumstösslicher Kipppunkt. Die Folgen von Popcorn für die Menschheit sind überschaubar, während die Konsequenzen anderer Kipppunkte – beispielsweise bei der Erderwärmung oder bei politischen Unruhen – weitaus verheerender, wenn nicht sogar final sind. Es gibt natürlich auch andere Kipppunkte, in Beziehungen oder in der Musikgeschichte.
Nach diesen Kippunkten ist meist etwas oder gar alles anders. Es sind solche Momente der Veränderung, die das Wiler Künstler:innenkollektiv Ohm41 in ihrer neuen Ausstellung untersucht: «Gemeinsam erforschen wir auf der Kunstebene die Faktoren, die dabei wirken, und die Folgen, die sie für Gesellschaft, Umwelt und Kultur haben. Ziel ist es, nicht nur vergangene und gegenwärtige Kipppunkte zu analysieren, sondern auch zukünftige kritisch und kreativ zu antizipieren.»
Insgesamt 30 Künstler:innen zeigen ihre Arbeiten auf dem Areal der Komturei Tobel, drinnen und draussen. Darunter Installationen, Performances oder auch Skulpturen. Und Künstler:innen wie Madame Tricot, Walter Gysel, Markus Eugster oder Sylvia Geel.
Die «Öhmler», seit 27 Jahren als Kollektiv unterwegs, sind bekannt dafür, gesellschaftliche Debatten aufzugreifen und mit ihren künstlerischen Aktionen auch mal die Grenzen der Legalität auszureizen. Auf eine solche stiessen sie 2015, als sie den Necker rot färben wollten, um auf die vielen Ertrunkenen im Mittelmeer aufmerksam zu machen – das Ganze sickerte aber kurz vorher bis zur Gemeindepräsidentin von Neckertal durch, die der Aktion einen Riegel vorschob.
«Kipppunkt»: Sonntag, 7. Juni (Vernissage: ab 15 Uhr), bis Sonntag, 5. Juli, Komturei, Tobel.ohm41.ch
Ausstellung in Winterthur
Wie zeigt man Staatenlosigkeit? Wie rechte Gewalt? Das Museum Schaffen und die Coalmine in Winterthur zeigen bis zum 22. März die Langzeitprojekte von vier Fotojournalist:innen. Unterstützt hat die Arbeiten das Förderprogramm True Picture.
Dokumentarfilm
Wann zeigt sich unsere Gesellschaft solidarisch? Und hat Solidarität auch Schattenseiten? Der Rheintaler Filmemacher David Bernet spürt in seinem neuen Dokumentarfilm Solidarity dem Phänomen nach.
Ohm41 stellen wieder aus
Das Thurgauer Pop-Phänomen Noemi Beza veröffentlicht Anfang Juni ihre neue EP. You’ll Find Me There vereint Country-Vibes mit astreinem Pop – was man ein wenig vermisst, sind Ecken und Kanten.
Kolumne: Stimmrecht im Juni
Ausstellung in Herisau
Nach 22 Jahren gibt Matthias Peter die Leitung der St.Galler Kellerbühne ab. Vom Raum ist er nach wie vor begeistert. Aber dem Kabarett ging es auch schon besser, erzählt er im Gespräch.
Die Thurgauer Künstlerin Micha Stuhlmann befasst sich in ihrem neuen Projekt mit dem Dasein im Moment. Am 7. Juni findet dazu ein Workshop in St.Gallen statt und am 26. Juni zeigt sie mit ihrem Ensemble die finale Performance in Kreuzlingen.
Die Tonhalle Wil wurde 1876 eröffnet. Seither bereichert sie praktisch ununterbrochen das kulturelle Leben der Äbtestadt. An den kommenden zwei Wochenenden wird gefeiert.
Jonas Ulrich taucht mit seinem ersten Spielfilm in die Black-Metal-Welt ab. Wolves ist eine bildstarke Geschichte über Einsamkeit und das Dazugehören, voller Gegensätze und mit etwas holprigen Dialogen.
St.Gallen bewahrt nicht mehr nur 1000-jährige Handschriften. Mit dem Internet Archive Switzerland entsteht hier ein Archiv für Webseiten, künstliche Intelligenz und das digitale Gedächtnis der Zukunft.
Mit Internet Archive Switzerland entsteht in St.Gallen ein Ableger des grössten Archivs für Websiten und Künstliche Intelligenz weltweit. Ausserdem im Juniheft: Männer unter Generalverdacht, das grosse St.Galler 80er-Buch, das Abschiedsinterview mit dem langjährigen Kellerbühnenchef und die Flaschenpost aus Venedig.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
Gaal, Görtler und Witzig schiessen St. Gallen zum langersehnten Cupsieg!
Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet entlang der Bahnlinie zwischen Gossau und Wasserauen statt. Es ist ein interdisziplinäres Experimentzwischen Kunst, Gesellschaft und Aktivismus. Ausserdem stellt die Kulturlandsgemeinde künstlerisch und organisatorisch die Weichen für die Zukunft.
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.
Mit einer Interpellation greifen SVP und EDU im St.Galler Kantonsrat den ausserschulischen Aufklärungsunterricht an. Und mit Unterstützung des «Lehrernetzwerks Schweiz» wollen Eltern aus Bütschwil eine Mitarbeiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen vor Gericht bringen. Dahinter steckt eine orchestrierte Aktion.