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Lackmustest für die Partizipation

Im Herbst soll eine Crowdfunding-Kampagne für den Bau des «Chiosco» im Areal Bahnhof Nord gestartet werden. Sie soll zeigen, was Partizipation wirklich leisten kann.
Von  René Hornung
Italianità am Bahnhof Nord: So sollte der «Chiosco» aussehen. (Visualisierung: Barão-Hutter)

Der «Chiosco» nach sizilianischem Vorbild hatte es der grossen Jury angetan, die die Planungen für das St.Galler Areal Bahnhof Nord beurteilte. Entschieden hatte sie sich zwar für einen eher konventionellen und investorenfreundlichen Vorschlag eines Teams aus Zürich, doch aus dem Vorschlag des St.Galler Architekturbüros Barão Hutter hatte sie den allseits offenen Verpflegungskiosk übernommen, wie man ihn in Sizilien antrifft. Er solle als Zeichen des Aufbruchs möglichst rasch realisiert werden, hiess es auch am abschliessenden World Café Ende letzten Jahres.

Barão Hutter haben sich deshalb ans Planen und Rechnen gemacht und viele Gespräche geführt: mit dem Kanton als Grundeigentümer, mit der Stadt, die als Bauherrin in Frage kommt, mit Kaffeeröster und Bierbrauer, mit der Lebensmittelhygiene und mit verschiedenen Bauunternehmen. «Inzwischen ist klar, dass wir den Chiosco in Italien bauen lassen würden, denn eine Schweizer Kopie kostet drei bis fünfmal mehr», so die Zwischenbilanz von Architekt Peter Hutter. Man werde das sizilianische Modell aber «aufpimpen», an hiesige Vorschriften und ans hiesige Klima anpassen. Als Trägerschaft soll eine Genossenschaft gegründet werden.

Falls die Stadt auf eigene Kosten die nötigen Leitungen legt (Strom, Wasser und Abwasser) und ein Fundament bereitstellen würde, lasse sich ein solcher «Chiosco» relativ günstig aufstellen. Mehr als 100’000 Franken sollen dabei via Crowdfunding zusammen kommen. Das sei dann der Lackmustest für die Frage, ob Partizipation nur darin besteht, Wünsche einzubringen und Forderungen aufzustellen, oder ob die vielen Leute, die mitredeten, auch bereit sind, ins Portemonnaie zu greifen.

Diese Frage will Peter Hutter ausdrücklich stellen, denn er frage sich manchmal, was diese gross angelegten und ziemlich teuren partizipativen Verfahren wirklich brächten. Wenn sie nämlich zu keinem Resultat führen, habe immer die Behörde, die alles aufgegleist hat, den schwarzen Peter in der Hand. Am Beispiel des «Chiosco» solle einmal getestet werden, ob sich das Lob für eine Idee auch in finanzieller Unterstützung zeige. Konkret: ob auch eine partizipative Finanzierung klappt.

Ende August soll es so weit sein. Bis dann seien alle wichtigen Informationen zusammen, um die Sammelaktion zu starten.

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Hutter,  

Über einen Chiosco d.h. Treffpunkt auf dem, bis jetzt hässlichen Weg, würde ich mich sehr freuen! Gerne nähme ich dort morgens ein Kaffee und abends als Apéro ein Fruchtsaft o.Ä. Es würde wohl ein Ort der Kommunikation, bitter nötig! Bitte ermöglichen Sie den mit viel Einsatz eingebrachten Vorschlag. Wagen Sie endlich etwas und beschweren Sie sich nicht weiter über Leute, die nur mit dem Handy kommunizieren!

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