Als Ausflugsziel bietet sich Vaduz nicht gerade an, es sei denn als Anschauungsbeispiel für misslungene Fussgängerzonen-Möblierung. Gäbe es nicht das Kunstmuseum Liechtenstein, lockte einen wenig ins Städtle. Aktuell ist aber sogar das Kunstmuseum geschlossen. Bis Mitte Mai erhält es einen Anbau für die Hilti Art Foundation. Ob die private Kunstsammlung als Ergänzung oder gar als Bereicherung des hochkarätigen Programms des Kunstmuseums funktioniert, bleibt abzuwarten.
Nun gibt es aber einen anderen Grund, in Vaduz einen Stop einzulegen: Eine St.Gallerin und ein St.Galler beschwören hier den bislang nicht recht aktiven Winter. Mirjam Kradolfer und Stefan Rohner haben eigens für den Kunstraum Engländerbau, nur 100 Meter vom Kunstmuseum entfernt, ein ambitioniertes Projekt entwickelt. Ihre Ausstellung unter dem Titel «Weisses Rauschen – Aus der Eisfabrik» folgt der Faszination für den weissen Kontinent und für sein Pendant im Norden. Die beiden Kunstschaffenden haben sich durch die Expeditionsliteratur gegraben, belletristische Bücher und Texte über ewiges Eis und weisse Finsternis gelesen, haben Fotobücher und Filme zusammengetragen und sind den künstlerischen Auseinandersetzungen mit Schnee und Frost nachgegangen.
Und sie haben es geschafft, aus diesem Studium heraus etwas Eigenes zu entwickeln. Im vollständig weissen Ausstellungsraum inszenieren sie künstlich geschaffene Natur und Objekte an der Grenze zwischen surreal und archaisch. Während Christoph Büchel im St.Galler Wasserturm eine reale Kühlzellenklaustrophobie heranzoomt, begeben sich Rohner und Kradolfer auf Gedankenreisen, die aber kaum weniger intensiv wirken und trotz Frost und Frieren noch Platz für dezente Komik lassen. Unterstützt wurden sie dabei von den beiden Ausserrhodischen Musikern Sven Bösiger und Patrick Kessler und dem Holztüftler Damian Dünner. Sie sorgen für den richtigen Klang des Winters, der aus weit mehr besteht als aus frostigem Knistern und Knirschen.
Wer also im Rheintal in Richtung Süden unterwegs ist – vielleicht in die Skiferien – kann sich hier sehr gut in Stimmung bringen, wenn schon sonst alles so frühlingshaft anmutet.
14. Januar bis 9. März 2014 , täglich von 13 bis 17 Uhr, Dienstag bis 20 Uhr
Zum 20. Mal bringt das Kulturfestival internationale Entdeckungen und lokale Lieblingsbands in einen der schönsten Konzertorte St.Gallens. Zum Jubiläum blickt Organisator Lukas Hofstetter zurück – und behauptet sich zugleich in einem Musikgeschäft, das für kleinere Festivals immer schwieriger geworden ist.
Vor 40 Jahren gründete Felix Lehner in Beinwil am See die Kunstgiesserei, die 1994 nach St.Gallen zog. Und vor 20 Jahren entstand ergänzend dazu die Stiftung Sitterwerk, die unter anderem eine weltweit einzigartige Kunstbibliothek führt. Wir tauchen ein in diesen wundersamen Mikrokosmos im Sittertal. Ausserdem in der Juli/August-Doppelnummer: die unverzichtbaren Sommertipps, die Flaschenpost von Anna Stern aus Finnland und das Interview zum 100-Jahr-Jubiläum unserer Hausdruckerei Niedermann.
Florian Fuchs arbeitet an einer antik anmutenden, 2,5 Meter hohen Marmorstatue. Warum interessiert sich ein junger Bildhauer für diese klassische Herangehensweise? Ein Werkstattbesuch in Flawil.
Es war das Jahrzehnt der Kultur: In den 80ern kam die Stadt St.Gallen zu einer Kunsthalle, einem Programmkino, der Frauenbibliothek, der Grabenhalle, genossenschaftlichen Beizen und anderem. Wie das gelang und wer die Fäden zog, zeichnen Ralph Hug und Corinne Schatz im Buch Der grosse Aufbruch nach.
Das Filmdrama Fuori erzählt ein kurzes Kapitel der aussergewöhnlichen Lebensgeschichte italienischen Schriftstellerin, Schauspielerin und Widerstandskämpferin Goliarda Sapienza.
Mit verschreckten Securitys in einer bunten Inszenierung von Angelika Zacek präsentiert das Vorarlberger Landestheater in Bregenz Shakespeares Ein Sommernachtstraum.
Die St.Galler Festspiel-Oper spielt dieses Jahr im Haus statt auf dem Klosterplatz – ein Glücksfall für Verdis Aida, die menschlich und musikalisch in die Tiefe geht. Modestas Pitrenas dirigiert ein letztes Mal, Ben Baur inszeniert bildstark.
Im Werk 2 in Arbon dreht sich derzeit alles um Mythen. «Sehnsucht Mythos. Wie Geschichten unsere Welt gestalten» ist eine ästhetische Ausstellung, die mit ihrem sehr breiten Mythosbegriff arbeitet und vielfältige Geschichten unter einem Dach vereint.
Neue Eigenproduktion
Tunneleröffnung
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative